Aquarienpflanzen richtig düngen

Wasserpflanzen sind für ein gut funktionierendes Aquarium sehr wichtig. Sie versorgen das Aquarium mit lebenswichtigem Sauerstoff, binden Nährstoffe und geben den Fischen Versteckmöglichkeiten. Zudem sehen sie gut aus und machen das Aquarium erst so richtig zum Schmuckstück.

Der wichtigste Pflanzennährstoff ist der Kohlenstoff, den alle grünen Pflanzen für die Photosynthese benötigen. Hierbei wird aus Kohlendioxid und Wasser unter Zuhilfenahme von Sonnenlicht Zucker als Energielieferant produziert. Wenn man Wasserpflanzen einmal trocknet und diese Trockenmasse analysiert, besteht diese zu 50 % aus reinem Kohlenstoff. Um an den begehrten Kohlenstoff zu gelangen, haben es Landpflanzen sehr einfach, denn sie greifen auf den unbegrenzten CO2-Vorrat der Luft zurück. Wasserpflanzen müssen da schon ein wenig tricksen, denn unter Wasser ist der Kohlenstoff begrenzt.

Wie kommt CO2 in das Aquarium

Kohlendioxid (CO2) kann aus der Umgebungsluft in das Aquarienwasser gelangen oder wird direkt im Aquarium durch den Stoffwechsel von Fischen, Mikroorganismen und auch Aquarienpflanzen produziert. Beide Quellen sind aber nicht sehr ergiebig und gut beleuchtete Aquarienpflanzen haben den Vorrat schnell aufgebraucht. Wasserpflanzen können den Kohlenstoff auch aus der Karbonathärte des Aquarienwassers gewinnen, wobei diese gesenkt wird. Dieser Vorgang nennt sich biogene Entkalkung und ist unbedingt zu vermeiden, da ohne Karbonathärte der pH-Wert instabil wird. Um diesen Kohlendioxidmangel auszugleichen und den Aquarienpflanzen den wichtigen Dünger Kohlenstoff zur Verfügung zu stellen, ist eine künstliche Zufuhr von Kohlendioxid unbedingt zu empfehlen.

Die Kohlendioxiddüngung

Die künstliche Zufuhr von Kohlendioxid in ein Aquarium sorgt also nicht nur für einen wesentlich besseren Pflanzenwuchs, sondern kann auch die Stabilität der Wasserchemie positiv beeinflussen. Da Pflanzen nur während der Beleuchtungsphasen Photosynthese betreiben, muss auch nur dann CO2 zugegeben werden. Druckgassysteme sollten durch eine Nachtabschaltung nur tagsüber betrieben werden und die Elektrolysegeräte werden einfach an eine Zeitschaltuhr gekoppelt. Der richtige Kohlendioxidgehalt ist immer abhängig von der Wasserhärte. Je mehr Karbonathärte ein Aquarienwasser enthält, desto mehr Kohlendioxid muss zugegeben werden, damit die Pflanzen es als Nährstoff benutzen können. Die richtige Menge Kohlendioxid richtet sich aber immer auch nach den gepflegten Pflanzenarten, der Beleuchtung und der Düngung.

Das Minimumgesetz

Um zu verstehen, warum Wasserpflanzen nicht richtig wachsen, ist das Minimumgesetz von Carl Sprengel und Justus Liebig wichtig. Es besagt, dass das Wachstum einer Pflanze durch die knappste Ressource begrenzt wird. Auch wenn alle anderen Nährstoffe im Überfluss vorliegen, hat das keinen Einfluss auf das Wachstum mehr. Verdeutlichen kann man sich das, wenn man sich ein Holzfass vorstellt, bei dem eine der Fassgauben kürzer ist. Füllt man jetzt Wasser in das Fass, so steigt der Wasserspiegel nur bis zum kürzesten Brett, egal wie hoch das Fass noch ist.

Nährstoffmangel

Kümmerlich wachsende Wasserpflanzen, bei denen Blätter schnell veralgen und früh absterben, sind ein deutliches Zeichen, dass mit der Nährstoffversorgung etwas nicht stimmt. Auch gelbe Blätter (durch Eisenmangel hervorgerufene Chlorose) oder gelbe Blätter mit grünen Blattadern (Manganmangel) sind Alarmsignale. Meistens liegt eine Kombination von Schädigungen vor, so dass sich die Symptome vermischen und eine optische Beurteilung schwierig machen. Geschwächte Aquarienpflanzen können sich nicht so gut gegen Algenbewuchs wehren wie gesunde Pflanzen und durch den Bewuchs der Blätter wird die Lichtaufnahme bei der Photosynthese zusätzlich behindert.

Wie wird richtig gedüngt?

Den generellen Universaldünger gibt es nicht und man sollte mit einer Kombination aus Nährstoffbodengrund - hier nehmen die Pflanzen die Spurenelemente mit den Wurzeln auf - und Flüssigdünger arbeiten. Bei den Flüssigdüngern gibt es die sogenannten Volldünger, die das gesamte Spektrum an Nährstoffen enthalten, und Spezialdünger, wie z.B. Tagesdünger. Hier sind die besonders schnell aus dem System verschwundenen Elemente Eisen und Kalium enthalten, die dem Aquarium täglich zugegeben werden. Zur Ergänzung empfiehlt es sich auch, mit Düngestäbchen, Tabletten oder Kugeln einzelne Pflanzen gezielt zu düngen. Wie viel man düngen sollte, hängt von der Pflanzengesellschaft, der Lichtmenge (ein stark beleuchtetes Aquarium benötigt mehr Nährstoffe) und der Kohlenstoffdüngung ab. Als Richtwert kann man den Eisengehalt mit einem Tropfentest messen. Bei 0,1 mg/l Eisen im Aquarienwasser kann man davon ausgehen, dass auch die anderen Nährstoffe in ausreichender Menge verfügbar sein sollten. Auch der "grüne Daumen", also die subjektive Beurteilung der Pflanzen, ist ein guter Indikator für die richtige oder falsche Düngung.