Die Korallenfische des Süßwassers

So nannte man wegen ihrer bunten Farben in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Fische aus dem Malawisee. Etwas Vergleichbares hatte es bis dato nicht gegeben und es entstand ein regelrechter Malawi-Boom.

Ein Malawisee-Aquarium schlägt (fast) jeden Fernsehsender

Große Unterhaltung den ganzen Tag ohne Flachbildschirm und Satellitenantenne. Männchen buhlen um die Gunst der Weibchen und umgarnen sie mit prächtigen Farben und interessantem Balzverhalten. Aufopfernde Fischmütter, die ihren Nachwuchs 3 Wochen lang im Maul mit sich tragen und in dieser Zeit keine Nahrung mehr aufnehmen. Gewitzte Jungfische, die zur Freude der ganzen (Menschen-)Familie im Aquarium aufwachsen und sich in bestehende Gruppen integrieren. Pubertierende Jungmännchen, die den alten Boss langsam, aber sicher herausfordern – all das hat man mit einem Malawi-Aquarium und den darin gepflegten Fischen jeden Tag aufs Neue, es ist schon komisch, dass nicht jeder Aquarianer ein Malawi-Aquarium besitzt. Es sind robuste, farbenprächtige und sehr interessante Aquarienfische, die mit ihrem außergewöhnlichen Balz- und Brutpflegeverhalten immer wieder begeistern. Das Aquarium sollte nicht zu klein sein und mindestens eine Kantenlänge von einem Meter aufweisen. Je größer, desto besser, denn selbst die kleiner bleibenden Arten wie z.B. Pseudotropheus demasoni werden schon 8 cm groß. In der Natur leben die Buntbarsche in einer sehr hohen Arten- und Individuenmenge in den Höhlen und Spalten des sog. Litorals, einer Ansammlung von Felsen unterschiedlichster Größe des Uferbereiches. Im Aquarium wird genauso ein Lebensraum nachgebildet und mit Steinen ein Aufbau an der Rückscheibe aufgestapelt Unser Tipp: Eine dünne Acrylglasscheibe schützt die Bodenscheibe des Aquariums vor Spannungen. Der Bodengrund kann aus Kies mit 2–3 mm Körnung bestehen und anders als in einem Pflanzenaquarium wird hier kein Pflanzennährboden unter dem Kies benötigt, denn die hier verwendeten Pflanzen wie Javafarn- und Anubisarten wachsen mit Haftwurzeln auf dem Steinaufbau fest.

Das Wasser bitte hart

Der Malawisee hat eine hohe Karbonathärte (mind. 8) und einen daraus resultierenden leicht alkalischen pH-Wert. Gute Nachrichten also für die meisten Haushalte in Deutschland, die eher mittelhartes und hartes Wasser haben. Bei einem solchen Ausgangswasser muss man an der Wasserchemie keine Veränderungen vornehmen. Da ein Malawisee-Aquarium mit langsamer wachsenden Pflanzen besetzt ist, sollten die anfallenden Stoffwechsel-Endprodukte wie Stickstoff- und Phosphatverbindungen per Wasserwechsel (wöchentlich 20 % des Aquariumvolumens) oder Spezialfiltermedium entfernt werden.

Die Fütterung ist einfach

Malawisee-Buntbarsche gehören in die Kategorie der einfach zu haltenden Aquarienfische, was auch die Fütterung einschließt. Sie können mit handelsüblichem Aquarienfutter ernährt werden, wobei Arten, die den Algenaufwuchs auf den Steinen abweiden, gerne auch Flocken- und Granulatfutter mit pflanzlichem Anteil aufnehmen.

Der Malawisee

Als erster Superlativ ist die schiere Größe zu nennen, denn die Bezeichnung „See“ ist für dieses Binnenmeer mit Wellengang und Gezeiten schon fast eine Beleidigung. Den neuntgrößten See der Erde mit einer Länge von 560 km und einer Breite von 50 km teilen sich die Anrainerstaaten Tansania, Malawi und Mosambik. Das Ufer besteht zum größten Teil aus abgerundeten Felsen in verschiedenen Größen und Formen. Die auf diesen wachsenden Algen sind die Lebensgrundlage der hier vorkommenden Buntbarsche, die den sog. Aufwuchs mit speziellen Raspelzähnen abweiden