Prominente Namen für neu entdeckte Tiere

Sie ist lahm, ziemlich schleimig und auf dem Meeresboden zu Hause, doch ihr wissenschaftlicher Name kommt uns merkwürdig vertraut vor: Bufonaria borisbeckeri. Damit reiht sich die kleine Schnecke in die Reihe jener Tiere ein, die nach berühmten Zeitgenossen benannt wurden – wie jüngst eine neu entdeckte Falltürspinne, die als Hommage an den kanadischen Rockstar Neil Young auf den Namen Myrmekiaphila neilyoungi hört. „Ich mag seine Musik und schätze ihn als Aktivist für Frieden und Gerechtigkeit“, sagt Jason Bond über Neil Young. Der Professor an der East Carolina University ist Experte für sogenannte Falltürspinnen. Bereits 2007 hatte er das kleine Tier entdeckt, das er auf den großen Namen taufte. Es ist im US-Bundesstaat Alabama heimisch, bis zu drei Zentimeter groß und lebt in Gängen und Höhlen. Ihr Zuhause verschließen Falltürspinnen mit einem Deckel – dahinter versteckt warten die nachtaktiven Jäger auf ihre Beute. Myrmekiaphilia neilyoungi hat viele berühmte Mitstreiter in der Hall of Fame der Tiere.

So verbirgt sich hinter Agra schwarzeneggeri ein Laufkäfer aus Costa Rica – selbstverständlich in Anlehnung an den muskelbepackten Hollywoodstar aus Österreich. Der Elvisaurus wiederum ist ein Dinosaurier, der, ganz wie sein Namensgeber, leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Anders im Falle Mark Knopflers – der berühmte Chef der Band Dire Straits steht Pate für den Dinosaurier Masiakasaurus knopfleri.

 

Nicht selten haben sich die Forscher und Namensgeber durchaus etwas bei der Taufe gedacht. Beispielsweise der Entdecker der Pheidole harrisonfordi, einer Knotenameise, die nach Harrison Ford benannt wurde. Wie die Fans von Abenteuerfilmen wissen, bahnt sich der Schauspieler als Indiana Jones immer mal wieder den Weg durch allerhand Krabbelgetier, darunter auch Ameisen. Wieso hingegen zwei Riesenkrabbenspinnen Heteropoda ninahagen und Heteropoda davidbowie heißen, lässt sich sicherlich eher mit den musikalischen Vorlieben des Entdeckers erklären. Ebenso wie der kolumbianische Laubfrosch Hyla stingi – denn dass der Sänger Sting quaken soll wie ein Frosch, ist wissenschaftlich nicht belegt.

 

Einen großzügigen Namenspaten hat jedenfalls der Avahi cleesei, auch bekannt als Cleese-Wollmaki. Der kleine Affe ist in Madagaskar beheimatet. Er gehört zur Gruppe der Lemuren und wurde nach dem britischen Komiker John Cleese benannt. Dieser findet es gar nicht zum Lachen, dass die Wollmakis auf der Liste der stark gefährdeten Tiere stehen, und setzt sich deshalb für den Erhalt der Art ein.