Buchtipp

Handbuch Aquarientechnik
Titel:
Handbuch Aquarientechnik
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Hanns-J. Krause
Art.Nr.:
3273
Details:
176 Seiten, gebunden. 4. vollständig überarbeitete Auflage.
Beschreibung:
Dipl.Ing. Hanns-J. Krause ist aktiver Aquarianer seit 1950. Über 280 Aufsätze in 23 Aquarienzeitschriften, Fachberatung mehrerer Redaktionen und sieben Bücher über Aquarientechnik und Wasserchemie.

Filtersysteme im Süßwasseraquarium

Schadstoffe entstehen im Aquarium vor allem durch Futterreste, absterbende Pflanzenteile und Fischkot. Diese Schadstoffe müssen durch regelmäßigen Wasserwechsel und effektive Filter entfernt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mechanische und biologische Filter.

Mechanische Filter

Mechanische Filter halten sichtbare Verunreinigungen zurück. Sie werden hauptsächlich als Vorfilter benutzt. Dadurch wird der biologisch arbeitende Filter weniger verschmutzt und dadurch die Standzeit wesentlich erhöht. Wichtig ist, dass man mechanische Filter relativ häufig reinigt und zwar bevor sich der gefilterte Schmutz zersetzt und wieder das Aquarienwasser belastet.

Biologische Filter

Beim biologischen Filter siedeln sich auf der Filtermasse verschiedene Bakterienstämme an, die organische Schadstoffe quasi als Nahrung „verdauen“. Wichtig bei diesem Filtersystem ist, dass man die Filtermasse nicht zu häufig und dann nur in Aquarienwasser, das man zuvor aus dem Aquarium abgesaugt hat, auswäscht. Dadurch werden viele Bakterien auf der Filtermasse erhalten und die biologische Filterwirkung nicht unterbrochen. Wird das Aquarium mit einem Medikament behandelt, leiden auch die Bakterien im Filter. Günstig ist es daher, wenn man vor einer Medikamentenbehandlung den Filter reinigt und einen Teilwasserwechsel durchführt. Sobald die Behandlung abgeschlossen ist, wird wieder ein Teilwasserwechsel mit einem Wasseraufbereitungsmittel durchgeführt und die Filtermasse mit einem Filterbakterienstarter, wie z.B. von JBL, biologisch neu gestartet. Diese Maßnahme gewährleistet, dass die biologische Wirkung des Filters rasch wieder einsetzt.

Bei biologischen Filtern unterscheidet man zwei wesentliche Prozesse. Den aeroben (mit Sauerstoff) und den anaeroben (ohne Sauerstoff) Abbau. Beim aeroben Abbau werden (vereinfacht dargestellt) Eiweiß und Kohlehydrate über Ammonium/Ammoniak zu Nitrit und dieses weiter zu Nitrat abgebaut. Nitrat wird hauptsächlich anaerob, daher in sauerstofflosem Milieu abgebaut oder durch Wasserwechsel entfernt. Biologische Filter sollten immer etwas überdimensioniert sein. Dadurch verlängern sich die Reinigungsintervalle und die biologische Wirkung wird erhöht. Sollten Sie sich weiter für die chemischen Abläufe interessieren, können wir ihnen die Bücher „Handbuch Aquarienwasser“ und „Handbuch Aquarientechnik“ empfehlen.

Merke:
Der beste biologische Filter ersetzt nicht den regelmäßigen Teilwasserwechsel!!!

Zu bedenken ist, dass alle biologischen Filter, die Schadstoffe aerob verarbeiten, „Eisenfallen“ sind. Daher sollten Sie Eisen (FE) am besten täglich über einen Tagesdünger zuführen. Ihre Aquarienpflanzen werden es Ihnen danken.

Einfahren eines Filters

Bei der Neueinrichtung kann man sehr gut folgenden Ablauf beobachten. Nach 2 bis 5 Tagen steigt der Ammonium oder Ammoniakgehalt (je nach pH-Wert) sprunghaft an. Dadurch können sich die Bakterien, die diesen Schadstoff verarbeiten, gut vermehren und bauen das Ammonium zu Nitrit ab. Nach 5 bis 14 Tagen steigt durch diesen Abbau der Nitritwert stark an. Wurden zu diesem Zeitpunkt schon viele Fische eingesetzt, kann es zu starken Verlusten kommen. Durch den hohen Nitritwert vermehren sich die nitritabbauenden Bakterien und verarbeiten Nitrit (NO2) in das weniger giftige Nitrat (NO3).
Damit bei einer Neueinrichtung diese Abbaukette schnellst-möglich in Gang gesetzt wird, sollte man folgendermaßen vorgehen.

Aquarium einrichten und befüllen und nach einem halben Tag ein Bakterienpräparat zusetzen. Eine leichte Wasserbelastung (z.B. durch eine halbe Futtertablette täglich oder durch 2 oder 3 algenfressende Fische, die man ein wenig füttert) herbeiführen. Mit einem Nitrittest täglich prüfen ob der Nitritwert sich erhöht bzw. dann wieder fällt. Sobald kein Nitrit mehr messbar ist, kann man davon ausgehen, dass dies in Nitrat verwandelt wurde. Jetzt kann man bedenkenlos Fische zusetzen. Sie sollten jedoch trotzdem den Nitritwert die nächsten 4 Wochen regelmäßig testen. Sollte der Wert wieder ansteigen, setzen sie einfach ein Bakterienpräparat zu. Wir führen viele verschiedenste Filtersysteme.

Bitte wenden Sie sich an unser Verkaufpersonal. Wir beraten Sie gerne.