Prachtkärpflinge

Die Nano-Aquaristik hat nicht nur den Stellenwert von Garnelen und Schnecken im Aquarium dramatisch verändert. Viele Fischarten profitieren vom Trend zum Kleinaquarium, vor allem natürlich kleine Arten. Auch Killifische, die bisher als „wenig gesellschaftsfähig“ galten, werden populärer. Dazu zählen neben Leuchtaugenfischen und dem Ringelhechtling auch kleine Prachtkärpflinge aus Afrika. Diese interessanten Fische bringen alles mit, was ein idealer Zierfisch braucht: Farben und Zeichnungen, die mit jedem Korallenfisch mithalten, schöne Flossen und elegante Körper. Und dazu Ansprüche an die Lebensbedingungen, die zu den unterschiedlichsten Aquarientypen passen.

Der schon immer beliebte Kap Lopez (Aphyosemion australe) und seine goldene Zuchtform begeistern seit rund 100 Jahren die Aquarianer weltweit. Diese Art ist regelmäßig als Nachzucht im Handel und sehr anpassungsfähig. Geeignete Wasserwerte umfassen pH-Werte von 6–7,5 und eine Gesamthärte von 1–15 °dGH bei Temperaturen zwischen 18 und 26 °C, das Optimum liegt bei 23–24 °C.

 

Wer ein kühleres Aquarium mit bunten Fischen bevölkern will, kann es mit Arten wie Aphyosemion bochtleri versuchen. Diese Art stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität (bis ca. 10 °dGH, pH-Wert 6–7) und die Ernährung (Lebend-/Frostfutter). Für normale Gesellschaftsaquarien völlig ungeeignet, ist diese Art aus Dschungelbächen in Gabun aber für ein Minibecken ideal, sofern die Temperaturen bei 18–23 °C liegen und keinesfalls für längere Zeit über 25 °C hinausgehen. Genügend Versteckplätze vorausgesetzt, können auch mehrere Paare gemeinsam gepflegt werden. Eine reduzierte Beleuchtung gibt diesen scheuen Fischen Sicherheit.

 

Aus Guinea kommt regelmäßig Gerys Prachtkärpfling (Scriptaphyosemion geryi) in unsere Aquarien. Diese Fische leben in Reisfeldern in der Küstenebene und sind wahre Sonnenanbeter. Dort herrschen deutlich höhere Wassertemperaturen als im Regenwald, je nach Tageszeit 25–30 °C. Dadurch eignen sich diese herrlichen Kleinfische ideal für Nano-Aquarien im oberen Temperaturbereich. Zusammen mit Ringelhechtlingen (Pseudepiplatys annulatus) und Leuchtaugenfischen (Micropanchax normani) lässt sich sogar ein Biotop-Aquarium realisieren. Dabei bevorzugen die Prachtkärpflinge die unteren Wasserschichten, die Leuchtaugenfische die Mitte und die Ringelhechtlinge die Oberfläche.

 

Gemeinsam ist allen Prachtkärpflingen, dass sie eher sparsam, aber regelmäßig gefüttert werden sollten. Lebend- und Frostfutter sind ideal, aber auch gefriergetrocknete Nahrung und Flockenfutter werden von fast allen Arten problemlos akzeptiert. Als „Leckerli“ können Taufliegen (Drosophila) verfüttert werden, was die kleinen Aphyosemion sichtlich auf Touren bringt, weil es den Jagdtrieb reizt und wertvolle Vitalstoffe bietet.