Kardinalfisch

Der Kardinalfisch ist ein aus China stammender Klassiker. Er ist ungemein hart im Nehmen, andererseits zeigt er seine volle Farbenpracht nur unter guten Haltungsbedingungen. Dann aber verwandelt sich der im Verkaufsaquarium eines Fachgeschäfts meist unscheinbar aussehende Fisch mit seinen undefinierbaren Farben zu einer wahren Pracht. Der Kardinalfisch, Tanichthys albonubes, gehört zu den Karpfenfischen (Cypinidae), und ist Bestandteil der Unterfamilie Rasborinae, die unter anderem auch Gattungen wie Brachydanio, Danio und natürlich auch Rasbora enthält. Der Kardinalfisch besitzt keine Barteln. Sein relativ langgestreckter Körper erreicht eine Länge von 4 cm. Den Kardinälchen wird bisweilen unterstellt, er stamme aus den Tropen. Tatsächlich bewohnt er aber Bäche der „Berge der weißen Wolken“. Daher der Name „albonubes“, die in der Gegend von Kwangtung im Südosten Chinas liegen. Die dortigen Wassertemperaturen sind nicht sehr hoch, sondern bewegen sich in einem Bereich von lediglich 15 bis 20° Celsius.

FotoFoto

Pflege und Haltung

Für die angemessene Pflege von 12 (6 sind das Minimum) Kardinalfischen eignet sich hingegen bereits ein 60 Liter fassendes Aquarium. Kleinere Behälter sollte man nicht in Erwägung ziehen, da er ein unermüdlicher Schwimmer ist, der einfach ein gewisses Minimum an Platz für seine Entfaltung benötigt. Obwohl sich die Fische meistens nahe der Oberfläche aufhalten, scheuen sie sich nicht, auch die mittleren Wasserschichten aufzusuchen oder in Bodennähe herumzuschwimmen und nach Fressbarem zu suchen. Die Art ist heliophil, das heißt, sie benötigt eine intensive Beleuchtung. Als Bodengrund wird am Besten ein heller, nicht zu grober Aquarienkies verwendet.

Eine reichliche Bepflanzung mit Arten wie argentinische Wasserpest (Elodea densa), Hornkraut (Ceratophyllum demersum), Haarnixe (Cabomba aquatica) und anderen buschig wachsenden Pflanzen. Kleine Wasserkelche, wie z.B. Cryptocoryne walkeri oder Cryptocoryne willisii können diesen beigesellt werden, ebenso wie Javamoos (Vesicularia dubyana), das den Grund und die Seitenwände des Aquariums überzieht. Um einen ausreichenden Schwimmraum zu garantieren, sollte die Oberfläche weitgehend frei bleiben. In einem normal temperierten Zimmer ist eine Beheizung nicht erforderlich. Im Falle eines Gesellschaftsaquariums sind jedoch stets die Ansprüche der anderen Fische zu bedenken. Für den Kardinalfisch müssen 26° als absolutes Maximum gelten. Wird dieser Wert längere Zeit überschritten, kann dies den Tod des Fisches zur Folge haben.

Der Wasserbeschaffenheit kommt keine größere Bedeutung zu, solange der Nitratwert 50 mg nicht überschreitet. Die Filterung sollte in einem einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche endendem Auslaß münden, der eine gewisse Strömung verursacht, die die Fische zu schätzen wissen. Der Kardinalfisch kann auch in der Zeit zwischen dem späteren Frühjahr bis weit in den Herbst im Freiland gehalten werden, wenn die klimatischen Bedingungen den zuvor beschriebenen Verhältnissen entsprechen. Hierbei ist zu beachten, dass der Teich keine Bewohner beheimatet, die dem kleinen Kardinal gefährlich werden, wie z.B. Libellenlarven, Wasserspinnen und einige Schwimmkäfer.

Ernährung

Der Kardinalfisch ist hinsichtlich seines Futters wenig anspruchsvoll. Selbst ganze Tubifex- Würmer sind für die 4 cm großen Fische kein Problem. Liegt das begehrte Nahrungsstück erst auf dem Grund des Aquariums, scheuen die Tiere keine Mühen, dieses sicherzustellen. Das Futterangebot muss zwischen Trocken-, Lebend- und Frostfutter so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden. Besonders begehrt werden lebende Futtersorten wie Artemia-Nauplien und Hüpferlinge, aber auch Wasserflöhe. Außerdem fressen sie gerne kleine Insekten wie Obst- oder Essigfliegen.

Fortpflanzung

Die Nachzucht dieser Art ist sehr einfach und läuft selbst im Gesellschaftsaquarium ab. Besser eignet sich dazu jedoch ein Artaquarium – in welches ein Pärchen oder wiederum eine Gruppe eingesetzt wird - wenn man die Eier bergen will.

Für das Ablaichen benötigen die Tierchen einige Büschel Javamoos, sowie Teichlebermoos für die Oberfläche und eine Wassertemperatur zwischen 22 und 24°C. Bei guter Fütterung laichen die Weibchen ein- bis zweimal pro Woche ab. Vor dem Laichakt dirigiert das Männchen sein auserwähltes Weibchen zu seinem vorgesehenen Laichplatz, der aus dem, wie oben beschriebenen Javamoos bestehen kann. Dort angekommen, begibt sich das Weibchen zuerst ins Dickicht. Das Männchen folgt seiner Partnerin und schmiegt sich dicht an deren Flanken. Hierbei nimmt es eine leicht schräge Stellung ein, bei der es seine Schwanzflosse über den Rücken des Weibchens biegt. Diese Zweisamkeit ist nur von kurzer Dauer und oftmals wird dabei nur ein einzelnes Ei abgelaicht. Die nicht haftfähigen Eier bleiben in dem Pflanzengewirr liegen oder rollen auf den Grund des Aquariums.

Im Allgemeinen werden die Eier von den Elternfischen ignoriert, doch gelegentlich verzehren sie einige davon. Der Kardinalfisch besitzt insgesamt eine ganze Reihe Qualitäten, die es umso verwunderlicher erscheinen lassen, dass ihm oftmals so wenig Interesse entgegengebracht wird.