Spielregeln für die Hundewiese

Hunden beim Spielen zuzuschauen ist eine wahre Freude. Da wird gesprungen und getobt, gefangen und gebalgt. Was wild aussieht, ist meist harmlos. Doch aus Spiel kann auch mal Ernst werden. Hundehalter sollten das Treiben auf der Hundewiese deshalb gut im Auge behalten und eingreifen, bevor die Situation außer Kontrolle geraten kann.

Um mit ihren Artgenossen zu kommunizieren, bedienen sich Hunde eines vielfältigen Verhaltensrepertoires. Mittels Mimik, Körperhaltung, Lauten und Berührungen teilen sie sich untereinander mit, was sie wollen. Gut, wenn der Mensch diese Signale ebenfalls deuten kann.

Treffen zum Beispiel zwei oder mehrere Hunde auf einer Hundewiese zusammen, zeigt jeder Hund durch entsprechendes Gebaren, wonach ihm ist. Der eine spielt gerne, der andere will lieber seine Ruhe haben. Hinzu kommen Unterschiede in Rasse, Größe, Alter und Geschlecht. Begegnen sich Hunde, zwischen denen die Chemie stimmt, spielt das keine Rolle. Solange alle dasselbe wollen, steht einer fröhlichen Spielrunde nichts im Wege. Anders sieht es aus, wenn zwei Hunde nicht miteinander können.

Solang die Hunde sich in der Rolle des Jägers und Gejagten abwechseln, dient das Herumtollen ihrer körperlichen und geistigen Ertüchtigung. Es ermöglicht ihnen, sich auszuprobieren und den anderen zu testen. Kann sich einer der Hunde allerdings der Situation nicht mehr entziehen, ist aus dem Spiel Ernst geworden und für Sie der Zeitpunkt zum Eingreifen gekommen.

Um eine Situation richtig interpretieren zu können, müssen Sie auf die Signale achten, die die beteiligten Hunde aussenden. Entscheidend sind die jeweilige Haltung von Körper, Ohren und Schwanz, die Augen, die Lefzen und gegebenenfalls Lautäußerungen. Ein Hund beispielsweise, der Dominanz zeigen will, tut dies in der Regel durch Imponiergehabe. Dafür stellt er die Ohren auf, hebt den Kopf hoch, sträubt das Fell und richtet die Rute senkrecht nach oben. Respektiert der andere Hund diese Rangordnung, signalisiert er das dem Ranghöheren durch eine geduckte Körperhaltung und vermeidet dadurch einen Konflikt. Zeigt sich der vermeintlich Rangniederere dagegen uneinsichtig, kann es zum Drohverhalten kommen. Der Hund, der sich für stärker hält, wird seinem Kontrahenten offensiv drohen, indem er die Zähne fletscht, knurrt und dem Gegner direkt in die Augen schaut. Je nachdem wie der andere Hund darauf reagiert, kann es zum Kampf zwischen den beiden kommen. Sobald Sie merken, was zwischen den beiden vor sich geht, sollten Sie und der andere Hundehalter zügig die Hundewiese verlassen. Auf keinen Fall sollten Sie die Hunde in dieser Situation anschreien, einengen oder gar anfassen. Das würde die Hunde in ihrem Tun eher bestätigen und könnte die Situation eskalieren lassen.

Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn mehrere größere Hunde mit einem kleinen Hund spielen. Fangspiele können hier schnell zu einer Hetzjagd für den Kleinen ausarten. Unterbinden Sie solches Verhalten möglichst unverzüglich. Ein Hund darf nicht zum Spielzeug eines anderen werden. Wird ein Hund ständig bedrängt und zur Unterwerfung gezwungen, ist das kein gutes Spiel. Grundsätzlich Vorsicht geboten ist bei Welpen. Zum einen, weil man nie genau weiß, wie fremde Hunde auf Welpen reagieren. Zum anderen, weil Welpen - auch wenn es unabsichtlich passiert - nicht von größeren und schwereren Hunden überrannt werden sollten, da sie dabei leicht verletzt werden könnten. Halten sich alle Anwesenden an diese Spielregeln, wird der Besuch der Hundewiese mit Sicherheit zu einem schönen Erlebnis für Sie und Ihren Hund.