Heimtiere sind gut für Kinder

Was Tierfreunde schon lange wissen, wird mittlerweile von zahlreichen Studien wissenschaftlich untermauert: Heimtiere tun Kindern gut. Überraschend ist dennoch, wie sehr sie die Kleinen tatsächlich positiv prägen und beeinflussen. Ein aufschlussreicher Streifzug durch die Erkenntnisse der vergangenen Jahre.

Zunächst der statistische Beleg für das, was wir instinktiv zu spüren scheinen: Mehr als 90 Prozent aller Erwachsenen sind der Ansicht, dass es sinnvoll ist, wenn Kinder mit Heimtieren aufwachsen. Das sagen übrigens nicht nur Tierhalter – auch 80 Prozent der Nichttierhalter vertreten diese Meinung! Ermittelt wurde sie im Jahr 2007 vom Marktforschungsinstitut The-Consumer View in Bremen. Die Forscher stellten außerdem fest: Fast die Hälfte der Menschen ist davon überzeugt, dass Heimtiere die Wissbegierde von Kindern anregen und die Konzentrationsfähigkeit fördern. Vor allem Katzen gelten als wahre „Supernannys“. Fast jeder fünfte Stubentiger in Deutschland wird für die Kinder ins Haus geholt. Die Katze ist geheimer Ansprechpartner, spendet Trost, schmust und spielt, hat aber auch ihren eigenen Kopf und lehrt das Kind dadurch, geduldig zu sein und Rücksicht zu nehmen. Hunde wiederum bereichern das Leben von Stadtkindern, wie das Psychologische Institut der Universität von Bonn 2006 bei einer Befragung von 400 Berliner Jugendlichen herausfand. Jene Kinder, die einen Hund besitzen, haben demnach mehr Freude am Leben und sind gleichzeitig weniger gefährdet, kriminell oder drogenabhängig zu werden. Auch bei schwierigen Familienverhältnissen oder in der Pubertät bieten Hunde Geborgenheit und vermitteln Verantwortungsgefühl; sie animieren und inspirieren und helfen mit ihrer Ausgeglichenheit über schwere Momente hinweg. Fachleute wollen auf diese wertvolle Kommunikation zwischen Mensch und Tier schon längst nicht mehr verzichten. So setzen über 60 Prozent aller kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken in Deutschland Tiere erfolgreich in der Therapie ein. Auch Pädagogen sind begeistert von den tierischen Fähigkeiten. So ermittelten im Jahr 2002 österreichische Forscher des „Instituts zur Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung“ in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, dass der Klassenzusammenhalt durch die Anwesenheit eines Schulhundes gestärkt wird und die Kinder motivierter zur Schule gehen. Insgesamt zeigten sich die Schüler ruhiger und konzentrierter, sie konnten besser lernen und übernahmen außerdem gemeinsam die Verantwortung für den Vierbeiner. Und Tierpflege sorgt bei Jungs für ein cooles Image! Wissenschaftler der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau/Österreich erforschten dies 2009 in einem Kindergarten, indem sie beobachteten, welche der 50 Kinder zu den dortigen Kaninchen Kontakt aufnahmen. Mädchen zeigten mehr Interesse für das Kuscheln und Streicheln der Tiere, Jungs hingegen halfen gerne beim Stallsäubern und Füttern – Kuscheln, fanden sie, sei Mädchensache. Bis auf drei Ausnahmen: Ausgerechnet die Meinungsführer, die drei „coolsten“ Jungs der Gruppe, zeigten ihre Tierliebe offen und streichelten die Kaninchen ausgiebig. Fazit der Forscher: Tiere helfen, das Verantwortungsgefühl und die sozialen Kompetenzen von Kindern zu fördern und zu stärken.