Plankton – Ernährung von Niederen Tieren

In dem Bemühen den Tieren in unseren Aquarien immer naturähnlichere Bedingungen zu bieten stellt vor allem die Ernährung einen wichtigen Teilbereich dar. Für Fische kann der Aquarianer mittlerweile aus einer weitreichenden Palette an Futtersorten wählen und so seinen Pfleglinnen eine optimale angepasste Ernährung bieten. Bei Niederen Tieren, wie Korallen, Muscheln oder Schwämmen, ist die Ernährung etwas komplexer. Diese Tiere decken ihren Nahrungsbedarf aus drei Bereichen, erstens Symbiose wenn ein intrazellulärer Partner zur Verfügung steht, zweitens aus gelöstem organischem Material (DOM) und drittens aus partikulärem organischem Material (POM). Je nach Tiergruppe wird die eine oder andere Methode bevorzugt. Die gelösten Stoffe (DOM) können dem Aquarium einfach durch Zusatz von Lösungen, welche im Handel zur Verfügung stehen zugeführt werden. Etwas anders sieht es bei partikulärem Material aus. Zwar stellt man durch das Einbringen einer ausreichenden Menge an Lebend Gestein sicher dass Kleinstlebewesen ins System gelangen. Es zeigen sich auch bald Copepoden, Amphipoden und andere Planktonarten inklusive ihrer Larvenstadien, diese brauchen jedoch lange um eine stabile, ausreichend große Planktonproduktion zu erzeugen. Oft werden die Larven auch aufgrund der dichten Fischsituation oder der Filtertechnik stark dezimiert und die Niederen Tiere kommen erst gar nicht zum Zug.

Hier stellen flüssige Planktonzusätze, lebendes oder gefrorenes Plankton eine ideale Möglichkeit dar den sessilen Tieren Nahrung zu bieten. Ein Planktonmix sollte aus mehreren Sorten zusammengestellt sein, um den verschiedenen Polypengrößen der Korallen im Becken gerecht zu werden. Der Mix bestehend aus 70% tierischen und 30% pflanzlichem Plankton sollte vor der Verabreichung mit Vitaminen angereichert werden.

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Bei der Ernährungsweise teilt man Planktonfressende Organismen in zwei große Gruppen. Die erste Gruppe, die obligaten Planktonfresser, beinhalten die farbenprächtigsten Tiere im Meer, wie Schwämme, Seescheiden und ahermatypische Korallen sie decken ihren ganzen Energiebedarf aus dem Planktonfang und so muss man mehrmals wöchentlich Plankton reichen. Da sich im Meer der Planktonfang in den Nachtstunden ereignet werden diese Tiere ihre Fangtentakel erst bei Dunkelheit entfalten. Man sollte also die Planktongabe erst nach abschalten der Hauptbeleuchtung machen. Um den Planktonfang dieser Tiere zu optimieren sollten die Polypen gezielt mit einer Spritze voll mit dem Zusatz versorgt werden. Für diese Tiere ist es lebenswichtig genug Plankton zu erwischen und so sollten sich nur wirklich ambitionierte Aquarianer dieser Tier annehmen.
Der Lohn für die Mühe sind die atemberaubenden Farben dieser Tiere im Becken.

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In der zweiten Gruppe den fakultativen Planktonfresser sind Marine Organismen welche in Symbiose mit kleinen Algen leben und nur etwa 25% ihres Energiebedarfs durch Aufnahme von Stoffen decken. Zu dieser Gruppe zählen alle hermatypischen Korallen, viele Weichkorallen und Mördermuscheln. Den Großteil ihrer Ernährung übernimmt der Symbiont indem er seinem Wirt Zuckerverbindungen liefert, trotzdem müssen Aminosäuren, Fette und Vitamine aufgenommen werden. Diese geschieht durch gelöstes oder partikuläres organisches Material. Viele dieser Korallen haben besonders kleine Polypen und benötigen daher sehr kleines Plankton welches ein bis zweimal pro Woche in den Nachtstunden gereicht werden sollte. Dazu stellt man die Strömung im Becken ab und verteilt die Suspension über die Korallenstöcke.

Trotz der Vorteile und der Unabdinglichkeit einer Planktongabe sollte man sich auch der Gefahr einer Überdüngung des Beckens bewusst sein.
Ein Anstieg des Phosphat- und Nitratgehaltes wäre die Folge und Algenblüten würden auftreten. Deshalb bei obligaten Planktonfressern immer die zuvor erwähnte gezielte Gabe und bei fakultativen eine Gabe mit Maß, d.h. lieber weniger statt mehr und dafür öfter. Bei kontrollierter Gabe werden die Tiere in ihrem Becken ein wunderschönes Wachstum mit beeindruckenden Farben zeigen.