Vorsicht Gift!

Viele Stoffe im Haushalt, aber auch in der freien Natur sind für unsere geliebten Heimtiere giftig. Deshalb ist es wichtig zu wissen, auf welche Stoffe und Pflanzen man besonders achten muss und was man in jenem schlimmen Fall tun sollte, in dem es tatsächlich zur Vergiftung gekommen ist.

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Mögen Sie Weihnachtssterne, Hortensien oder Goldregen? Putzen Sie mit scharfen Putzmitteln? Wohnt nebenan ein Nachbar, der Ihren Hund nicht leiden kann oder dessen Salatpflanzen von Schnecken befallen sind, die er mit Schneckengift bekämpft? Die Gefahr einer Vergiftung lauert - leider - an vielen Orten, und obwohl unsere Heimtiere mit guten Instinkten und meist auch mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestattet sind, wissen sie doch längst nicht immer, was für sie schädlich ist. Vielen Gefahren kann der Mensch vorbeugen, indem er die Gefahrenquellen ausräumt. Kommt es dennoch zur Vergiftung, gilt es schnell, besonnen und überlegt zu handeln.

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Giftige Pflanzen

Unzählige Garten- und Topfpflanzen sind giftig. Ob Rhododendtron, Maiglöckchen oder Begonien, ob Efeu, Hyazinthe oder Eibe - sie alle enthalten Gifte, die für unsere Heimtiere äußerst ungesund sein können. Generell gilt deshalb, mindestens die Zimmerpflanzen darauf zu überprüfen, ob sie eine Gefahr für das Tier darstellen. In jedem Fall sollten sie für das Tier außer Reichweite stehen. Bei Hamstern und Meerschweinchen ist das recht einfach, bei Katzen wird es schon schwieriger: Gerade die Samtpfoten haben zwischendurch Appetit auf etwas Grünes, weil es ihnen bei der Verdauung hilft. Ihre Katze sollte deshalb ein schönes Katzengras vorfinden, an dem sie knabbern kann. Wie schnell Pflanzen zur Vergiftung führen können zeigen einige Beispiele aus der Natur: Goldregen beispielsweise führt beim Tier bereits wenige Minuten nach dem Verzehr zu Erbrechen, Durchfall und Krampfanfällen. Die Azalee enthält ein Nervengift, das die Muskulatur und im weiteren Verlauf auch den Atem lähmen kann. Misteln wiederum können neben Erbrechen und Durchfall auch Fieber und sogar einen Herzstillstand verursachen. Und schließlich: Knabbern Hund oder Katze am Weihnachtsstern, beginnen die Muskeln zu zittern, das Tier fängt an zu schwanken, der Kreislauf kann versagen.

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Dinge, die uns nicht giftig erscheinen

Wer Avocado oder auch Zwiebeln mag, wird kaum glauben, dass sie für unsere Heimtiere höchst giftig sind. Ob roh oder gekocht, Zwiebeln können bereits bei fünf bis zehn Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen - im Fachjargon zur Hämolyse. Die Avocado wiederum bewirkt Atemnot und Ödeme, sie kann den Herzmuskel des Tieres schwer schädigen. Auch Schokolade ist nichts für unsere Lieblinge. Der Inhaltsstoff Theobromin, der in Kakao enthalten ist, wirkt auf das zentrale Nervensystem. Zittern, Lähmungen und sogar Bewusstseinsstörungen können die Folge sein.

Andere giftige Stoffe

Viele Tiere knabbern an Dingen, die ihnen sehr gefährlich werden können: Zigarettenkippen beispielsweise, aber auch Schnecken- oder Rattengift. Der Tabak einer Kippe kann besonders bei kleineren oder jungen Tieren sofort zu einer erhöhten Atem- und Herzschlagfrequenz führen. Krämpfe und ein Kreislaufkollaps folgen. Rattengift wird ebenfalls von vielen Tierbesitzern gefürchtet - es hemmt die Blutgerinnung. Dabei ist es gleichgültig, ob Hund oder Katze das Gift pur fressen oder ob sie eine vergiftete Ratte erbeuten. Leider zeigt sich die Aufnahme von Rattengift beim Tier nicht sofort durch Erbrechen - vielmehr werden die Tiere sehr, sehr müde und matt, bis nach circa zwei bis drei Tagen Blut im Stuhl und im Urin auftaucht. Kommt Ihnen also Ihr Tier sehr müde, fast depressiv vor, scheuen Sie sich nicht, zum Tierarzt zu gehen - im Falle von Rattengift ist es besser, einmal zu viel als zu spät den Arzt zu besuchen.

Gefährlich sind im Übrigen nicht nur ausgewiesene Gifte, sondern auch Putzmittel oder Medikamente, die eigentlich für Menschen gedacht sind. Richten Sie Ihren Haushalt danach aus und überlegen Sie, was einem Heimtier gefährlich werden könnte - ähnlich wie es Eltern mit Kleinkindern machen. Katzen beispielsweise nehmen durch ihre tägliche Katzentoilette Giftstoffe aus Putzmitteln auf, mit denen der Boden gereingt wurde. Auch Polstersprays und Holzputzmittel für den Schrank, an dem die Katze entlang schmust, sind nicht gut für den Stubentiger.

Was zu tun ist

Eine Vergiftung lässt sich nicht immer leicht diagnostizieren - manchmal hat ein Tier auch eine andere Krankheit oder einfach eine Magenverstimmung. Dennoch sollten Sie auf folgende Symptome achten: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Schwindel und entsprechendes Schwanken, Zittern, Atemlosigkeit und Fieber. Nun heißt es, Ruhe bewahren!
Stellen Sie fest, ob Sie eine eventuelle Vergiftungsursache kennen. Vielleicht haben Sie gesehen, was Ihr Tier zu sich genommen hat? Nehmen Sie eine Probe oder etwas von dem Erbrochenen mit zum Tierarzt. Jede Information ist wichtig für den Tierarzt. Je schneller er weiß, um was für eine Vergiftung es sich handelt, desto besser kann er reagieren. Wenn das Tier bewußtlos ist, achten Sie darauf, dass es nicht an Erbrochenem ersticken kann. Säubern Sie die Maulhöhle von Speichel und Futter und lagern sie den Kopf des Tieres seitlich. Bewahren Sie in jedem Fall Ruhe und wirken Sie beruhigend auf Ihr Tier ein. Es braucht jetzt all Ihre Unterstützung.