Achtung: Hundemalaria!

Tierärzte warnen vor einer neuen Hundekrankheit, der sogenannten Hundemalaria. Übertragen wird sie von einer Zeckenart, die ursprünglich nicht in Deutschland vorkam - der Auwaldzecke. Sie ist in Ungarn, Österreich und Südpolen zu Hause und bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Gefahr drohte Hunden bis vor einigen Jahren deshalb allenfalls, wenn sie ihre Halter im Sommerurlaub in den Süden begleiteten. Mittlerweile gibt es die Auwaldzecke mehr oder weniger in ganz Deutschland. Über den Grund spekulieren die Veterinärmediziner: Sie machen das immer wärmer werdende Klima dafür verantworlich, glauben aber auch, dass sich die Lebensbedingungen für diese Zeckenart im Allgemeinen verbessert haben. Besonders die Anzahl der Wirtstiere, an denen die Zecken Blaut saugen, ist deutlich gestiegen.

Die Erreger der Hundemalaria sind Babesien, einzellige Blutparasiten, die sich in den Speicheldrüsen infizierter Auwaldzecken befinden und beim Blutsaugen übertragen werden. Sie befallen und zerstören die roten Blutkörperchen und verursachen ein Krankheitsbild, das der menschlichen Malaria ähnelt. Der Tierarzt spricht von Babesiose. Wurde ein Hund infiziert, zeigen sich meist nach rund 5 bis 21 Tagen die ersten Anzeichen. Dazu können hohes Fieber gehören, apathisches Verhalten und blasse oder gelbe Schleimhäute. Der Urin kann sich grün-bräunlich verfärben. Häufig wird die Krankheit erst erkannt, wenn durch die zerstörten roten Blutkörperchen der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, mit dem Harn ausgeschieden wird und der Harn sich dunkel verfärbt. Unbehandelt oder zu spät behandelt, stirbt der Hund in der Regel innerhalb weniger Tage an Nierenversagen.

Schafft es der Hund doch, wird die Erkrankung chronisch und das Tier zum potentiellen Überträger. Das heißt, die Zecke lädt sich beim Saugen an diesem Hund mit dem Erreger auf und überträgt ihn auf ihre Eier. Aus diesen schlüpfen dann später infektiöse Larven, die sich zu kleinen Nymphen entwickeln. Aus den Nymphen werden dann erwachsene und natürlich ebenfalls infektiöse Zecken.

Das ist auch der Grund, warum der Biss einer Auwaldzecke im Herbst infektiöser und damit gefährlicher ist als im Frühjahr. Denn: Eine Auwaldzecke legt im Frühjahr bis zu 3.000 Eier. Handelt es sich dabei um eine infizierte Zecke, so können alle Zecken, die sich aus diesen Eiern entwickeln, im Herbst die Hunde mit diesen Erregern anstecken. Damit können bereits das tägliche Gassigehen und der Wochenendspaziergang durch Wiesen und Wälder zum lebensgefährlichen Abenteuer werden. Sie sollten Ihren Vierbeiner deshalb nach jedem Spaziergang gründlich auf Zecken untersuchen und jede Zecke, die sie finden, entfernen. In Ihren ZOO & Co. Fachmarkt finden Sie das dafür geeignete  Werkzeug wie Zeckenzangen und -haken.

Da bereits ein einziger Zeckenbiss zur Übertragung der Hundemalaria ausreicht, empfehlen die Tierärzte den Hundehaltern, ihre Tiere prophylaktisch vor Zecken zu schützen. Das alleinige Absammeln der Zecken bietet in der Regel kaum Schutz vor der Infektion. Zumal die infizierten "Zeckenkinder", die Nymphen, viel zu winzig sind, um rechtzeitig im Fell des Hundes erkannt zu werden. Deshalb ist ein aktiver Schutz des Hundes erforderlich. Am häufigsten werden Produkte mit Zweifachwirkung von den Tierärzten verordnet. Zum einen schrecken sie Zecken und andere Parasiten ab. Zum anderen töten sie einen großen Teil davon. Solche Medikamente werden entweder in Form eines Halsbands angeboten oder in flüssiger Form als "Spot on"-Lösung. Letztere träufelt man an einem oder mehreren Punkten auf die Haut des Hundes, von wo aus sie sich selbst über den ganzen Hund verteilt. Die Wirkung dieser Mittel hält im Regelfall über vier Wochen an; danach muss der Schutz erneuert werden. Welches Mittel für Ihren Hund am besten geeignet ist, sprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt ab.