Garnelen - die heimlichen Stars der Aquaristik

Wohl keine andere Gruppe von Aquarienbewohnern hat in den letzten Jahren einen so stürmischen Popularitätszuwachs erlebt wie die kleinen, bunten Krebstiere. Waren sie zu Beginn des Siegeszuges als gute Algenfresser in Fischaquarien gefragt, so spezialisieren sich jetzt immer mehr Aquarianer auf die reine Haltung von Garnelen.

Garnelen gehören zu den Krebstieren und haben zehn Beinpaare. Der von einem Außenskelett aus Chitin umgebene Körper lässt sich in drei Teile, den Kopf (Cephalon), Brust (Thorax) und den Hinterleib (Abdomen oder Pleon), einteilen. Unter dem Körper sitzen die Schreitbeine, mit denen die Garnelen auf festen Untergründen laufen können. Die Schwimmbeine sind für die Fortbewegung im Freiwasser vorgesehen und mit ihnen schwimmen die Krabbler wie U-Boote durch das Wasser. Im Gegensatz zu Krebsen haben die Garnelen kleine Scheren, die zum Festhalten und Zerteilen der Nahrung dienen. Kleine Futtersticks werden mit den Scheren gehalten und von den Mundwerkzeugen (Maxillipeden) abgefräst.

Die meisten der Zwerggarnelen sind die idealen Bewohner kleinerer Aquarien. Ab 10 l Volumen aufwärts steht der Pflege von Garnelengruppen nichts mehr im Wege, wobei natürlich auch etwas größere Aquarien – z.B. mit 60 cm Kantenlänge – sehr gut geeignet sind. Viele der gehandelten Garnelenarten stellen keine großen Ansprüche an die Temperatur, wohl aber an das verwendete Filtersystem, denn gerade Junggarnelen werden schnell einmal in die Ansaugöffnung eingezogen und sterben. Entweder verwendet man ein luftbetriebenes Filtersystem oder man platziert Vorfiltermaterialien so vor oder hinter der Ansaugöffnung, dass nichts passieren kann.

Die im Moment farbenprächtigsten Zwerggarnelen stammen aus Sulawesi, wo ständig neue Farbformen entdeckt werden. Als die Kardinalsgarnele zum ersten Mal aus dieser Region eingeführt worden ist, konnte man gar nicht glauben, dass diese farbenprächtigen und mit 2 cm Länge wirklich klein bleibenden Garnelen aus dem Süßwasser stammen. Aber auch die anderen hier gezeigten Garnelen sind eine Augenweide und besonders schön ist, dass sie sich bei guten Haltungsbedingungen auch züchten lassen (bis auf die Amano-Garnele). Regelmäßig entlassen die Weibchen bereits fertig entwickelte Junggarnelen aus dem Schutz ihrer Schwimmbeine, mit denen sie erst die Eier und dann die Larven festhalten. Als Fazit kann man sagen, dass Garnelen das Hobby Aquaristik ungemein bereichern und gut zu halten sind. Nur einen Fehler darf man nie machen: Sobald Garnelen das Wort Knoblauchsauce hören, sterben sie vor Schreck.

Reagieren Garnelen empfindlich auf die Wasserqualität?

Wenn sich Garnelen einmal eingewöhnt haben, sind sie relativ unempfindlich. Worauf man aber bei neu erworbenen Tieren besonders achten sollte, ist das langsame Einsetzen der Tiere. Hierzu füllt man die Transporttüte langsam und schrittweise über ca. eine Stunde mit Aquariumwasser auf. Dann haben sich die Garnelen angepasst und können gefahrlos eingesetzt werden.

Werden Garnelen krank?

Über die glücklicherweise selten vorkommenden Krankheiten von Garnelen ist noch nicht sehr viel bekannt und es gibt z.Zt. auch keine Medikamente im Zoofachhandel zu kaufen. Häufig verliert man Tiere, wenn die zusammen mit ihnen gepflegten Fische behandelt werden. Garnelen reagieren extrem empfindlich auf Schwermetalle, die häufig in Medikamenten enthalten sind. Auch Anti-Algen- oder Schneckenmittel können nicht immer mit Garnelen zusammen angewendet werden. Bitte schauen Sie unbedingt in die Produktinformation.

Können neue Wasserpflanzen Garnelen schädigen?

Ja, das kann vorkommen. In seltenen Fällen sind Rückstände der Herbizide auf den Pflanzen, die dazu führen können, dass Garnelen innerhalb kürzester Zeit sterben. Bitte fragen Sie unbedingt vorher den Fachhändler, wie lange die Pflanzen schon in der Anlage sind. Erst kürzlich eingetroffene Exemplare sollten Sie 7 Tage in einer Glasvase auf der Fensterbank hältern und das Wasser einige Male tauschen. So können Sie sicher sein, dass Ihren Garnelen nichts passiert.

Muss ich Garnelen besonders verpacken, wenn ich sie transportiere?

Im Prinzip werden Garnelen so verpackt wie Fische auch: In einer Transporttüte mit dem Originalwasser und genügend Luft in der verschlossenen Tüte. Bei Garnelen muss man aber etwas zum Festhalten mit in das Wasser geben wie z.B. ein altes Wasserpflanzenblatt oder ein wenig grobe Filterwatte. Sonst halten sich die Tiere aneinander fest und verletzen sich.