Skijöring

Was kann es für Hunde- und Skifreunde Schöneres geben, als gemeinsam duch Eis und Schnee zu sausen? Der optimale Sport für solche Gespanne heißt Skijöring. Die Wintersportart aus Skandinavien und den USA erfreut sich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmender Beliebtheit.

Wer schon einmal Wasserski gefahren ist, kann sich lebhaft vorstellen, was für eine Gaudi Skijöring ist. Nicht immer muss man sich dazu von seinen Vierbeinern ziehen lassen – ursprünglich begann der Riesenspaß im tiefen Winter mit Pferden. Die Skandinavier unterscheiden hier zwei Varianten: Beim „Skikjöring“, der ursprünglichen Form, ist das Pferd reiterlos und die Herausforderung deshalb umso größer; beim „Skijöring“ ohne k hat ein Reiter das Pferd (hoffentlich) im Griff.

Beliebt im Wettbewerb sind neben Pferden vor allem Autos und Snowmobile als Zugmaschinen. Das Oberharzer Skikjöring beispielsweise setzt sowohl auf Pferde und Ponys als auch auf Pferdestärken unter der Motorhaube, Motocross-Maschinen, Geländewagen und Motorschlitten. Durchschnittlich bestaunen 10.000 Menschen das Spektakel, das jeden Jahresanfang seinen Lauf nimmt.

Ein, zwei oder noch mehr HS

Skijöring funktioniert aber auch mit sportlichen Hunden und es ist von der Ausrüstung her günstiger als der Schlittenhundesport: Wichtig ist vor allem ein passendes Zuggeschirr mit einer ruckgedämpften Zugleine, wie es sie auch fürs Joggen mit Hund in Ihrem ZOO & Co. Fachmarkt gibt. Die Leine wird an einem Bauchgurt vom Skifahrer eingeklinkt.

Wer längere Strecken zurücklegt, darf auf keinen Fall das Wasser für den Hund vergessen, denn Skijöring ist ganz schön anstrengend auch für fitte Vierbeiner. Es eignet sich vor allem für Hunde mit großem Bewegungsdrang, also gerade Huskys, Malamutes und andere Schlittenhunderassen, sowie alle Vierbeiner, die ausdauernd sind sowie Temperament und Kraft haben. Zuvor jedoch den Hund bitte auf jeden Fall vom Tierarzt auf sein Herz-Kreislauf-System überprüfen lassen!

Wenn Sie dann mit ein oder mehreren HS (Hundestärken) unterwegs sein möchten, gönnen Sie dem Vierbeiner erst einen langsamen Einstieg und überfordern Sie ihn nicht – er wird ebenso Spaß haben wie Sie und möchte unter Umständen kaum aufhören, durch den Schnee zu wetzen! Dabei gilt es zunächst, dem Tier auch Kommandos beizubringen; schließlich will der Halter nicht samt Skiern im Graben landen. Ob Sie dieselben Befehle nutzen wie Musher (die Lenker von Hundeschlitten) oder sich eigene Befehle ausdenken, ist gleichgültig, sofern es bei der Wahl der Begriffe bleibt. Grundsätzlich muss der Hund lernen: „Hike – Los/Start“, „Heeja! – Schneller!“, „Easy – Langsamer“, „Djii – Rechts“ sowie „Haaw – Links“. Und ganz am Schluss? „Whoooaaa! – Stopp!“

Vermutlich ist nicht zuletzt der Mensch frühzeitig außer Puste, denn gleichgültig, ob Pferd, Motor oder Hund die Zugkraft liefern – beim Skijöring kommt ein Faktor hinzu, der dem puren Skifahren fehlt: die Fliehkraft, die der ungewohnte Antrieb verursacht. Zur Begeisterung von Sportlern, Hunden und Zuschauern gleichermaßen wird gekurvt, gerutscht und geschlittert, was das Zeug hält.