Buchtipp

Ratgeber Salmler
Titel:
Ratgeber Salmler
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Dr. Jürgen Schmidt
Art.Nr.:
3931792412
Details:
Gebunden, Großformat, 96 Seiten mit vielen Farbfotos.
Beschreibung:
In diesem Buch werden Salmlerarten, sowie deren Haltung, Pflege und Zucht ausführlich dargestellt.

Der Glühlichtsalmler – eine leuchtende Erscheinung

Nahe der brasilianischen Grenze zu Guyana entspringt der Rio Essequibo. Hier lebt der kleine Salmler aus der Unterfamilie Tetragonopterinae, allgemein als Glühlichtsalmler bekannt. Die Grundfärbung seines Körpers ist ein durchscheinendes Bernsteingelb, so dass er eigentlich ein unscheinbarer Salmler wäre, wäre da nicht der kräftig leuchtende orange Streifen, der sich über die gesamte Länge der Flanken erstreckt. Durch diesen wird der kleine Fisch zu einer attraktiven Erscheinung, die sich keineswegs hinter anderen Salmlern, wie zum Beispiel Neon verstecken braucht.

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Der Glühlichtsalmler erreicht eine maximale Länge von 4 cm, wobei die Männchen etwas kleiner bleiben. Sein orangefarbener Streifen beginnt oberhalb des Auges und zieht sich vorübergehend abgeschwächt, und dann wieder an Leuchtkraft zunehmend, bis zur Schwanzwurzel. Am Ansatz der Rückenflosse befindet sich ebenfalls ein orangefarbener kleiner Fleck. Einige weißliche Flossenstrahlen befinden sich an Rücken-, After- und Brustflossen. Wie die Mehrzahl der Salmler verfügt auch diese Art über eine Fettflosse, die sich zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet.

Die Unterscheidung der Geschlechter ist relativ einfach, da die Weibchen im Allgemeinen kräftiger gebaut sind.

Für die erfolgreiche Pflege dieser Art ist ein Aquarium mit mindestens 60 cm Kantenlänge von Vorteil. Auch wenn sich die Art gegenüber der Wasserbeschaffenheit als sehr tolerant zeigt, sollte man nicht vergessen, dass sie eigentlich aus einem sauren Lebensraum stammt. Es ist daher wichtig, auf einen pH-Wert zwischen 6 bis 7 und eine Karbonathärte von 3 bis 8 zu achten.

Die Einrichtung des Aquariums sollte neben einer dichten Bepflanzung, aus Moorkienwurzeln und Schieferplatten gestaltet werden. In Verbindung mit einem nicht zu hellen Bodengrund, wirkt sich diese Art der Gestaltung positiv auf die Farbenpracht der Fische aus. Zu der bereits oben erwähnten, dichten Bepflanzung eignen sich feinfiedrige Pflanzen, wie zum Beispiel Cabomba oder Myriophyllum-Arten, als Schwimmpflanzen ist das Lebermoos (Riccia fluitans) oder Sumatrafarn (Ceratopteris thalictroides) zu empfehlen.

Da der Glühlichtsalmler in der Natur in Schwärmen lebt, ist auch im Aquarium eine Gruppe von mindestens 10 Exemplaren zu befürworten. Sie bilden kleinere Grüppchen von ca. 4 bis 6 Tieren, die sich bei einer vermeintlich auftretenden Gefahr wieder zu einem Schwarm zusammenschließen. Die Bildung dieser kleineren Trupps ermöglicht die Beobachtung eines interessanten Sozialverhaltens. Jede Gruppe besteht aus einem dominanten Männchen, einigen Weibchen und ein und zwei unterdrückten Männchen. Jeder Trupp besetzt ein abgegrenztes Revier, welches meist von einer Wurzel oder anderen Dekorationsgegenständen überragt wird und einige Zentimeter über dem Bodengrund liegt.

Zur Vergesellschaftung des Glühlichtsalmlers eignen sich andere kleine Salmler, wie zum Beispiel Neonsalmler, Roter von Rio oder Zwergziersalmler der Gattung Nannostomus. Auch kleinere Buntbarsche wie der Schmetterlinsbuntbarsch (Microgeophagus ramirezi) und Saugwelse der Gattung Otocinclus sind als Beifische geeignet.

Um Krankheiten, wie zum Beispiel Bauchwassersucht vorzubeugen, ist auf die Wasserhygiene zu achten. Die Überempfindlichkeit dieser Art gegenüber bestimmten chemischen Substanzen, welche in verschiedenen Präparaten zu finden sind, ist keinesfalls zu vernachlässigen. Im Allgemeinen wird in den Beipackzetteln auf die Kontraindikationen bei Salmlern hingewiesen, diese Hinweise sind unbedingt zu beachten.

Hinsichtlich seines Futters ist dieser Fisch nicht sehr wählerisch, solange es von fleischlicher Natur ist und für sein kleines Maul geeignet ist. Flockenfutter und feines Granulatfutter werden gerne genommen. Als Abwechslung empfiehlt sich ein gelegentliches Verabreichen von Lebend- oder Frostfutter, wie zum Beispiel Wasserflöhe (Daphnien).

Zur Zucht eignet sich bereits ein etwa 20 Liter fassendes Aquarium, das mit einigen Stängeln einer feinfiedrigen Pflanze bestückt ist. In dieses setzt man zwei bis drei gut genährte Weibchen und füttert diese vermehrt mit Lebendfutter. Einige Tage später, wählen Sie das rundlichste Weibchen aus und ersetzen die anderen Weibchen durch ein Männchen. Zuerst wird das Männchen noch vom Weibchen gejagt, doch nach ca. 1 Stunde beginnt das Männchen mit der Werbungszeremonie. Die ersten Laichabgaben sind meist um die Mittagszeit, in einer dunklen Ecke am Boden des Aquariums zu entdecken. Indem er sich parallel zu ihr positioniert und dabei seinen Bauch nach oben dreht, fordert das Männchen das Weibchen zum Ablaichen auf. Ist das Weibchen bereit, dreht es sich ebenfalls auf den Rücken, und beide geben ihre Geschlechtsprodukte gleichzeitig ab. Im Bruchteil einer Sekunde werden auf diese Art 10 bis 12 Eier abgegeben. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals in den folgenden Stunden.

Da die Eier der Glühlichtsalmler nur gering haftfähig und sehr lichtempfindlich sind, sollte das Zuchtaquarium nach dem Ablaichen ohne Beleuchtung auskommen. Nach ca. 24 Stunden beginnen die Larven zu schlüpfen, nach weiteren 5 Tagen beginnen die Jungfische frei zu schwimmen. Ab diesem Zeitpunkt sollte mit der Fütterung begonnen werden, hierfür eigenen sich Infusorien oder feinpulverisiertes Trockenfutter. Nach weiteren 5 Tagen kann der Speiseplan mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien ergänzt werden.

Bei Einhaltung der oben bereits erwähnten Haltungs- und Pflegehinweise gehört der Glühlichtsalmler zu den prächtigsten Aquarienfischen.