In freudiger Erwartung

Zwischen neun und zehn Wochen dauert die Trächtigkeit einer Katze. Eine spannende Zeit für die werdende Mama und ihre zweibeinigen Hausgenossen. Vorausgesetzt, diese haben erkannt, dass ihre Katze trächtig ist. Das ist für Laien nämlich gar nicht so leicht festzustellen. Nicht selten merken Halter von Hauskatzen erst kurz vor der Geburt, dass ihre in letzter Zeit so gefräßige Mieze eigentlich Nachwuchs erwartet.

Ob Ihre Katze in anderen Umständen ist oder nicht, können Sie frühestens vierzehn Tage nach der Befruchtung feststellen. In der Zeit davor behalten Katzen ihr süßes Geheimnis für sich. Nur erfahrene Züchter erkennen in der Regel schnell, ob ihre Katze gedeckt wurde. Sie haben es aber auch leichter, denn sie wissen schließlich, ob sie ihre rollende Katze mit einem potenten Kater zusammengebracht haben und auf welche Anzeichen sie achten müssen: Plötzliche Wesensänderungen können ein Indiz sein oder auch Schwangerschaftserbrechen ähnlich wie beim Menschen. Grundsätzlich gibt es in den ersten beiden Trächtigkeitswochen keine sicheren Anzeichen für eine erfolgreiche Befruchtung. Im Gegenteil: Manche Katzen bleiben sogar noch ein paar Tage rollig, obwohl sie bereits trächtig sind. Auch der Gang zum Tierarzt kann frühestens zwei Wochen nach der Paarung Aufschluss über eine vorliegende Schwangerschaft bringen. Erst dann ist der Tierarzt in der Lage, die kleinen, kugeligen Embryos durch die Bauchdecke zu ertasten. Bitte versuchen Sie nicht selbst durch Abtasten zu erfühlen, ob Ihre Katze Nachwuchs erwartet. Ein einziger falscher Handgriff könnte ausreichen, um Ihre Katze und die Babys zu verletzen.

Etwa ab der dritten Woche zeigt die trächtige Katze auch äußerliche Veränderungen, die eindeutig auf eine Schwangerschaft hinweisen: Die Zitzen färben sich rosa und schwellen an. Mit der vierten Woche nimmt dann auch der Bauch kontinuierlich an Umfang zu und bekommt eine birnenähnliche Form. Wie groß er schlussendlich wird, hängt davon ab, wie viele Kätzchen im Bauch Ihrer Katze heranwachsen. Gegen Ende der Tragzeit fängt das Babybäuchlein an, die werdende Katzenmama zu behindern. Manchmal kann sie sich kaum noch den Rücken putzen. Sie liegt nun viel und ruht sich aus. Wenn Sie möchten, können Sie versuchen, Ihre flache Hand ganz vorsichtig auf den Bauch Ihrer Katze zu legen. Vielleicht haben Sie Glück und Sie können die Kätzchen strampeln fühlen.

Was Ihre Katze jetzt braucht, ist eine gute, wertvolle und ausgewogene Ernährung. Denn eines haben alle trächtigen Katzen gemein, sie haben einen hohen Energiebedarf und einen entsprechend riesigen Hunger. Und das bereits ab der zweiten Trächtigkeitswoche. Sie sollten die Futtermenge deshalb ab diesem Zeitpunkt schrittweise erhöhen. Bis zum Ende der Tragzeit darf Ihre Katze bis zu 50 Prozent mehr fressen als normal. Dabei ist es wichtig, dass Sie ihr qualitativ hochwertige Nahrung geben, angereichert mit Vitaminen und Spurenelementen.

Auch wenn Katzengeburten in der Regel problemlos und ohne menschliche Hilfe ablaufen, sollten Sie ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen. Stellen Sie sicher, dass Sie für den Fall der Fälle jederzeit einen Tierarzt zur Hand haben, der notfalls auch zu einer ungewöhnlichen Tages- oder Nachtzeit rufbereit ist. Von Vorteil wäre es außerdem, wenn Sie Dinge wie Desinfektionsmittel, Fieberthermometer, saubere Leintücher, eine Wärmelampe, eine Haushaltswaage, Aufzuchtmilch und Einwegspritzen mit Saugern zur eventuellen Handfütterung vorrätig hätten.

Wenn die Milchleisten stark anschwellen und der Bauch Ihrer Kätzin noch einmal deutlich zulegt, wissen Sie, dass der Geburtstermin nicht mehr weit entfernt ist. Sechs bis zwölf Stunden vor der Geburt, in der sogenannten Öffnungsphase, wird die Katze unruhig, fängt an, Nester zu bauen, und sucht meist die menschliche Nähe. Jetzt sollten Sie versuchen, das Haus möglichst nicht mehr zu verlassen, um bei Ihrer Katze zu sein, falls sie Sie braucht. Während die Wehen anfangs noch stündlich kommen, betragen die Abstände kurz vor der Geburt nur noch 30 Sekunden. Nun dauert es nicht mehr lange, bis ein Kätzchen nach dem anderen das Licht der Welt erblickt. Komplikationen sind bei Katzengeburten eher selten. Sollte jedoch auch nach zweistündigen Presswehen noch kein Kitten geboren sein, sollten Sie unbedingt den Tierarzt rufen. Das gilt auch für den Fall, dass sich die Katzenmama nicht um ihre Babys kümmert, die Kätzchen sehr schwach wirken oder Sie sonst den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmen oder eine Erkrankung vorliegen könnte.

Drei bis fünf Welpen mit einem Gewicht von jeweils etwa 100 Gramm bringt eine Katzenmama in der Regel auf die Welt. Die Neugeborenen sind blind und taub. Ihr erstes Ansinnen ist die Milchquelle der Mama. Dort krabbeln sie so schnell wie möglich hin. Liegen schließlich alle Kätzchen zufrieden an den Zitzen und saugen, hat Ihre Kätzin es geschafft. Jetzt braucht sie und ihre Jungen nur noch eines: Ruhe. Die sollten Sie auch sich selbst gönnen, bevor Sie sich in das nächste spannende Abenteuer stürzen, nämlich das der Jungenaufzucht.