Skilanglauf - Winterspass für Zwei- und Vierbeiner

Der Schnee staubt und glitzert in der Sonne, der stahlblaue Himmel und die herrliche Winterlandschaft locken an die frische Luft. Kaum ein Vierbeiner, der es nicht liebt, zu dieser Jahreszeit draußen herumzutollen! Wer einen folgsamen, sportlichen Hund hat, kann das Gassigehen im Schnee sogar zum gemeinsamen Fitness-Ausflug machen: mit Skilanglauf, dem schönsten Ausdauersport für Zwei- und Vierbeiner. Hundeexperte Anton Fichtlmeier gibt dazu wichtige Tipps.

Schon den Winterurlaub gebucht? Falls mit Hund, dann sicherlich hundgerecht - viele Pensionen und Hotels stehen heute glücklicherweise auch Vierbeinern offen. Hundefreundlich, das gilt mittlerweile sogar für bestimmte Loipen, auf denen Hundebesitzer gemeinsam mit ihrem Liebling skilanglaufen können. Wenn ein Hund wirklich gut erzogen ist und zuverlässig rechts neben seinem Halter läuft, dürfte er insgesamt auf Loipen nicht stören - sofern man frühmorgendliche und nachmittägliche Stunden wählt, in denen nicht so viel Betrieb ist, und sofern Hunde dort nicht ausdrücklich verboten sind. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, sucht sich gleich eine schöne Hundeloipe aus, die oft auch nicht so lang ist, damit der Vierbeiner sie bewältigen kann. Erfahrungsgemäß finden sich in der Nähe von Hundeloipen außerdem hundefreundliche Unterkünfte, so dass dem entspannten Urlaub für Mensch und Tier nichts im Wege steht - wenn man gut vorbereitet ist.

"Wenn man mit dem Hund langlaufen möchte, muss man das planen", rät Anton Fichtlmeier. Vor allem das Wetter nennt der Hundeexperte, Verfasser vieler Hunderatgeber und Inhaber einer Hundeschule in Berg am Starnberger See, als Unsicherheitsfaktor. "Man muss variabel auf die Schneeverhältnisse reagieren, damit das Tier seine Freude am Ausflug hat." Wenn es beispielsweise über Nacht geschneit oder morgens genieselt hat und sich eine dünne, harschige Decke über den verschneiten Boden legt, ist das problematisch. "Laufen die Hunde dort, dann sinken sie ein und es kann zu Problemen mit den Wolfskrallen und der fünften Zehe am Vorderlauf kommen." Die harschige Schneedecke kann die Hunde ernsthaft verletzen.

Schneeschuhe für den Vierbeiner sind eine Lösung, aber auch hier rät der Fachmann, beim Langlauf stets nach dem Rechten zu schauen. "Solche Schuhe können verrutschen - dann sind sie weg! Oder aber, sie werden zu fest gebunden und schnüren die Durchblutung ab. Deshalb sollte man regelmäßig kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, ob der Schuh sitzt oder scheuert und sich womöglich löst."

Trainieren sollte man übrigens bereits zuvor! Bedenken Sie, dass Ihr Wuff läuft, während Sie auf den Langlaufskiern doch einen guten Teil der Strecke über den Schnee gleiten! Sinnvoll ist es also, schon zuvor im Sommer und im Herbst die Kondition von Hund und Halter zu steigern. "Wer es kann, übt mit dem Hund auf Rollerblades. Auch Nordic Walking eignet sich, weil der Vierbeiner sich dabei gleich an die ungewohnten Stöcke gewöhnt", sagt Anton Fichtlmeier. Doch selbst mit gut trainierten Hunden gilt es noch einige Punkte zu beachten: "Man sollte die jeweilige Rasse in Betracht ziehen. So sind Jagdhunde für Langlauf weniger geeignet. Sie gehen Schritt oder galoppieren, aber die kontinuierliche Geschwindigkeit im Trab liegt ihnen nicht. Man muss bedenken, dass die Gangart des Hundes sich nicht dem Läufer anpassen kann, ohne das Tier zu stressen. Für Langlauf sind daher beispielsweise Hütehunde viel besser geeignet."

Der erste Tag auf der Loipe sollte dann ruhig und entspannt angegangen werden. Lassen Sie dem Hund Zeit, sich an die langen Dinger zu gewöhnen, auf denen Frauchen und Herrchen plötzlich unterwegs sind. Eine leichte Laufleine, viele Leckerlis und Geduld helfen dabei, den Wuff auf der rechten Seite laufen zu lassen - sonst wäre er dem "Gegenverkehr" ausgesetzt und käme anderen Langläufern in die Quere. Ein guter Trick, um das Verhalten des Hundes zu üben, bietet die Urlaubsreise in der Gruppe: Freunde und Verwandte können den "Gegenverkehr" simulieren oder den Hundehalter und seinen Hund auch mal überholen, um zu sehen, wie das Tier reagiert.

Wenn es mit dem Skilanglauf samt Hund ganz gut klappt, möchten Sie Ihre Touren vielleicht ausweiten. Denken Sie dann daran, stets Wasser dabeizuhaben, und achten Sie darauf, dass der Hund keinen oder kaum Schnee frisst, denn das führt schnell zu Durchfall und Magenverstimmungen. "Die Hunde müssen saufen, saufen, saufen", sagt Anton Fichtlmeier ganz pragmatisch. Der Grund: "Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit gering, die Tiere haben bald einen gewaltigen Durst."

Gesundheitlich gesehen ist außerdem zu beachten, dass sich vor allem bei Neuschnee gerne schmerzhafte Schneeklumpen zwischen den Ballen bilden. Hundeschneeschuhe können Abhilfe schaffen, aber auch das Kürzen der Haare zwischen den Zehen. Läuft der Hund ohne Schuhe, können die Pfoten zudem mit Vaseline oder Melkfett eingerieben werden, nicht zuletzt, um sie vor dem aggressiven Streusalz zu schützen. Bei langhaarigen Hunden kann außerdem ein Hundemantel oder "Schneeanzug" sinnvoll sein, damit das Fell nicht mit Schnee verklumpt. "Wenn der Hund eine Pause macht, sind Decke oder Mantel sinnvoll, denn sonst frieren die Tiere", sagt Anton Fichtlmeier.

Denken Sie in jedem Fall daran, den Hund langsam und geduldig an all diese "Neuheiten" zu gewöhnen, bevor Sie losziehen. Und packen Sie für den hohen Energiebedarf des Tieres gute Leckerlis ein - nicht nur Kohlenhydrate, sondern am besten etwas Fettiges, das sofort für Energie sorgt. Dann steht einer ausgedehnten Langlauftour nichts mehr im Wege.

Das muss ich beim Skilanglauf mit meinem Hund beachten:

  • Der Vierbeiner sollte zuverlässig bei Fuß gehen können
  • Optimalerweise läuft er in der Loipe rechts von Herrchen oder Frauchen, um nicht entgegenkommenden Läufern ins Gehege zu kommen
  • Er sollte langsam an das Thema Skilanglauf herangeführt werden - nicht gleich mit einer Riesentour starten, sondern zuvor trainieren!
  • Die Pfoten müssen vor Kälte und vor allem vor Streusalz geschützt werden: entweder indem man sie mit Vaseline einfettet oder indem man dem Wuff spezielle Winterschuhe anlegt
  • Bei langhaarigen Hunden darauf achten, dass sich keine Eisklumpen im Fell bilden; gegebenenfalls dem Vierbeiner einen Hundeanzug anlegen
  • Bei längeren Touren stets Wasser mitführen, damit der Hund keinen Schnee frisst, wenn er vom Laufendurstig ist
  • Immer eine Plastiktüte dabeihaben oder vor der Tour mit dem Hund Gassi gehen - denn Hundehaufen am Loipenrand im weißen Schnee sind nicht gerade schön anzusehen!
  • Den Hund nicht von der Leine lassen, zumal wenn es Wild in der Gegend gibt. "Das Wild hat wenig Chancen, zu fliehen - die Tiere fahren im Winter ihren Stoffwechsel herunter und müssen ihn dann für die Flucht hochfahren. Das ist für sie extrem anstrengend und ein Riesenstress", sagt Anton Fichtlmeier.