Harnischwelse

L- Welse

Ende der 80er Jahre kamen plötzlich farbenprächtige Harnischwelse in den Handel. Man war von der Farbenpracht überwältigt.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Welse eher die „grauen Putzer“ unter den Aquarienfischen. Diese wunderschönen Fische lösten einen regelrechten Wels-Boom aus. Um die ständig mehr werdenden Arten auch benennen zu können wurden diese mit fortlaufenden L-Nummern versehen bis die Arten endgültig bestimmt wurden.

FotoFotoFoto

Alle L-Welse gehören zur Familie der Harnischwelse und kommen ausschließlich in Südamerika (Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Peru, Ecuador, Paraguay und Teilen Boliviens) vor.

Alle sogenannten L-Welse sind bodenlebend. Es gibt kleinbleibende Arten und solche die in der Natur bis zu einem Meter groß werden. Unser Aquarium muß natürlich der Endgröße angepasst sein. Die meisten L-Welse bevorzugen eine Temperatur von 26-28°C. Nur die aus Paraguay importierten Arten sollte man um die 23°C halten.

Bei der Wasserqualität sind die meisten Arten sehr anpassungsfähig. Der pH-Wert sollte zwischen 6 und 7,5 liegen. Die Härte sollte sich im mittleren (4 bis 10° KH) Bereich befinden. L-Welse lieben sauberes, kristallklares Wasser und viele Versteckmöglichkeiten (Wurzeln, Steine, Röhren, etc.). Wurzeln werden auch abgeraspelt und sind für die Verdauung unerlässlich.

Der Bodengrund sollte aus rundem Kies oder Sand bestehen. Auf keinen Fall darf er scharfkantig sein.
Zu beachten ist auch, dass alle Welse sehr empfindlich auf Medikamentengabe reagieren. Vor allem Medikamente auf Kupferbasis, wie sie z.B. gegen Oodinium oder Schnecken eingesetzt werden, sollte man auf keinen Fall verwenden.

Der Filter sollte entsprechend groß dimensioniert sein. Auch ein regelmässiger Teilwasserwechsel (1/3 des Beckeninhalts alle 2-3 Wochen, besser wäre jede Woche 10 %) ist für das Wohlbefinden der Welse unerlässlich. Beim Wasserwechsel bitte ein gutes Aufbereitungsmittel verwenden. Das Aquarium sollte nicht zu hell beleuchtet werden. Bei der Bepflanzung eignen sich Cryptocorynen, Microsorien und Anubias auch für schwächer beleuchtete Aquarien.

Die meisten Welse werden erst in der Dämmerung aktiv. Dies sollte man auch bei der Fütterung berücksichtigen.

Fast reine Vegetarier unter den L-Welsen sind Peckoltia, Ancistrus, Cochliodon, Baryancistrus, Hypostomus, Glyptoperichthys, Pterygoblichthys, Liposarcus und Panaque.

Tierische Kost bevorzugen Pseudacanthicus, Scobiancistrus, Hypancistrus und Leporacanthicus.
Um Ihnen die Haltung dieser wunderschönen Tiere schmackhaft zu machen, werden wir in den nächsten Wochen unser Programm an L-Welsen stark ausweiten. Sollten Sie Zuchterfolge mit L-Welsen haben, teilen Sie uns dies bitte mit. Wir veröffentlichen gerne Ihren Zuchtbericht in einer unserer nächsten Ausgaben.

Einige Arten werden zwar schon regelmässig nachgezüchtet. Dennoch steckt die L-Welszucht noch in den Kinderschuhen. Und seien wir doch ehrlich. Nichts macht mehr Freude als wenn sich unsere Pfleglinge
fortpflanzen.