Buchtipp

Doktorfische
Titel:
Doktorfische
Verlag:
Dähne Verlag
Autor:
Andre Luty
Art.Nr.:
LI 1170
Details:
96 Seiten, gebunden
Beschreibung:
Die 74 Doktorfischarten, die in diesem Buch beschrieben werden, zeichnen sich durch ein breites Verhaltensspektrum aus. So findet man Einzelgänger, Paarbindungen und Schwarmfische, Revierbesitzer und Nomaden, reine Vegetarier und Planktonfresser. Besonders durch ihre Eigenschaft als Algenfresser, konnten sie sich in der Riffaquaristik behaupten. Dieses Buch will Hilfestellung bei der Anschaffung von Doktorfischen geben und stellt artgerechte Pflege im Korallenriffbecken in den Vordergrund.

Doktorfische

Die Fische mit dem Skalpell

Dieser Artikel wird sich mit den Doktorfischen beschäftigen, welche immer wieder gerne in den Meerwasseraquarien gepflegt werden. Sie sind eine der interessantesten Fischfamilien, deren Vertreter ihren deutschen Namen zurecht tragen, da sich auf der Schwanzwurzel ein Dorn befindet, den einige Gattungen, einem Skalpell gleich, aufklappen können.
Damit setzen sie sich gegen Angreifer, aber auch gegen aggressive Artgenossen zur Wehr. Die messerscharfen Knochen können bei den Gegnern klaffende Wunden verursachen.

FotoFoto

Gattungen

Zu dieser Familie zählt nicht nur die Gattung Acanthurus. Es gehören auch die Gattungen Ctenochaetus, Zebrasoma, Paracanthurus, Naso und Prionurus dazu. Aufgrund der Größe (von 17 cm bei Acanthurus nigricans bis weit über 70 cm bei Naso brevirostris) sind viele Doktorfische nicht vorbehaltslos für die Haltung im Aquarium zu empfehlen.
So sind z.B. folgende Arten aus der Gattung Acanthurus wegen ihrer Aggressivität nicht empfehlenswert: Weißkehl-Doktorfisch (Acanthurus leucosternon) sowie der Phillippinen-Doktorfisch (Acanthurus japonicus). Diese farbenprächtigen Fische attackieren alles, was eine ähnliche Färbung aufweist.
Aus dieser Gattung stammt auch die empfindlichste Art, Acanthurus achilles. Die Empfindlichkeit gegen ektoparasitären Befall ist bei dieser Art besonders ausgeprägt.

Verbreitung

Doktorfische sind in allen tropischen Meeren anzutreffen. Einige Arten schwimmen zeitweilig in Schwärmen, wobei innerhalb des Schwarms ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 m zu den einzelnen Mitgliedern gehalten wird. Alle anderen Arten leben in ihrer natürlichen Umgebung paarweise oder in einer Gruppe.

Haltung im Aquarium

Doktorfische erfüllen in der Riffaquaristik neben der Ästhetik, auch eine wichtige Funktion als Algen- und Aufwuchsfresser. Sie verhindern, dass diese Pflanzen den Wirbellosen gefährlich werden können.
Bei manchen Arten kommt es aber durch die Nesselgifte von wirbellosen Tieren zu Hautirritationen. Ist erst einmal die Schleimhaut in Leidenschaft gezogen, ist es für die Ektoparasiten einfach hier einzudringen, was letztendlich zum Tod führen kann, wenn der erkrankte Fisch nicht aus dem Riffaquarium entfernt wird. Zu diesen gefährdeten Arten gehören:
Acanthurus lineatus, Acanthurus leucosternon, Acanthurus japonicus, Acanthurus nigricans oder Acanthurus achilles.
Vorrangig ist die starke Wasserbelastung jenes Kriterium, das gegen die Pflege von groß werdenden Acanthuriden im Riffaquarium spricht.
Die Vergesellschaftung von Doktorfischen ist selbst in größeren Aquarien nur dann möglich, wenn man zwei Doktorfische unterschiedlicher Größe einsetzt. Selbst für kleinere Arten sollte die Aquariengröße mindestens 500 l betragen. Revierkämpfe gehören auch hier zum Alltag, aber deren Ausgang gestaltet sich bei weitem nicht so dramatisch, wie das Neueinsetzen eines Artgenossen.
Der Erwerb von ausgewachsenen Wildtieren ist grundsätzlich abzulehnen, da sich diese Fische kaum mehr an ein Leben im Aquarium gewöhnen werden.

FotoFoto

Fortpflanzung

Ein noch nicht vollständig gelöstes Rätsel ist die Fortpflanzung bei der Familie Acanthuridae. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden und es fehlt bisher der Nachweis für die Fähigkeit zum Geschlechtswechsel. Berichten zur Folge trennen sich kurz vor dem Ablaichen einige Paare vom Schwarm ab. Nach einem kurzen Balzspiel erfolgt das Ablaichen, vielfach in der Abenddämmerung.
Ist die Paarbildung bei Doktorfischen bereits ein Problem, so hat das Ablaichen im Aquarium bisher so gut wie noch nie stattgefunden.

Ernährung

Doktorfische benötigen reichlich Grünkost in Form von Algen, Salat, Chikorée, Löwenzahn und Spinat. Gerne werden auch Flocken- und Tablettenfutter, sowie gefrostete tierische Nahrung angenommen. In Fischaquarien ist Jod ein unabkömmlicher Ernährungsbestandteil, da es sonst zu Schwellungen der Schilddrüse kommen kann.
Wie bei allen Pflanzenfressern ist der Darm auch bei Acanthuriden sehr lang. Die Verdauung der Nahrung erfolgt vollständig, sodaß ein Überangebot von tierischer Nahrung zu Verfettung führen kann. Tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, dass viele Doktorfische durch Herz- und Nierenverfettung verenden.
Abschließend sei erwähnt, dass Doktorfische, bei richtiger Haltung, für jedes Meerwasseraquarium eine Bereicherung darstellen. Dies war nur ein kleiner Einblick in das Leben einer der interessantesten und schönsten Fischfamilien. Allein mit der Beschreibung der einzelnen Arten kann man ein Buch füllen. Fragen Sie in unserem Geschäft nach der entsprechenden Literatur oder lassen Sie sich von unserem Fachpersonal beraten.