Buchtipp

Hovawart
Titel:
Hovawart
Verlag:
Kosmos Verlag
Autor:
Yvonne Kejcz
Art.Nr.:
3440077705
Details:
123 Seiten, gebunden
Beschreibung:
Früher bewachten Hovawarte den Hof, heute sind sie in erster Linie intelligente und verspielte Familienhunde und sportliche Freizeitpartner, die in vielerlei Ausbildung und Sportarten brillieren. Die Hovawart-Expertin Dr. Yvonne Kejcz beschreibt, was diese liebenswerten Hunde wirklich brauchen.

Hovawart

Schnell, temperamentvoll, spielfreudig und bewegungshungrig – das ist der Hovawart. Auch wenn der Hovawart früher als Haus-, Hof- und Leibwächter diente, was er auch heute noch gerne tut, braucht er Menschen, die sich mit ihm beschäftigen, mit ihm spielen und gerne mit ihrem Hund draußen sind.
Der Standard selbst beschreibt den Hovawart vom äußeren Eindruck her als einen kraftvollen, mittelgroßen, leicht gestreckten und langhaarigen Gebrauchshund mit deutlich sichtbarem Geschlechtsunterschied in Körperbau und Kopfform. Die Hündinnen sind hierbei deutlich feminin mit schmalerem Schädel. Die Augen sind rund bis oval und weder tiefliegend noch hervortretend. Der Gesichtsausdruck vermittelt wache Intelligenz und Aufmerksamkeit. Die Nase ist bei allen Farbschlägen schwarz pigmentiert, eine Wechselnase ist nur bei blonden Hunden zulässig.

Die Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 63 bis 70 cm, die Hündinnen von 58 bis 65 cm, wobei eine Übergröße bis maximal drei Zentimeter toleriert wird. Der Geschlechtsunterschied ist beim Hovawart vor allem an Kopfform und Körperbau deutlich erkennbar. Rüden sind viel imposanter und kräftiger als Hündinnen. Die weiblichen Tiere wiegen – je nach Typ – zwischen 25 und 40 Kilogramm, Rüden zwischen 35 und 60 Kilogramm.

Es gibt den Hovawart in drei Farbschlägen: schwarzmarken (schwarz mit goldblonden Marken), blond und schwarz. Das Haarkleid der schwarzmarkenen Hunde ist schwarz und glänzend, die Farbe der Markenzeichnung ist mittelblond. Bei den blonden Hunden ist das Fell mittelbond, glänzend und wird zum Bauch hin sowie an den Läufen heller. Das Haarkleid der schwarzen Hovawart ist glänzend und rein schwarz. Die schwarzmarkenen Tiere waren und sind die häufigsten mit bis zu 60 Prozent aller Hovawarte. Die Blonden sind bei den Käufern die beliebtesten, und die Schwarzen machen nur cirka 10 Prozent aus.

Das kräftige Langhaar ist leicht gewellt und anliegend, mit wenig Unterwolle. Es ist an der Brust, am Bauch, der Rückseite der Vorderläufe und der Rückseite der Oberschenkel sowie an der Rute länger. Am Kopf, an der Vorseite der Vorder- und Hinterläufe ist das Haar kurz.

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Herkunft

Die Entstehungsgeschichte einer Hunderasse gibt oft Raum für viele Spekulationen. Die meisten Hunde wurden früher zu einem bestimmten Zweck, aber nur selten auch auf ein bestimmtes Aussehen hin gezüchtet. So bezeichnete das Wort „hovewart“ Hunde, die den Hof ruhig, aber kompromisslos bewachten. Hovawarte werden seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gezüchtet. Sie haben ihren Ursprung in Deutschland, sind inzwischen aber in der ganzen Welt zu Hause. Die ersten Hovawarte waren teils weit entfernt vom heutigen Rassestandard. Erst seit 1959 gilt die Rasse als durchzüchtet.

Pflege

Hovawarte sind sehr pflegeleichte Hunde. Alles, was Sie für die Pflege brauchen, ist eine Bürste und griffbereites Frotteehandtuch, mit dem Sie bei Regenwetter Bauch und Füße trocken reiben. Das Fell Ihres Hundes muß glänzen und darf nicht stumpf, struppig oder filzig wirken. Ein gewisser Haarverlust der Unterwolle ist normal, sollte aber keinesfalls zu kahlen oder sehr lichten Stellen führen. Ursachen für starken Haarausfall sind in der Regel Stoffwechselprobleme mit oftmals ernstem Hintergrund.

Sie sollten auch regelmäßig die Augen, Ohren sowie die Zähne Ihres Hundes anschauen. Die Augen sollen immer klar und ohne Trübung sein. Hunde mit einer dichten Behaarung des Ohres und hängenden Ohren neigen zu Problemen an den Ohren und vor allen in den Gehörgängen. Bei Auffälligkeiten laborieren Sie aber nie selbst herum, suchen Sie Ihren Tierarzt auf.

Ernährung

Hovawarte sind meist keine mäkeligen Fresser. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihren Hund mit irgendetwas füttern dürfen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für seine Aktivität, seine Gesundheit und sein Aussehen.

Sechs Dinge braucht Ihr Hund fürs Überleben: Fette, Proteine, Kohlehydrate, Vitamine und Mineralstoffe sowie Spurenelemente. Hat er die und dann noch im richtigen Verhältnis und seiner Konstitution und seinem Alter angemessen, dann ist er optimal ernährt. Um das zu erreichen, hat sich in den letzten Jahren zunehmend das Fertigfutter als einfache und sichere Art erwiesen. Um für Ihren Liebling das richtige Futter zu finden, wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Achten Sie auch darauf, dass Ihr Hund ständigen Zugang zu frischem Wasser hat. Vor allem Hunde, die Trockenfutter bekommen, benötigen mehr Wasser als andere.

Gesundheit

Wichtig für Sie und Ihren Hund ist, dass Sie sein normales Verhalten kennen und Veränderungen zu deuten wissen. Bei allen Veränderungen, die Sie nicht erklären können, besuchen Sie Ihren Tierarzt. Experimentieren Sie nicht herum und spielen ernste Warnzeichen herunter.

Aber auch wenn Ihr Hovawart keine Auffälligkeiten zeigt, sollten Sie ihn regelmäßige (zumindest einmal jährlich) einem Gesundheits-Check beim Tierarzt unterziehen, wobei Sie hier die erforderlichen Impfungen und eine Entwurmung durchführen können.

Der Hovawart ist ein anerkannter Gebrauchshund zu vielseitiger Verwendung. Von der Veranlagung her ausgeglichen und gutartig, besitzt er Schutztrieb, Kampftrieb, Selbstsicherheit und Belastbarkeit sowie mittleres Temperament und eine sehr gute Nasenveranlagung. Seine harmonisch abgestimmten körperlichen Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn zu einem hervorragenden Begleit-, Wach- Schutz-, Rettungs- und Fährtenhund.

Trotz aller Beimischungen ist der Hovawart aber in erster Linie immer noch ein Lagerhund geblieben. Das heißt: Er hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Vorstellungen von der Welt. Und diese Vorstellungen setzt er auch seinem Menschen gegenüber durch – mit angeborenem Selbstbewusstsein und mit intelligentem Ungehorsam. Ein Hovawart ist nicht eigenwillig, er ist eigenständig. Er muß überzeugt werden – er ist ein Hund mit Charakter.