Auch Hunde lernen spielen

Viele Hundebesitzer kennen diese Situation. Auf dem Spaziergang begegnen sie einem fremden Hund und das Gefühl von Stress kommt auf. Wie verhält sich mein Hund? Wie verhält sich der andere? Wird es Probleme geben?

Stammt unser Hund aus einer verantwortungsbewussten Aufzucht, so hat der Züchter bereits die entscheidenden Grundlagen für ein gutes Sozialverhalten, d.h. Für den Umgang mit Artgenossen gelegt. Er hat den heranwachsenden Welpen reichlich Raum gegeben, ihren natürlichen Spieltrieb zu entfalten. Der zukünftige Besitzer hat es nun in der Hand, die Weichen weiterhin für eine artgerechte Förderung zu stellen.

Auch wenn diese idealen Voraussetzungen nicht da waren, lässt sich die Entwicklung des jungen Hundes immer noch in positive Bahnen lenken. Er befindet sich in einer Lebensphase, die von Fachleuten als Prägungs- und Sozialisierungsphase bezeichnet wird. Er lernt schnell und intensiv in allem, im Positiven wie im Negativen.

Es gibt inzwischen viele Spielgruppen für Welpen und Junghunde, in denen der Umgang miteinander gelernt und gefördert wird. Aber auch da, wo diese Möglichkeiten nicht vorhanden sind, können sich die Besitzer von jungen Hunden in passenden Altersgruppen treffen. Eine geeignete Wiese lässt sich überall finden, und wenn der Puper-Beutel in der Jackentasche ist, wird es kaum Proteste geben.

Wichtig ist, dass die Zweibeiner ihre jungen Hunde objektiv, d.h. Ohne falschen Besitzerstolz, beobachten. Der Bursche, der sich eventuell gleich zum Boss aufschwingen will, und andere ständig unterwirft, muss gebremst werden. Dies geschieht durch Ablenkung, nicht unter Druck und auch nicht durch Lob oder Belohnung, was ihn sonst nur in seinem Verhalten bestärken würde.

Andererseits muss dem zurückhaltenden oder gar ängstlich reagierenden Junghund besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Er braucht viel länger die Hilfe und Unterstützung „seines“ Menschen. Er muss immer wieder für kurze Phasen in der Gruppe geführt, belohnt und überschwänglich gelobt werden, wenn er sich das zutraut. Weicht er zurück, sollte dies gleichgültig zur Kenntnis genommen werden, ohne jegliche Form einer Bestätigung.

Streicheln oder beruhigendes Zureden wäre hier völlig fehl am Platz, weil damit nur das ängstliche Verhalten bestätigt würde.

Der junge Hund wächst auf diese Weise völlig natürlich in ein unkompliziertes Verhalten gegenüber seinesgleichen hinein. Auch der ältere Hund kann dies noch lernen. Der Weg ist aber viel langwieriger und es bedarf eines anderen erwachsenen Hundes, der positiv auf ihn zugeht. Dies zu erkennen ist nicht immer einfach, denn die „Sprache“ der Hunde müssen wir Menschen auch erst lernen.