Buchtipp

Ihr Hobby - Bärblinge
Titel:
Ihr Hobby - Bärblinge
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Jörg A. Konrad
Art.Nr.:
393179282X
Details:
79 Seiten, gebunden mit vielen Farbfotos.
Beschreibung:
Bärblinge sind beliebte Aquarienfische. Fast in jedem Gesellschaftsaquarium sind Vertreter dieser Gattung vertreten. Gibt es auch unter den Bärblingen einige anspruchsvollere Arten, die nur in weichen, saurem Wasser dauerhaft gedeihen, so sind Bärblinge doch in der Mehrzahl ausdauernde, aber doch anspruchsvolle Aquarienfische.

Keilfleckbärbling

Der Dauerbrenner im Gesellschaftsbecken

Rasbora heteromorpha, der Keilfleckbärbling, ist ein bestens bekannter Vertreter der Familie Cyprinidae in unseren Aquarien. Im Schwarm, in einem großen bepflanzten Aquarium gehalten, zeigt er sich in voller Pracht. Hier verzückt er den Beobachter durch seine herrlichen Pastellfarben.

Der Keilfleckbärbling wurde 1904 erstmals von Duncker beschrieben. Schon 1906 gelangten durch Julius Reichelt Exemplare aus dem Botanischen Garten von Singapur in die Aquaristik. Bis zum heutigen Tage gehört Rasbora heteromorpha zu den beliebtesten Vertretern seiner Gattung. Diese Beliebtheit sorgte auch dafür, dass er zu keinem Zeitpunkt völlig aus der Aquaristik verschwand. Der Bärbling rangiert dabei unter den wenigen Rasbora- Arten mit einem relativ massigen, seitlich abgeflachten und sehr hochrückigen Körper. Hierauf gründet sich auch sein wissenschaftlicher Artname, denn R. heteromorpha bezieht sich auf „mit einem Körper, der anders als normal für die Gattung ist“.

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Haltung und Pflege

In der Natur lebt der Keilfleckbärbling in kleinen Wasserläufen geringer Tiefe, deren Vegetation hauptsächlich aus großen Exemplaren von Cryptocoryne besteht. Der Fisch bewohnt dabei sowohl farblose als auch bräunlich getönte Wasser. Auch Sumpfgebiete bieten ihm zusagende Lebensräume, obwohl das unbewegte Wasser hier bisweilen bis zu 37° C Wärme erreichen kann.

Ungeachtet seiner Lebhaftigkeit und Agilität eignet sich dieser friedfertige und gesellige Fisch ausgezeichnet für ein ge-räumiges Aquarium, das andere ruhige Fische, wie zum Beispiel Zwergfadenfische (Colisa lalia), Honiggurami (Colisa chuma), Rote Neon oder andere Bärblinge beherbergt. Das diesbezügliche Aquarium sollte nicht kleiner als 110 Liter sein, also wenigstens 80 cm Kantenlänge vorweisen.

Einzeln gehaltene Tiere zeigen sich sehr hektisch bis aufdringlich gegenüber allem was sich bewegt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Anzeichen von Langeweile und keines-wegs Bösartigkeit. Wird er hingegen in einem Schwarm von mindestens 8 oder 10 Artgenossen gepflegt, bereitet er keinerlei Probleme und belästigt auch keine Mitbewohner.

Die Wasserwerte für den Keilfleckbärbling sollten wie folgt sein. Weiches bis mäßig hartes Wasser mit einer Gesamthärte von bis zu 12°dH, einer Karbonathärte von 6°kH und einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7. Ein Teilwasserwechsel von mindestens 15 – 20 % pro Woche ist empfehlenswert. Die Temperatur sollte um 25°C liegen. Normaler-weise zeigen sich die Fische als ziemlich widerstandsfähig gegenüber Erkrankungen und können im Aquarium ein Alter von bis zu 6 Jahren erreichen. Bei mäßiger Sauberkeit des Aquariums oder dauerhaften Temperaturen unter 25°C steigt seine Anfälligkeit besonders für Ichthyophirius (Pünktchenkrankheit) und die Samtkrankheit (Psicinoodinium limneticum). Bei Vorliegen eines Befalls mit dem letztgenannten Parasiten bemerkt man, dass sich die Fische an Einrichtungsgegenständen reiben, als würden sie versuchen, den gräulichen oder bläulichen mehlartigen Belag auf der Schleimhaut loszuwerden.

Bei Fortschreiten der Krankheit sieht man die Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen, da nun auch die Kiemen befallen sind.
Es kommt zu Blutungen und Entzündungen und die Schleimhaut löst sich teilweise in Fetzen ab. Hierfür existieren allerdings wirksame Medikamente – wir beraten Sie gerne.

Die Einrichtung des Aquariums sollte einige Steine und Mangrovenwurzeln beinhalten und im Vordergrund nur zwergwüchsige Pflanzen wie Echinodorus tenellus, Crypto-coryne willisii und Anubias barteri var. nana aufweisen. In ihrem natürlichen Lebensraum suchen die Fische den Schutz großer Pflanzen der ufernahen Vegetation auf, und demzufolge sollte der Hintergrund und die Seiten des Aquariums mit großen Pflanzen, wie Myriophyllum und Vallisneria gigantea, bepflanzt sein.

Ernährung

Kleines Lebendfutter, wie zum Beispiel Wasserflöhe, sollte auf dem Speiseplan, neben hochwertigem Flockenfutter nicht fehlen. Auch Tiefkühlfutter, wie zum Beispiel schwarze Mückenlarven, Cyclops oder Artemia werden von den Fischen sehr gerne genommen.

Zucht

Der Erfolg bei der Vermehrung dieser Art hängt von der Überwindung einiger Probleme ab, bei denen vier Faktoren maßgeblich sind – man benötigt ein weiches (dGH 1,5 – 3°) und saures (pH 5,8 – 6,4) Wasser, eine nahezu keimfreie Umgebung und ein harmonisierendes Päarchen. Das Zuchtbecken braucht nicht größer als 50 x 30 x 30 cm zu sein. Einige großblättrige Pflanzen wie zum Beispiel Anubias, Cryptocoryne, Echinodorus, Hygrophila oder Ludwigia dienen als Laichunterlage und sorgen für schummrige Lichtverhältnisse.

Die Temperatur im Zuchtbecken sollte 26 – 27°C betragen. Die beste Zuchtfähigkeit bei den Weibchen ist im Alter von 12 bis 15 Monaten, bei den Männchen ab ungefähr 24 Monaten gegeben. Während des Ablaichens gehen beide Tiere in Rückenlage über und das Männchen biegt seinen Körper um den des Weibchens, sodass es mit der Schwanzflosse die Flanke des Weibchens drücken kann. Dieser Druck führt zum Ausstoß von 2 bis 10 Eiern, die sofort befruchtet und auf der Blattunterseite angeheftet werden. Dieser Prozeß kann bis zu 2 Stunden dauern, bei denen die Weibchen bis zu 200 Eier ablegen.

Da es sich bei Keilfleckbärblingen um Laichräuber handelt, sollte man die Tiere nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernen. Die Scheiben des Aquariums sollten nun zugeklebt werden, um das Gelege dunkel zu halten. Nach ca. 24 – 28 Stunden sind die Larven geschlüpft, die sich die nächsten 4 bis 5 Tage an einen Faden hängend weiterentwickeln.

Die einfach zu erfüllenden Haltungsbedingungen und sein lebhaftes und heiteres Verhalten machen den Keilfleckbärbling zu einem Aquarienfisch, der auch Sie begeistern wird.