Buchtipp

Goldfische
Titel:
Goldfische
Verlag:
ULMER Verlag
Autor:
Christian-Peter Steinle und Sandra Lechleitner
Art.Nr.:
LI4640
Details:
Gebunden. Für Gartenteich und Aquarium.
Beschreibung:
-

Goldfische

Gold im Überfluss

Chin Yü, ist der chinesische Name für Goldfisch und bedeutet Gold im Überfluss. Als Symbol für Fruchtbarkeit wurde der Fisch gerne jung Vermählten geschenkt.

Der aus Ostasien stammende Karpfenfisch ist in seiner Heimat bereits seit Jahrtausenden sowohl Zierfisch als auch Speisefisch. Geheimnisvoll und farbenprächtig begeistert er sowohl Aquarianer als auch Teichbesitzer. Etwa um das Jahr 1000 und danach wurden in Flüssen und Seen unter den Wildpopulationen mehrere Farbvarianten, die Farbmangelmutanten (feuerrot, organgerot, …) entdeckt, die zunächst aber einfärbig waren. Aus diesen Wildformen entstanden später domestizierte Haustierformen, welche heute in den verschiedensten Farbvarianten erhältlich sind. 1728 gelang in Holland die erste Nachzucht, zu diesem Zeitpunkt waren die Goldfische in Ostasien bereits seit langem beliebte Zierfische, die sowohl in Teichen als auch in großen flachen Vasen ihr zu Hausen fanden.

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Mittlerweile werden weitaus mehr Goldfische in großen Farmen außerhalb Chinas gezüchtet, als im Mutterland dieses Fisches. So findet man z.B. in Japan neben Koi-Zuchtanlagen immer wieder auch Goldfischzuchtanlagen. Professionelle Massenproduktionen sind in Teichanlagen in Israel, Spanien und Italien zu finden, wo bei geringem Energie- und Futteraufwand Millionen Goldfische für den europäischen Markt erzeugt werden. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Goldgiebeln, sind Goldfische bereits wenige Wochen nach der Geburt ausgefärbt und lassen sich somit rasch zum Verkauf anbieten.

Die meisten Goldfische werden in Teichen gehalten, wo eine Fortpflanzung der Tiere eigentlich nicht zu verhindern ist. Bereits im Herbst des ersten Jahres nach dem Einsetzen der Tiere, kann sich der Besitzer über einen reichen Jungfisch-Segen freuen.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass man Goldfische keinesfalls in den umliegenden Gewässern aussetzen darf, da sie die einheimischen Arten verdrängen würden, was im schlimmsten Fall zum Aussterben empfindlicher Fische, Wasserinsekten, Mollusken oder Krebstieren führen kann.

Anpassungsfähigkeit zeichnet diesen Zierfisch aus und ihr verdankt er auch seine weite Verbreitung. Er kann sowohl in sauerstoffreichem als auch im sehr sauerstoffarmen Wasser leben und wie auch sein wildlebender Verwandter, der Giebel „Carassius auratus gibelio“, hält er sich mit Vorliebe nah über dem Boden auf.

Der bis zu 40 cm große Goldfisch gründelt für sein Leben gerne in feinem Sand, wobei er viel Sauerstoff verbraucht, welcher durch zusätzliche Belüftung nachgereicht werden sollte. Es sind mindestens 2l Wasser pro Zentimeter Goldfisch einzuplanen, im Gartenteich sogar mindestens 10l/1cm Fisch.

Das Wasser sollte einen pH-Wert um 7, einen dGH-Wert von 5 bis 30°, so wie eine Karbonathärte von 4 bis 20°KH aufweisen. Da Goldfische zu den Kaltwasserfischen gehören, sollte die Temperatur zwischen 4 und 25°C betragen. Als Allesfresser nimmt der Goldfisch sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu sich.

Da diese Fische sehr friedlich sind, steht auch einer Haltung im Gesellschaftsbecken unter Vorraussetzung der oben erwähnten Wasserwerte, nichts im Wege. Schließlich kommt auch der Giebel in der Natur in der Gesellschaft unterschiedlichster Arten vor. Im Gartenteich eignen sich sowohl kleinere einheimische Fischarten, wie z.B. Moderlieschen, Bitterlinge und Gründlinge, als auch Zuchtformen von Kaltwasserfischen, wie z.B. Goldorfen oder Goldschleien als Mitbewohner.

Goldfische sind scheu und vorsichtig, haben sie aber erst einmal Vertrauen zu ihrem Besitzer gewonnen, können sie sehr zutraulich werden.

Auch wenn der Goldfisch schwerfällig wirkt, so ist er ein ausdauernder Schwimmer, der zudem blitzschnell aus dem Stand heraus mit einigen kräftigen Schwanzschlägen die Flucht ergreifen bzw. weit über die Wasseroberfläche hinaus springen kann. Dennoch werden die oft sehr empfindlichen Zuchtformen gerne in Miniteichen, Balkonanlagen, Terrassen oder Wintergärten gehalten, wo man die meist exklusiven Varianten einerseits besser sehen und andererseits vor Reihern und Katzen schützen kann.

Der Goldfisch ist in jedem Fall ein richtiges Haustier, das sich völlig an die veränderten Lebensumstände unter der Obhut von Menschen gewöhnt hat und so zu einem Freude bringenden Begleiter wurde.