Buchtipp

Neufundländer
Titel:
Neufundländer
Verlag:
Kosmos Verlag
Autor:
Gewert / Dettlaff
Art.Nr.:
3440081176
Details:
122 Seiten, gebunden
Beschreibung:
Die Neufundländerexperten Wulf A. Gewert und Wolfgang Dettlaff wissen und schreiben, was die gemütlichen Riesen wirklich brauchen. Praxis Wissen Hund - für ein glückliches Hundeleben.

Buchtipp

Neufundländer
Titel:
Neufundländer
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Angela Barlowe
Art.Nr.:
3898600629
Details:
157 Seiten, gebunden.
Beschreibung:
Ihr Praxisratgeber, der alle Fragen rund um den Neufundländer fundiert beantworten kann.

Neufundländer

Der Neufundländer ist ein mächtiger und eindrucksvoller Hund, hinter dessen massiger Präsenz sich ein reizender und vornehmer Charakter verbirgt. Er drückt in seiner Erscheinung Wohlwollen und Milde aus. Majestätisch, fröhlich und unternehmungslustig, ist er für seine stete Liebenswürdigkeit und Gelassenheit bekannt.

Die Widerristhöhe beträgt im Durchschnitt für erwachsene Rüden 71 cm, für erwachsene Hündinnen 66 cm. Das durchschnittliche Gewicht liegt für Rüden bei ca. 68 kg und für Hündinnen bei ca. 54 kg.

Neufundländer werden heute vor allem als Familienhunde gehalten. Ihr sympathisches und oft bärenartiges Aussehen hat sie bei den Menschen beliebt gemacht, die die Gemütlichkeit und Ruhe dieser Hunde zu schätzen wissen. Auch ist der Neufundländer ein wohlbekannter Rettungshund am Wasser, gesegnet mit souveräner Persönlichkeit und bester Schwimmveranlagung.

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Aussehen

Der Neufundländer ist massiv und hat einen kräftigen, gut bemuskelten Körper, wobei der Ablauf seiner Bewegungen gut koordiniert ist. Die Länge des Körpers, vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen, ist größer als die Widerristhöhe. Auch der Kopf ist massiv und der Kopf der Hündin entspricht in seiner Gesamterscheinung dem des Rüden, ist aber etwas weniger massiv.

Der Hals des Neufundländers ist kräftig, muskulös und lang genug, um eine würdevolle Haltung des Kopfes zu erlauben. Die Ohren sind verhältnismäßig klein, dreieckig mit abgerundeter Spitze, gut hinten und seitlich am Oberkopf angesetzt und gut anliegend. Die Augen sind klein, tief eingesetzt und liegen weit auseinander. Es ist keine rote Bindehaut sichtbar. Als Farben sind dunkelbraun bei schwarzem und weiß-schwarzem Haarkleid und ein hellerer Farbton bei braunem Haarkleid zulässig. Die Nase ist groß, gut pigmentiert, mit gut entwickelten Nasenflügeln. Viele Neufundländer haben eine blau-schwarz gefleckte Zunge; beim braunen Farbschlag sind diese Flecken braun. Das Gebiß ist ein Scheren- oder Zangengebiß.

Der Neufundländer hat ein wasserundurchlässiges Stockhaar. Das Deckhaar ist mäßig lang, gerade und nicht gelockt, wobei eine leichte Wellenbewegung erlaubt ist. Die Unterwolle ist weich und dicht.

In Europa wird der Neufundländer in drei Farben gezüchtet. Schwarz ist die älteste und am weitesten verbreitete Farbvariante. Ein geringer weißer Brustfleck sowie etwas Weiß an den Zehenspitzen und an der Rutenspitze wird ebenso toleriert wie ein Schwarz mit einem Bronzeschimmer. Beim braunen Farbschlag soll es sich um ein schokoladefarbenes oder bronzefarbenes Braun handeln. Der weiß-schwarze Farbtyp soll als Grundfarbe Weiß, einen schwarzen Kopf mit weißer Blesse sowie einen schwarzen, möglichst gleichmäßig ausgebildeten Sattel zeigen, der sich harmonisch bis zur Rute hin fortsetzt.

Weiters hat der Neufundländer Zwischenzehenhäute (Schwimmhäute), die bei ihm etwas stärker ausgeprägt sind als bei vielen anderen Rassen. Sie sind aber nicht mit den Schwimmhäuten von Wasservögeln vergleichbar.

Charakter

Für einen Neufundländer bildet die Menschenfamilie den Mittelpunkt seines Lebens. Um ihr zu dienen und sie zu beschützen verwendet er alle Energie, Aufmerksamkeit und Anstrengung, ausnahmslos.

Der echte Neufundländer ist ein liebenswerter, hingebungsvoller Familienhund; ein treuer Freund, der sowohl Kinder wie seine menschliche Familie beschützt, aber jederzeit sein Leben aufs Spiel setzen würde, um einem Fremden das Leben zu retten.

Neben ihrer Sanftheit sind die Hunde sehr verschmust und holen sich ihre Streicheleinheiten gerne selbst ab. Ihre Eignung als Wachhund ist mit einem Fragezeichen zu versehen, denn Fremden gegenüber sind sie nicht besonders argwöhnisch.

Einen Neufundländer darf man nicht im Zwinger halten. Ihm würde die Nähe zu seiner Familie, die unmittelbare Teilnahme am Familienleben fehlen. Auch wenn er von selbst kaum darauf drängen wird, geht ein Neufundländer gerne spazieren.

Wasser ist das Element des Neufundländers und für seinen Rettungstrieb ist er geradezu legendär. Es ist bis heute ein Thema von Kynologen und Verhaltensforschern geblieben, ob der Neufundländer einen angeborenen Instinkt hat, Leben zu retten oder nicht. Eines ist jedoch unumstritten – wer einem Neufundländer beim Schwimmen zuschaut, wird immer wieder davon fasziniert sein, wie leicht und harmonisch es aussieht, wenn er schwimmt.

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Herkunft

Die Abstammung und Herkunft des Neufundländers ist ziemlich unklar und ist immer Gegenstand unterschiedlichster Spekulationen. Eine Theorie behauptet, dass der Neufundländer ein Nachfahre der Bärenhunde sei, die Leif Ericson 1000 vor Christi Geburt mitbrachte. Eine andere Theorie besagt, dass der Tibet Mastiff auf seiner möglichen Reise über den atlantischen Kontinent bis hin nach Nordamerika an der Entwicklukng des Neufundländers teilhatte.

Die erste Erwähnung einer Rasse, die dem Neufundländer gleicht, findet sich in neufundländischen Dokumenten um 1600. Als im Jahr 1610 die Kolonisation der Insel begann, war der Neufundländer bereits im Besitz seiner arteigenen Morphologie und seiner angeborenen Charakterzüge. Diese Eigenschaften haben ihm gestattet, an Land das Ziehen von schweren Lasten zu extrem strengen klimatischen Bedinungen zu ertragen und als Wasser- und Rettungshund den Gefahren des Meeres zu trotzen. Selbst in Geschichtsbüchern finden sich Berichte von Neufundländern, die als Helden in die Geschichte eingingen.

Auf den europäischen Kontintent kam der Neufundländer über Großbritannien. Die Engländer betraten Neufundland im Jahr 1622 und nahmen einige der dort vorgefundenen Hunde auf ihren Schiffen mit.

Ernährung

Einen Hund richtig zu ernähren, der innerhalb eines Jahres sein Gewicht von 500 Gramm bei der Geburt auf 50 bis 70 Kilogramm steigert, ist schon eine große Herausforderung. Vor allem in der Wachstumsphase ist eine ausgewogene Ernährung wichtig, um späteren Skeletterkrankungen vorzubeugen. Fehler, die in dieser Zeit gemacht werden, können nicht mehr korrigiert werden.

Am allerwichtigsten ist es, dass Ihr Welpe nicht übergewichtig wird. Wer seinen heranwachsenden Neufundländer zu fett werden lässt, damit er möglichst schnell sein „bäriges“ Aussehen bekommt, darf sich nicht wundern, wenn Gelenks- oder Knorpelprobleme auftauchen.

Sie können heute aus einer großen Bandbreite an Futtermarken und Futtersorten wählen. Dabei wird Hundefutter derzeit in drei verschiedenen Grundformen angeboten: als Trockenfutter, halbfeuchtes Futter und Feuchtfutter.

Die Auswahl des besten Fertigfutters ist schwierig. Wenn Sie auf der Suche nach dem geeigneten Hundefutter sind, müssen Sie jedoch auf alle Fälle eine Futtersorte auswählen, die dem Entwicklungsstand Ihres Hundes entspricht: ein Welpen-, Erwachsenen- oder Seniorfutter.

Genauso wichtig, wie die Nährstoffe im Futter, ist für jeden Hund auch die Versorgung mit Wasser. Wasser ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt und unterstützt die Lebensfunktionen des Körpers.

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Pflege

Das dichte Fell, welches dem Neufundländer sein typisches Aussehen verleiht, bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit. Allerdings ist die Pflege nicht so intensiv wie bei Hunderassen, die ständig getrimmt werden müssen. Sie sollten Ihren Hund einmal wöchentlich durchbürsten, um ein Verfilzen zu verhindern.

Neufundländer wechseln ihr Fell vor allem im Frühling, wo sie ihre dichte Unterwolle gleich büschelweise verlieren; im Herbst ist der Haarwechsel nicht so stark zu merken.

Aufgrund der gut durchfetteten Haare ist das Fell relativ pflegeleicht, da es gewissermaßen „selbstreinigend“ ist. Selbst arg mit Schlamm verschmutzte Hunde sind, sobald das Haar trocken ist, wieder so sauber wie vorher, ohne dass Bürste, Kamm oder gar ein Bad nötig gewesen wäre.

Bei den Pfoten, besonders zwischen den Zehen, kann man das Fell ruhig kürzen, damit man es leichter pflegen kann und nicht so schnell verfilzt.

Auch eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Ohren, Augen, Zähne sowie des Zahnfleisches sind unumgänglich. Bei Auffälligkeiten ist es am sinnvollsten, umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gesundheit

Neufundländer sind eine gesunde Rasse, die durch eine überlegte und verantwortungsbewusste Zuchtauswahl mit wenigen Problemen zu kämpfen hat.

Es ist wichtig für Sie und Ihren Hund, dass Sie in der Lage sind, Krankheitssymptome zu erkennen – Sie sollen jedoch nicht selbst Arzt spielen, sondern nur sensibel für Veränderungen im Verhalten Ihres Hundes werden. Schon kleine Veränderungen im Verhalten oder äußerliche Veränderungen, z.B. an Fell oder Augen, können Hinweise auf Erkrankungen sein.

Eine weitere Vorsorgemaßnahme ist heute eigentlich selbstverständlich geworden. Gemeinst ist die jährliche Impfung gegen verschiedene gefährliche Hundekrankheiten, die früher zahlreichen Vierbeinern das Leben kostete. Im Zuge dieser Impfungen kann auch eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.

Insgesamt sind Neufundländer die idealen Familienhunde für Menschen mit Zeit und Unternehmungsgeist, die sich auch von schlechtem Wetter nicht abhalten lassen, viel Zeit mit Ihrem Hund im Freien zu verbringen. Der treue Charakter, ihre Sanftmut und die stattliche Erscheinung machen den Neufundländer zu einem der schönsten und liebevollsten Familienhunde.