Spielwiese für Samtpfoten

Schnee und Regen? Brrr! Da werden die Pfoten nass und das Fell klamm. Überhaupt, Winter! Für Katzen, die doch ohnehin viel schlafen, bedeutet diese Jahreszeit, noch mal einen Gang zurückzuschalten. Ist ja auch so kuschelig und mollig in der warmen Wohnung. Damit Ihr Stubentiger dennoch fit bleibt und sich nicht langweilt, sind Sie gefragt. Legen Sie eine Spielrunde ein!

Minko ist ein müder Kater. Wenn die Familie morgens aufsteht, geht er anstandshalber mit in die Küche, um eine Kleinigkeit zu fressen. Danach legt er sich gleich wieder hin. Zusammengerollt verbringt er die unfreundlichen Herbst- und Wintertage an verschiedenen Lieblingsplätzen im Haus: Unter dem Federbett, auf der Sofadecke, im Bettkasten oder auf dem Schrank. Seine Spaziergänge, die er draußen unternimmt, werden immer kürzer. Oft mag er nur zur geöffneten Terrassentür hinausgucken und wagt sich gar nicht erst in den Regen. Dafür maunzt er Frauchen und Herrchen an, in der Hoffnung, dass sie das Wetter ändern könnten.

Können sie natürlich nicht; dafür aber können sie ihrem Kater auch bei schlechtem Wetter Unterhaltung bieten. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist für verantwortungsvolle Katzenhalter Pflicht, denn Schmusen alleine genügt für die artgerechte Haltung nicht. Sogar die Freigänger unter den Tieren möchten gerne spielen! Katzen sind Jäger – auch unsere domestizierten Hauskatzen tragen diesen Instinkt noch in sich. Um bei der „Jagd“ fit zu sein, müssen sie spielen. Schon junge Katzen trainieren ihren Bewegungsapparat beim gemeinsamen Herumtollen. Sie schleichen sich an, ducken sich dabei, springen mit einem großen Satz dem Geschwisterkätzchen in den Nacken, balgen sich und machen, wenn es mal gefährlich aussehen soll, einen furchterregenden kleinen Katzenbuckel. All diese Übungen sind später bei der Jagd und bei der Verteidigung oder Eroberung des Reviers vonnöten. Und sie bauen die überflüssige Energie ab, die die kleinen (und auch die großen) Jäger in sich tragen.

Die Spielregeln

Katzen lieben Abwechslung. Kein Wunder, dass viele Katzenfans ein wahres Arsenal an Spielzeug zu Hause vorrätig haben. Am liebsten spielen viele Katzen übrigens in der Dämmerung. Das wird morgens womöglich manchmal schwierig für Herrchen oder Frauchen, doch die frühen Abendstunden sollte man für eine ausgiebige Runde Spielen mit dem Stubentiger nutzen. Da ist die Katze am aktivsten. Verteilen Sie die Spieleinheiten gleichmäßig: jeden Abend eine kleine Runde wird Ihre Katze mehr zu schätzen wissen als eine ausgiebige zwei stündige Spielzeit am Wochenende – zumal sie bestimmt nach einer Weile aussteigt und Besseres zu tun hat.

Generell ist es vom Alter und Charakter Ihrer Katze abhängig, wie viel sie spielen möchte. Eine wichtige Spielregel lautet: Die Katze niemals zu etwas zu zwingen, denn das mögen die Samtpfoten in keinem Fall. Lassen Sie Ihre Katze außerdem immer auch mal "gewinnen" - eine Katzenangel, die man nie zwischen die Pfoten bekommt, weil Frauchen oder Herrchen einfach schneller ist, macht auf Dauer keinen Spaß.

Das Spielzeug

Da ist zunächst der Kratzbaum, der in jeden Katzenhaushalt gehört und den Minko zum Schlafen, Krallen wetzen und Spielen gleichermaßen nutzt. Obwohl der Kater draußen auf Bäume klettert, ist ihm sein Kratzbaum ein ganz besonderes "Gewächs". Dort fühlt er sich sicher, der Baum riecht nach ihm und kein anderes Tier stört oder wird gefährlich. Außerdem hat er hoch oben auf der Plattform einen tollen Überblick über die Geschehnisse.

Beliebt ist auch die Höhle des Kratzbaums - sie bietet ein Versteck, in dem Stubentiger ihre Ruhe haben. Haben Sie schon mal eine große Papiertüte (keine Plastiktüte!) auf dem Boden liegen lassen? Umgehend wird Ihre Katze sich darin verstecken. Wer nun noch mit einer Katzenangel von außen am Papier kratzt, wird seine Katze in Aktion erleben. Flinke Pfoten versuchen, das vermeintliche Opfer zu fassen zu kriegen. Ein gänzlich katzensicheres Versteck ist der Katzentunnel aus Nylon - hier kann Tiger sich nicht in Haltegriffen, wie eine Tüte sie hat, verhaken.

Weil alles Spaß macht, in das Minko seine Krallen schlagen kann, eignet sich eine kleine Maus aus Stoff oder besser noch Fell oder Sisal hervorragend zum Spielen. Auch Baldrian- oder Katzenminze-Kissen rufen bei vielen Katzen große Begeisterung hervor: Das Aroma der duftenden Beutel regt die Tiere zum Spielen an. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie eine Schnur, an der Spielzeugmaus oder Catnip-Kissen befestigt sind, nicht ruckartig wegziehen, solange noch die Krallen darin festhängen. Setzen Sie auf katzengerechtes Spielzeug wie Katzenangeln - es ist ungefährlich für das Tier.

Belohnung

Ist die Spielrunde beendet, wird Ihre Katze sich wohler und ausgeglichener fühlen. Ein kleines Leckerli als Dank für das schöne gemeinsame Erlebnis kann jetzt nicht schaden. Minko jedenfalls genießt die gute Gabe - und freut sich schon auf die nächste Spielrunde.