Algen und ihre Eigenheiten

In der Lebensgemeinschaft Aquarium sind Algen ein wichtiger biologischer Bestandteil. Sie produzieren Sauerstoff, dienen den Fischen als Nahrung und sind in Maßen überhaupt kein Problem. In Massen auftretende Algen sind wohl mit das häufigste Problem, aber auch ein deutliches Zeichen, dass die Kreislaufprozesse im Aquarium nicht optimal funktionieren. Mit dieser Checkliste und den folgenden Tipps können Sie die meisten Algenprobleme in den Griff bekommen:

Wie lange ist die Beleuchtung an?

Beleuchtungszeiten von über 9 Stunden können Algenwuchs fördern. Eine Mittagspause von 3-4 Stunden verschiebt das Wachstumsgleichgewicht zugunsten der Pflanze.

Wie alt ist die Beleuchtung?

Leuchtstoffröhren sollten einmal pro Jahr ausgetauscht werden, da sich das Lichtspektrum verschiebt und so Algenwuchs gefördert wird.

Was ist Wasserbelastung?

Algen sind verrückt nach Nitrat und besonders Phosphat. Regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte und ein Wasserwechsel von 20 % pro Woche schützen vor unliebsamen Algen-Überraschungen.

Wachsen Ihre Wasserpflanzen?

Die beste Algenprophylaxe sind gut wachsende Wasserpflanzen, die den Algen die Nährstoffe streitig machen. Bei leichten Algenproblemen hilft es schon, die Wasserpflanzen, z.B. mit einer CO2 Anlage, im Wuchs zu fördern.

Blaualgen (Cyanophyta) Cyanobakterien (1)

Im Aquarium überziehen sie oft in unglaublicher Geschwindigkeit Pflanzen, Wurzeln, Steine, Bodengrund und Dekoration. In den meisten Fällen ist eine zu starke Wasserbelastung mit Nitrat und Phosphat die Ursache für ihr explosionsartiges Wachstum. Man sollte sich nicht täuschen lassen: Bei Messungen kann durchaus ein Ergebnis unter der Nachweisgrenze angezeigt werden. In vielen Fällen stecken die Schadstoffe bereits in den Algen!

Kieselalgen (Bacillariophyceae) Diatomeen (7)

Kieselalgen werden oft fälschlich als „Braunalgen“ bezeichnet, da sie die besiedelte Unterlage braun färben. Genauso breiten sie sich aber auf Scheiben, Dekoration und Pflanzen aus. Ihr wichtigster Nährstoff ist die Kieselsäure (SiO2). Die Aussage, Kieselalgen würden durch zu wenig Licht entstehen, stimmt so vereinfacht nicht. Ihre Lichtansprüche sind allerdings tatsächlich etwas geringer als die anderer Algen.

Grünalgen (Chlorophyta) (2-4)

Die Grünalgen (2: hier die besonders lästige Pelzalge) stellen die wohl bekanntesten Algenarten, wenn sie auch im Aquarium nicht öfter auftreten als z.B. die Rotalgen (5:auf dem Bild am Blattrand Pinselalgen). Die Abteilung enthält rund 500 Gattungen mit etwa 8.000 Arten. Unter den Aquarien-Algen sind einige Grünalgenarten extrem hartnäckig und können oft von Fischen, Garnelen und Schnecken kaum gefressen werden. Andere wiederum sind ausgesprochen hübsch und nützlich, denn sie helfen Nitrat und andere Schadstoffe abzubauen: die „Mooskugel“ Cladophora aegagropila (4). Bei Grünalgen wird besonders deutlich, dass Algenbekämpfung mit chemischen Mitteln sehr fragwürdig ist: Reine Wasserpflanzen, die nur untergetaucht oder als flutende bzw. schwimmende Pflanzen wachsen, stehen den Algen so nahe, dass sie solche Angriffe von Pflanzengiften nicht überleben.

Rotalgen (Rhodophyta) (5)

Die heute in Süßwasseraquarien anzutreffenden Rotalgen stammen aus den Tropen. Genau wie die anderen Algen, lieben sie Lebensräume, in denen starke Oxidation und nur schwache Reduktion herrscht. Rotalgen betreiben häufig „biogene Entkalkung“ und werden durch den ausfallenden Kalk besonders hart, so dass sie von Fischen kaum mehr gefressen werden. Die Empfehlung, bei auftretendem Bartalgenbefall (6) die CO2 Zufuhr zu verstärken, ist also durchaus richtig, da so die biogene Entkalkung verhindert wird.