L-Welse - stachelig, liebenswert und formenreich

Bei den meisten Aquarienfischen werden der deutsche Name und der lateinische Gattungs- und Artenname zur Identifizierung angegeben. Bei den L-Welsen ist es anders, denn diese interessanten Fische haben als wohl wichtigste und gebräuchlichste Bezeichnung den vorgestellten Buchstaben „L“ und danach eine Nummer.

Der Grund hierfür ist die Arten- und Formenvielfalt dieser aus Süd- und Mittelamerika stammenden Fische. Die meistens noch nicht wissenschaftlich beschriebenen Fische wurden unter abenteuerlichen Handelsbezeichnungen wie Vampir-Pleco gehandelt, was bei der Vielzahl von Exporteuren zu einer enormen Verwirrung und Namensunordnung führte. Ende der 80er-Jahre wurde dann das L-Wels-Nummernsystem durch einen Zierfischimporteur, Ichthyologen und einen Aquaristik-Fachredakteur entwickelt.

Das „L“ leitet sich von der Bezeichnung Loricaiidae ab, der Grundbezeichnung für die bauchseitig abgeflachten Fische, die durch Knochenplatten oben in der Haut gut geschützt sind. Das Nummernsystem ist fortlaufend, das heißt, je höher die Nummer desto später wurde der Fisch entdeckt. Mittlerweile wurden mehrere Hundert L-Nummern vergeben. Sobald bislang nur als L-Nummer geführte Arten klassifiziert werden, sollte der Gattungs- und Artname verwendet werden, aber das gut zu merkende Nummernsystem wird in vielen Fällen von Großhändlern, Zoofachhändlern und Aquarianern weiter benutzt.

Der in der Aquaristik wohl bekannteste L-Wels ist der Antennenwels Ancistrus sp., der gerade als Jungfisch ein ausgezeichneter Algenfresser ist. Nicht alle L-Welse ernähren sich von Algen: Es gibt auch L-Welse, die tierische Nahrung bevorzugen, wie der aus dem Rio Xingu stammende L14 (Scobiancistrus aureatus).

Außerdem benötigen viele L-Welse einen Holzanteil in ihrer Nahrung. Bei der Haltung im Aquarium ist das zu berücksichtigen, aber es gibt seit vielen Jahren speziell für die holzfressenden L-Welse Tabletten –  beziehungsweise Chipsfutter mit Holzanteil.

Das kräftig ausgebildete, nach unten weisende Saugmaul ist nicht nur für die Nahrungsaufnahme wichtig, denn in den zum Teil schnell fließenden Biotopen halten sich L-Welse durch Saugkraft an Steinen oder Wurzeln fest. Je nach Art sind L-Welse mehr oder weniger territorial und benötigen im ersten Fall größere Aquarien für die Gruppenhaltung. Da viele Arten dämmerungsaktiv sind, sollten sie kurz vor Ende der Beleuchtungszeit mit Tablettenfutter ernährt werden.