Buchtipp

Aquarienpflanzen
Titel:
Aquarienpflanzen
Verlag:
Ulmer Verlag
Autor:
Christel Kasselmann
Art.Nr.:
57221
Details:
500 Seiten, gebunden.
Beschreibung:
Aquarienpflanzen erfreuen sich mehr denn je einer erstaunlichen Popularität. Dieser DATZ-Atlas bietet enen umfassenden Überblick über mehr als 300 Wasser- und Sumpfpflanzen. Angaben über die spezielle Ökologie der einzelnen Arten auf der Grundlage von zahlreichen Untersuchungen an ihren natürlichen Standorten.

Stengelpflanzen – der grüne Bilderrahmen

Stengelpflanzen werden vorzugsweise an den Aquarienrändern, sowie im Mittel- und Hintergrund gepflanzt. Betrachtet man nun das Aquarium als Bild, so bilden die Stengelpflanzen den Bilderrahmen.

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Die Stengelpflanzen verdanken ihren Namen dem gemeinsamen Kennzeichen, dem minder kräftigen Stengel mit Blättern. Ihre Vertreter werden meist in kleinen Gruppen aus gleichartigen Exemplaren in der Dekoration verwendet. Lichterfordernisse, Wasserwerte und Temperaturen differieren stark bei den einzelnen Unterarten. Die Stengelpflanzen werden in 3 Untergruppen gegliedert:

Bei „Stengelpflanzen mit quirlständig geordneten Blättern“ wachsen drei oder mehr Blätter an einem Knoten in gleicher Höhe rund um den Stengel. Beispiele für diese Untergruppe sind:

Besonders bekannt ist aus dieser Untergruppe die Egeria densa (Argentinische Wasserpest). Die Egeria densa fühlt sich wohl bei Temperaturen zwischen 20 bis 24°C, benötigt eine Karbonathärte von 8 bis 15 KH und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Die Stengel sind etwas spröde und umgeben von engstehenden Quirlen, sowie ungestielten 2 cm langen und 0,5 cm breiten Blättern. Am glatten Blattrand befinden sich ca. 30 sehr feine Zähnchen.

Mindestens ebenso bekannt und beliebt ist auch das Ceratophyllum demersum (Gemeines Hornkraut). Diese Art wird vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 18 und 28° C, einer Karbonathärte von 5 bis 15 KH und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 gehalten. Diese Pflanze treibt wurzellos unterhalb des Wasserspiegels. In der freien Natur sind die etwas brüchigen Stengel mit wurzelähnlichen Organen am Boden verankert. Das Ceratophyllum demersum hat gabelig geteilte, quirlständige, dunkelgrüne Blätter, welche mit weichen Dornen besetzt sind.

Bei „Stengelpflanzen mit gegenständig geordneten Blättern“ bilden zwei Blätter an einem Knoten ein Paar. Die Blattform ist überwiegend ungeteilt, selten gefiedert oder gabelig.

Sehr beliebte Vertreter diese Untergruppe sind die Wasserfreundarten der Gattung Hygrophilia. Hygrophilia werden bei Temperaturen zwischen 20 bis 28 °C und Wasserwerten zwischen 2 bis 15 °KH, sowie einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 gehalten. Während sich der Große Wasserfreund „Hygrophila corymbosa aufgrund seiner stattlichen Höhe von immerhin 60 cm, lediglich zur Bepflanzung von größeren Aquarien eignet, ist der Thailändische Wasserfreund „Hygrophila stricta“, eine Wuchsform des großen Wasserfreundes, auch für kleinere Aquarien geeignet. Ein besonderes Merkmal des Thailändischen Wasserfreundes sind die dekorativ aussehenden Seitensprossen der Pflanze. Alle Wasserfreundarten eignen sich hervorragend als Erstbesatz für neu eingerichtete Aquarien.

So ist z.B. der Indische Wasserwedel oder Wasserstern „Hygrophila difformis“ eine sehr anspruchslose und dennoch sehr dekorative Pflanze. Die Hygrophila difformis kann ausgewachsen eine Höhe von bis zu 50 cm erlangen und hat gefiederte kreuzgegenständige Blätter. Sie eignet sich hervorragend für Anfänger, zumal auch die Vermehrung mühelos über Stecklinge funktioniert.

Ebenfalls ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten Wasserpflanzen stehen auch die Ludwigien-Arten. Ludwigien werden bei Temperaturen zwischen 20 bis 30 °C und Wasserwerten zwischen 2 bis 15°KH, sowie einem pH-Wert von 5,5 bis 7,5 gehalten.

Ein bekannter Vertreter dieser Unterart ist die Ludwigia repens, oder auch Kriechende Ludwigie genannt. Dieses Nachtkerzengewächs stammt aus dem tropischen Nord- und Mittelamerika, wird bis zu 50 cm hoch und zeichnet sich durch ihre rundlichen, kurz und kreuzgegenständig angeordneten Blätter aus. Auffallend sind die unterschiedlichen Blattseiten, während die Oberseiten der Blätter olivgrün sind, strahlen die Unterseiten, je nach Beleuchtungsstärke von rötlich bis hin zu einem tiefen rot. Dieses wunderschöne Exemplar entfaltet seine volle Pracht erst bei niedrigen Temperaturen. Die Ludwigie braucht einen gut gedüngten Bodengrund und eine gute Kohlendioxidversorgung.

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Bei „Stengelpflanzen mit wechselständig geordneten Blättern“ wachsen einzelne Blätter am Knoten und sind meist spiralig um den Stengel gruppiert. Die Blattform ist bei dieser Untergruppe meist verschieden, ungeteilt und selten in mehrere Spitzen aufgeteilt.

Als Beispiel dieser Untergruppe wäre das Mayaca fluviatilis (Brasilianisches Mooskraut) zu erwähnen. Das Mayaca fluviatilis schätzt Temperaturen zwischen 24 und 26°, sowie eine Karbonathärte zwischen 2 und 8 KH und einen pH-Wert zwischen 6,0 bis 7,0. Dieses Mooskrautgewächs stammt ursprünglich aus den Tropen und Subtropen Amerikas und zeichnet sich durch seinen dünnen submersen Stengel, welcher von wechselständigen Blättern umringt ist, aus. Die Mayaca fluviatilis ist extrem lichtbedürtig und sollte daher im unbedingt einen freien Standplatz im mittleren bis vorderen Bereich des Aquriums erhalten.

Im Gegensatz zur Egeria densa (Argentinische Wasserpest), gehört die Lagarosiphon major (Krause Wasserpest) zu den Stengelpflanzen mit wechselständig geordneten Blättern. Die Lagarosiphon major kommt aus Südafrika und zeichnet sich durch den leicht brüchigen Stengel, welcher von wechselständigen Blättern in engen Spiralen umgeben ist. Sie benötigt Temperaturen von 18 bis 22°C, sowie eine Karbonathärte von 5 bis 12 KH und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,8.

Eine anspruchsvolle Gruppenpflanze für hell stehende Becken mit guten Wasserbedingungen ist die Proserpinaca pectinata (Tropischer Wasserkamm). Am dünnen Stengel wachsen wechselseitig hellgrüne, fiederschnittige Blätter, welche ca. 2 bis 3 cm lang und 1 cm breit sind. Die Proserpinaca pectinata benötigt Temperaturen zwischen 22 und 28°C, sowie eine Karbonathärte von 2 bis 10 KH und einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0.

Diese Auswahl an beliebten Aqurienpflanzen sollte es jedem Aquarianer ermöglichen, einen abwechslungsreichen, aber auch pflegeleichten Bilderrahmen für sein Aquarium zu erstellen. Besonders die hier genannten Stengelpflanzen sind einfach zu vermehren und bei artgerechter Haltung dankbar und unkompliziert.

Warum ist CO2 so wichtig?

Für gutes Wachstum brauchen Wasserpflanzen ausreichend CO2 (Kohlendioxid). Fehlt es, dann kümmern die Pflanzen und unerwünschte Algen können sich ausbreiten. Woran liegt das?

CO2 ist für alle Wasserpflanzen der Lieferant für Kohlenstoff. Dieser Kohlenstoff ist nötig für die Photosynthese, in der jede Pflanze Kohlenstoff, Wasser und Lichtenergie in Zucker und Sauerstoff umbaut. Der dabei entstehende Sauerstoff ist für die Fische und alle Kleinlebewesen lebenswichtig. Ohne CO2 keine Photosynthese, kein Pflanzenwachstum und kein Sauerstoff für die Fische.

Während Landpflanzen Ihren CO2-Bedarf leicht aus der Luft decken, können unsere Wasserpflanzen im Aquarium nur das CO2 verwerten, das im Wasser gelöst ist. In der Natur liefert der schlammige Boden der Gewässer und Grundwasser aus Sickerquellen stetig ausreichend CO2. Im Aquarium ist das anders, denn es fehlt die hohe Schlammschicht, bzw. die CO2 spendenden Sickerquellen. Zusätzlich entweicht über die Wasseroberfläche leicht CO2 in die Luft. Den Rest nehmen die Wasserpflanzen gierig auf, so dass schnell ein CO2-Mangel entsteht. Die Folge sind kümmerlicher Pflanzenwuchs und zu hohe pH-Werte.

Die CO2-Düngung verbessert sichtbar das Wachstum der Pflanzen und sorgt so für ein gesundes, sauerstoffhaltiges Milieu für die Fische. Für optimales Pflanzenwachstum bieten wir Ihnen gerne die für ihr Aquarium richtig dimensionierte CO2-Düngeanlage an.