Buchtipp

Liebenswerte Chinchilla
Titel:
Liebenswerte Chinchilla
Verlag:
Kosmos Verlag
Autor:
Michael Kürschner
Art.Nr.:
344008504X
Details:
64 Seiten, kartoniert
Beschreibung:
Hier lesen Sie alles über Haltung, Pflege und Fütterung Ihrer Chinchillas.

Chinchilla - Chinchilla lanigera

Chinchillas kommen ursprünglich aus Südamerika, genauer gesagt aus den Anden in den Staaten Chile, Peru, Bolivien und Argentinien, in einer Höhe von 500 bis 3000 Metern. Über die vielen Jahre, seit der ersten Chinchillaschau 1829 in London, finden diese possierlichen Tiere immer mehr Begeisterung unter den Heimtierhaltern. Die Lebenserwartung von Chinchillas in Gefangenschaft liegt je nach Haltung und Ernährung bei bis zu 20 Jahren.

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Aussehen

Chinchillas sehen wie viel zu groß geratene Mäuse aus, mit großen Knopfaugen (schwarz oder rot je nach Farbe des Fells und je nach den Genen), runde Ohren und einem buschigen Schwanz, fast so wie der eines Eichhörnchens. Chinchillas haben keine Krallen sondern Fingernägel, ähnlich der des Menschen.

Der bis zu 20 Zentimeter lange Schwanz dient dem Gleichgewicht, welches die Chinchillas beim Springen und Laufen brauchen. Die Körperlänge eines ausgewachsenen Chinchillas ohne Schwanz beträgt zwischen 21 und 26 cm und hängt von der Abstammung ab. Das Gewicht kann von 400-700 Gramm variieren.

Unterbringung

Chichillas sind Nage- und Käfigtiere, die für die Außenhaltung in unseren Breitengraden nicht geeignet sind. Der ideale Käfig kann einfach nie zu groß sein, eher zu klein! Für zwei Chinchillas ist die Grundfläche von 1 Quadratmeter und die Höhe bis zu 1,20 Meter sehr gut geignet. Im Käfig müssen Sitzbretter (Kiefernholz unbehandelt), Sitz- und Nageäste (Apfel- oder Birnbaum, oder Weide, keine Kastanien da giftig) angebracht sein. Futterschüssel, Wasserflasche, Heuraufe und pro Chinchilla ein Schlafhäuschen sowie eine Sandwanne dürfen nicht fehlen, ebenso ein Salzstein und ein Kalkstein zum bedarfsmäßigen Gebrauch der Chinchillas. Der Standort des Käfigs sollte in einem hellen und tagsüber ruhigen Raum sein. Für berufstätige Menschen sind Chinchillas die idealen Heimtiere.
Chinchillas sind Herdentiere und müssen somit zumindest zu zweit gehalten werden.

Auch wenn Chinchillas Wildtiere sind und bleiben, sind sie durch Zuwendung leicht an die Hand des Menschens zu gewöhnen und dies ändert absolut nichts wenn sie paarweise gehalten werden, im Gegenteil! Paarweise gehaltene Chinchillas werden absolut genau so zahm, wie ein Einzelnes! Für paarweise Haltung eigenen sich zwei junge Böckchen oder zwei junge Weibchen, wenn man keinen Nachwuchs wünscht.

Sollen mehr als zwei Chinchillas gehalten werden, dann gilt es zu beachten, dass man sich entweder für ungleichgeschlechtliche Haltung oder absolut gleichgeschlechtliche Haltung entscheidet, denn ein Käfig mit zwei Weibchen und im gleichen Raum ein Käfig mit zwei Böckchen ist nicht empfehlenswert, da dadurch schwere Rivalitätskämpfe in der Geschlechtsreife zu erwarten sind. Bei ungleichgeschlechtlicher Haltung ist darauf zu achten, dass Böckchen und Weibchen keine Geschwister sind!

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Ernährung

Das Chinchilla ist von der Ernährung her anspruchslos und die Devise „mehr ist weniger“, ist die Beste. Chinchillas ernähren sich von Wasser, Heu und speziellen CHINCHILLA-Pellets. Der lange Darm der Chinchillas ist nicht für Grünfutter ausgelegt, welches zu schwersten Verdauungsstörungen und bis hin zum Tode der Tiere führen kann. Bei der Auswahl des Heues sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um knackiges und würzig riechendes Heu handelt, es darf auf keinen Fall noch grün sein, sondern sollte von der Farbe dem Stroh ähneln. Die Wahl der Pellets sollte so getroffen werden, dass man eine gängige Marke aus dem Sortiment der jeweiligen Zoofachhandlung wählt, welche entweder vom jeweiligen Zoofachhändler selbst hergestellt wird oder sich von diesem beraten lässt, um somit eine ständige Futterumstellung zu vermeiden.

Wie zuvor erwähnt hat das Chinchilla einen sehr empfindlichen Darm, welcher durch häufigen Futterwechsel schwer belastet wird, wodurch sich schwere Verstopfungen oder Durchfälle entwickeln. Der Idealfall ist sich für eine gängige Pelletsmarke zu entscheiden und bei dieser auch zu bleiben!
Als Leckereien zur Belohnung und zur Eingewöhnung eignen sich hervorragend Haferecken, getrocknete Hagebutten (ganz oder Stücke), getrocknete Mariendistel, getrocknete Topinamburblätter, grobe Haferflocken, getrocknete Apfelscheiben, fallweise frische Apfelstückchen (ca. ein achtel eines Apfels), getrockneter Löwenzahn, getrocknete Petersilienstengel und Chinchillamüsli. Rosinen sind wegen ihres hohen Zuckergehaltes abzulehnen, das sie die Zähne auf Dauer schädigen! Ebenso sind Mandeln und andere Nüsse zu meiden, da diese einen zu hohen Fettgehalt haben. Unter Verabreichung von Leckereien ist zu verstehen, dass aus obiger Auswahl nur kleinste Mengen verabreicht werden sollen und auch auf keinen Fall ein Gemisch der obigen Auswahl geboten wird.

Pflege

Das Chinchilla benötigt nicht weniger Pflege als andere Nagetiere.

Täglich: Wasserflasche reinigen und neu befüllen (vorzugsweise mit abgekochtem Wasser um Chlor und starke Kalkanreicherungen zu vermeiden); Sitzbretter absaugen oder abkehren; auf den Käfigboden gefallenes Heu entfernen und durch frisches in der Heuraufe ersetzten; Futter nachfüllen; Auslauf am Abend; Kotabsatz auf Durchfall oder Verstopfung kontrollieren


Wöchentlich: komplette Einstreu wechseln; Käfiggitter absaugen; evtl. Käfig feucht auswischen; Futterschüssel waschen

Gesundheit

Ein gesundes Chinchilla ist leicht zu erkennen, denn das Fell soll gleichmäßig und glänzend und ohne Löcher, die Augen klar ohne Ausfluss, die Ohren rein, die Geschlechtsorgane rein und nicht verschmiert sein. Die Rippen sollen weder deutlich fühlbar, noch mit einer dicken Fettschicht umgeben sein, der Bauch soll weich, aber nicht aufgeblasen, und die Zähne dunkelorange, der Kot erbsenförmig, jedoch nicht dörr oder matschig sein.
Auch Chinchillas werden krank und können sogar durch den Menschen oder andere Haustiere angesteckt werden. Beim ersten Anzeichen von Unwohlsein oder Kotveränderungen sollte ein mit Chinchillas erfahrener Tierarzt aufgesucht werden.

Beim täglichen Auslauf in der Wohnung sollten sämtliche Gefahrenquellen entfernt werden, wie zB. Pflanzen, Heizkörper abdrehen und vor dem Auslauf abkühlen lassen (Küche ist als Auslaufplatz abzulehnen), sämtliche Zugänge zu Kabel sichern, alle Behälter mit Wasser entfernen (Chinchillas können nicht schwimmen und dürfen nicht nass werden, da sie dadurch einer Lungenentzündung erliegen können), Katzen und Hunde in einen anderen Raum bringen.

Das A und O von gesundem, geschmeidig glänzendem Fell ist das Sandbad, welches mit Chinchilla-Sand stets zur Verfügung stehen soll. Dieses Sandbad dient jedoch nicht alleine zur Fellpflege, sondern auch zum seelischen Stressabbau dieser Nagetiere.

Weiters ist die Schlaf- und Wachphase der Tiere einzuhalten, da diese nachtaktiv sind und Regelmäßigkeit brauchen. Die aktive Phase, also Wachphase beginnt nach Einbruch der Dunkelheit und endet gegen 10 Uhr Vormittags. Es ist durchaus möglich, das die Chinchillas tagsüber kurz wach werden, um ein paar Pellets oder Heuhalme zu naschen, oder einfach nur ihr „Geschäft“ verrichten, jedoch sollten sie hierbei unbeachtet ihrer Wege gehen können, was bedeutet, dass sie weder angesprochen, oder aus dem Käfig genommen werden.

Chinchillas sind nicht weniger schwer oder leicht zu haltende Heimtiere, als andere, WENN man sich an deren Fress- und Lebensgewohnheiten hält.