Anemonenfische

Anemonenfische, im Volksmund auch Clownfische genannt, sind für die Aquaristik von großer Bedeutung und haben nicht zuletzt durch die Filmindustrie einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Wobei wir jedoch schon Anfangs festhalten wollen, daß Anemonenfische keinesfalls als Kinderspielzeug mißbraucht werden dürfen. Wie der Name schon aussagt, ist der Anemonenfisch im Meer stets in Gesellschaft von Anemonen anzutreffen. Dieses interessante Verhalten hat ihnen als Aquarienfische ganz besondere Beliebtheit eingebracht.

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Vorkommen

Aus der Unterfamilie der Anemonenfische sind 2 Gattungen mit gesamt 28 Arten bekannt. Alle Arten bevorzugen die tropischen Bereiche des gesamten Indopazifiks vom Roten Meer und Ostafrika bis im Osten nach Japan hin. Als Lebensraum besiedeln sie ausschließlich lichtdurchflutete Bereiche des Riffdaches und der Riffkante bis zu einer Tiefe von selten mehr als 15 Metern.

Lebensweise

Anemonenfische baden sich förmlich in den nesselnden Tentakel ihrer Anemone, ohne dabei Schaden zu nehmen. Andere Tiere würden dagegen schnell vom Nesselgift gelähmt werden. Vermutlich bilden Anemonenfische einen schützenden Schleimbelag auf ihrer Haut, der bei Kontakt mit den Nesselzellen die nesselnde Reaktion hemmt und dadurch den Fisch schützt. In freier Natur zeigt es sich, daß jede Anemonenfischart eine eigene Anemonenart bevorzugt. Im Aquarium sind Anemonenfische jedoch nicht sonderlich wählerisch.
Anemonenfische sind Hermaphroditen, d.h. alle Jungtiere beginnen ihr Leben als Männchen. Sie besitzen sowohl männliche, wie auch weibliche Entwicklungsanlagen, doch werden die weiblichen unterdrückt. Erst wenn ein Tier an die Spitze der Hierarchie gelangt, also das herrschende Weibchen stirbt, entwickeln sich die weiblichen Merkmale. Das stärkste Männchen wird damit zum Weibchen und zur Herrscherin der Kolonie. Dieser Vorgang kann in sehr kurzer Zeit (2-3 Wochen) erfolgen.

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Haltung

Im Großen und Ganzen sind alle Anemonenfische recht gut haltbar. Sie benötigen ein gesundes und stabiles Wassermilieu. Da sie stark an ihre Wirtsanemone gebunden sind, entfernen sie sich niemals weit von dieser. Damit ist auch ihr Bedarf an Schwimmraum nicht allzu groß. Ein ausgewachsenes Paar ist in einem Aquarium mit ca. 150 Litern Inhalt schon recht gut haltbar.

Ernährung

Anemonenfische gehören zu den am leichtesten haltbaren Korallenfischen. Sie sind sehr schnell an Ersatznahrung zu gewöhnen. Gerne wird jede Art von Lebendfutter, Frostfutter und auch Flockenfutter genommen. Die meisten der heute im Handel erhältlichen Anemonenfische stammen aus Nachzuchten und sind daher bereits gut an jedes Ersatzfutter gewöhnt.

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Vermehrung

Alle Anemonenfische gehören auch zu den am leichtesten im Aquarium vermehrbaren Arten. So sind schon Nachzuchten von mind. 15 Arten bekannt. Mittlerweile werden auch in Österreich von begeisterten Hobbyaquarianern Nachzuchten gemeldet. Im großen Stil wird in den USA in Farmen gezüchtet. Wenn auch nicht mehr sonderlich schwierig, jedoch sehr zeitintensiv, ist die Herstellung des notwendigen Zoo- und Phytoplankton als Erstfutter für die frisch geschlüpften Jungfische.

Ein Pärchen ist relativ leicht zu finden. Man kauft eine kleine Gruppe von Jungfischen. Daraus entwickelt sich automatisch ein führendes Weibchen. Hat dieses Weibchen den passenden Mann gefunden, laichen sie selbst in Gesellschaftsaquarien ab. Denkt man ernsthaft an Zuchterfolge, muß man die Tiere unbedingt in ein eigenes Zuchtbecken überführen. Normalerweise laichen Anemonenfische am Fuß ihrer Wirtsanemone die dem Gelege ausreichend Schutz gewährt. Einige Tage vor dem Ablaichen reinigt das Männchen das Substrat. Dannach lockt das Männchen das Weibchen zur entsprechenden Stelle. Das Weibchen kann je nach Art von 200 - 2000 Eier ablegen. Die Gelegepflege übernimmt vorwiegend das Männchen. Das Weibchen hilft nur fallweise bei der Pflege aus. Der Schlupf der Larven erfolgt nach ca. 7 - 8 Tagen. Die frischgeschlüpften Larven sind 4-5 mm groß und schon recht gut entwickelt, jedoch noch zu klein um Artemia-Nauplien aufnehmen zu können.

Die Schwierigkeit besteht jetzt darin, zeitgerecht das richtige Ersatzfutter für die Junglarven in der entsprechenden Menge herangezüchtet zu haben. Im kleinen, privaten Masstab ist das natürlich sehr viel aufwendiger wie in großen Zuchtfarmen. Mehr zu diesem Thema finden Sie in der entsprechenden Fachliteratur.

Abschließend kann man feststellen, daß Anemonenfische grundsätzlich sehr gut für die Vergesellschaftung in einem Korallenriffaquarium geeignet sind. Alle Anemonenfische (mit Ausnahme des Samtanemonenfisches Premnas biaculeatus) können als grundsätzlich friedlich und gut verträglich eingestuft werden. Eine kleine Problematik liegt weniger in der Haltung der Fische, sondern vielmehr in der Haltung der Wirtsanemone. Anemonen neigen dazu, bei falscher Standortwahl sich selbst einen besseren Standort zu suchen. Dabei wandern sie durchs Aquarium und können andere festsitzende Aquarienbewohner mit ihren Nesselzellen schädigen.
In unseren Filialen in Brunn, St.Pölten und Weiz halten wir immer eine Auswahl verschiedener Anemonenfische und auch deren Wirtsanemonen. Besuchen Sie uns - wir beraten Sie gerne.