Der Neon - Lichtspiel im Aquarium

Der Neonsalmler, Paracheirodon innesi, stammt ursprünglich aus Peru. Er ist weltweit gesehen der wohl bekannteste Aquarienbewohner überhaupt. Die meisten der heute in unseren Aquarien beheimateten Neon stammen bereits aus asiatischen Zuchtformen. Der Neon gehört zur großen Salmlerfamilie Characidae die ihrerseits systematisch in der Unterordnung Characoidea der Ordnung Characiformes (Salmerartige) untergebracht ist. Die Mehrzahl der betreffenden Arten besitzen einen langgestreckten stromlinienförmigen Körper. Den Namen hat er aufgrund eines Lateralstreifens der sich vom Auge bis unter die Fettflosse zieht und durch seine leuchtend grünblaue Farbe besonders auffällt.

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Haltung und Pflege

Der Neonsalmler ist ein geselliger Fisch, der in der Natur in Schwärmen von einigen tausend Artgenossen lebt. Ein für Schwingungen empfindliches Organ koordiniert die Abwehrmaßnahmen der Neonfische bei Annäherung eines potentiellen Feindes. Der Neonstreifen dient dem Gruppenzusammenhalt, denn er ist auch in wenigdurchsichtigen Schwarzwassern und bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch gut zu erkennen. Neonsalmler sollten daher unbedingt in einer Gruppe von mindestens 6 Exemplaren gehalten werden, um ihrem geselligen Charakter Rechnung zu tragen.

Im Aquarium hält sich der Neonsalmler bevorzugt in mittleren Wasserschichten und nahe des Grundes auf. Mit seinen maximal 4 cm Länge, kann er in Aquarien ab 60 cm gehalten werden und sollte nur mit ruhigen nichträuberischen Mitbewohnern vergesellschaftet werden. Hierfür eigenen sich zahlreiche andere Salmler, welche sich in Temperaturen zwischen 22 bis 25° C wohl fühlen, wie zum Beispiel die Roten Neonsalmler, Paracheirodon axelrodi und Panzerwelse der Gattung Chorydoras. Auch Skalare eignen sich, sofern man sie als Jungfische in ein Aquarium mit ausgewachsenen Neon einsetzt. Ein guter Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Vergesellschaftung mit anderen, auch größeren Fischen, ist ein Aquarium mit etwa 160 l Fassungsvermögen.

Neonsalmler werden oft in alkalischen Wassern mit einer Härte von bis 30° dGH gepflegt. Diese Exemplare sind allerdings sofort daran zu erkennen, dass sie deutlich weniger Farben zeigen. Der Neon bevorzugt ein neutrales Wasser, also eines, dessen pH-Wert bei 7,0 liegt. Die Gesamthärte soll hingegen 15° dGH nicht überschreiten. Optimale Haltungsbedingungen sorgen für einen pH-Wert von 6,5 und eine Härte von maximal 5° dGH. Der Neon liebt relativ stark bewegtes Wasser, dem zu folge ist ein 2-3-faches Umwelzen des Wasservolumens pro Stunde durchaus angebracht, zumal die Neonsalmler einen hohen Sauerstoffgehalt und vor allem sehr sauberes Wasser zu schätzen wissen. Diesem Zweck dienen auch die, in wöchtenlichen Abständen durchzuführenden, Wasserwechsel von ca. 15% des vorhandenen Volumens. Auch eine Filterung über Torf steigert ihr Wohlbefinden und verleiht dem Wasser eine leichte bernsteinfarbene Tönung, die die Färbung des Fisches noch intensiviert.

Ein wichtiger Teil der Einrichtung eines Neon-Beckens ist eine gute Bepflanzung. Hierfür eignen sich besonders Arten der Gattung Echinodorus, da sie leicht zu pflegen sind und nur eine mäßig starke Beleuchtung benötigen. Im Gegensatz zur natürlichen Umgebung, eignen sich auch, Anubias, Cryptocoryne und Vallisnerien.

Ernährung

Hinsichtlich seiner Ernährung zeigt sich der Neonsalmler als nicht besonder schwierig. Einen Fasttag pro Woche sollte man zur Regel machen, denn auch in der Natur finden die Fische nicht jeden Tag, Futter in großen Mengen. Neonsalmler sind Allesfresser, mit einer Neigung zur Karnivorie (Fleischfresser). In der Natur stellen Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen, die hauptsächliche Nahrungsquelle dar. Deshalb sollte man ihnen im Aquarium neben den gängigen Trockenfuttersorten mindestens 2 mal pro Woche kleine Sorten lebendes oder gefrorenes Futter, wie Wasserflöhe, Artemia, oder schwarze Mückenlarven anbieten.

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Zucht

Zur Zucht benötigt der Neonsalmler sehr weiches Wasser. Die Karbonathärte sollte bei 0 und die Gesamthärte bei maximal 2 liegen. Die Temperatur im Zuchtbecken sollte nicht mehr als 24° C betragen. Da die Männchen sehr paarungsfreudig sind, empfiehlt es sich, dass die Zuchtgruppe aus mehreren Weibchen, als Männchen besteht. Da die Eier sehr lichtempfindlich sind, ist es wichtig, das Aquarium auf 3 Seiten mit dunkler Pappe zuzukleben um den Lichteinfall zu reduzieren.

Als Bodengrund eignet sich eine dünne Lage Torf, welche die Entwicklung der Eier begünstigt und andererseits einem Verschimmeln entgegen wirkt. Diese wird mit einer 5 - 10 cm dicken Schicht Javamoos abgedeckt, wodurch die Eier auf natürliche Weise vor den Fischen geschützt sind. Natürlich muß auf eine Beleuchtung über dem Zuchtaquarium verzichtet werden, da die Eier, wie oben erwähnt, sehr lichtempfindlich sind.

Die Larven schlüpfen innerhalb von 24 Stunden. Nach ca. 5 Tagen beginnen sie frei zu schwimmen. Ab diesem Zeitpunkt können sie problemlos mit Artemia-Nauplien ernährt werden.

Hätten sie gedacht, dass es über den, wohl bekanntesten Aquarienbewohner so viel zu schreiben gibt ? Doch das war noch lange nicht alles. Weitere Informationen finden Sie in einschlägigen Fachbüchern.