Exotische Nager erobern Herzen im Sturm

Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Hamster & Co. bevölkern schon lange die Wohnungen von Kleintierfreunden. Doch auch exotische Nager erobern zunehmend Haus und Herz der Österreicher. Dabei sind Grauer Steppenlemming, Vielstreifengrasmaus, Akazienratte und Genossen in ihrer Haltung oft viel einfacher, als das ihre Herkunft und ihre phantasievollen Namen vermuten lassen.

Grauer Steppenlemming

Wühlmaus aus Osteuropa und Asien

Aufgrund ihres friedlichen, geselligen und neugierigen Wesens erfreuen sich Graue Steppenlemminge als Haustiere immer größerer Beliebtheit. Der zu den Wühlmäusen zählende Lagurus lagurus ist tag- und nachtaktiv, wird 2 bis 3 Jahre alt und stammt aus den Steppen und Halbwüsten von der Ukraine bis China. Der insgesamt 9 bis 14 cm große Steppenlemming sollte mit Grünfutter ernährt werden, z. B. mit Karotten und Sellerie. Wellensittichkörnerfutter, spezielles Lemmingfutter und gelegentlich Mehlwürmer ergänzen den Speiseplan. Süßes Obst und Zucker müssen unbedingt vermieden werden – Diabetesgefahr. Frisches Wasser ist wie bei allen Tieren ein Muss.

Als Kleintierheim eignet sich am besten ein Aquarium, das für ein Pärchen 100 x 50 cm, für eine Gruppe von 4 bis 6 Tieren (mehr Weibchen als Männchen) mindestens eine Kantenlänge von 1,2 m haben sollte. Die begeisterten Wühler brauchen eine mindestens 15 cm hohe Einstreu aus Kleintierstreu (siehe Seiten 48 bis 50), um ihre Gänge anlegen zu können. Die kurzschwänzige Maus mit einem schwarzen Längsstreifen auf ihrem Rücken mag auch Wurzeln und Äste sowie ein Nagerhäuschen. Kräuter und Überstreu lassen ihr Zuhause natürlich wirken und dienen als Zusatzfutter. Geschlechtsreif sind die Lemminge im Alter von 4 bis 6 Wochen. Die Tragzeit für die durchschnittlich 2 bis 12 Jungen, die schon nach drei Wochen entwöhnt sind, beträgt etwa 20 Tage.

Vielstreifengrasmaus

Nordafrikanischer Winzling

Wie ein Zwergfrischling sieht die 8 bis 12 cm kleine Vielstreifengrasmaus mit ihren hellen Streifen auf dunkelgrauem Grund aus. Lemniscomys barbarus wird etwa 3 Jahre alt und ist überwiegend tagaktiv. Die Unterarten können sich in ihrem Sozialverhalten unterscheiden.

Der Nager im Streifenlook ist sehr gesellig und sollte daher in Gruppen mit 6 bis 8 Tieren, davon im Idealfall nur ein Männchen, gehalten werden, vorzugsweise in einem Terrarium ab 100 x 50 x 50 cm. Als Einrichtung empfiehlt sich ein Bodengrund aus Kleintierstreu, Korkröhren, Steinen und großen Ästen. In ausreichend Heu und Stroh bauen die Grasmäuse ihre Schlafnester. Die Temperatur in der Nagerwelt sollte zwischen 20 °C (nachts) und 25 °C (am Tag) betragen. Ist der Standort des Beckens eher dunkel, sollte über eine Zusatzbeleuchtung nachgedacht werden.

Die Pflanzenfresser lieben Kleinsaaten (Mischung aus Wellensittich- und Kanarienfutter) und Grünfutter (Gras, Gurke, Apfel, Wildkräuter usw.). Aber auch tierisches Eiweiß (Insekten, Katzentrockenfutter) sollte in Maßen angeboten werden. Frisches Wasser ist selbstverständlich. Die Tragzeit beträgt 21 Tage, die etwa 5 Jungen sind frühestens nach 3 Wochen selbstständig. Werden die Männchen mit 10 Wochen geschlechtsreif, dauert das bei den Weibchen mehrere Monate länger.

Akazienratte

Kletterkünstler der afrikanischen Savannen

Wenig kompliziert in Haltung und Ernährung ist auch die Akazienratte (Thallomys paedulcus), die aus den Savannen des östlichen und südlichen Afrikas stammt. Die Maus mit einer Körperlänge von 10 bis 15 cm und einem etwa 15 bis 20 cm langen Schwanz ist tag- und nachtaktiv und sehr gesellig. Daher sollte sie in Gruppen von bis zu 4 Tieren gehalten werden. In der Natur leben Akazienratten – wie ihr Name schon sagt – auf Akazienbäumen, daher eignet sich ein Gehege mit vielen Klettermöglichkeiten hervorragend für die kleinen Tiere. Doch auch ein Terrarium (mindestens 80 x 50 x 100 cm groß) mit Kleintierstreu, vielen Kletterästen und in unterschiedlicher Höhe angebrachten Versteckmöglichkeiten ist artgerecht. Die Weibchen gebären nach 24 Tagen meist 2 Jungtiere, die nach 4 Wochen entwöhnt und mit ca. 9 Wochen geschlechtsreif sind.

 

Auf dem Speisezettel der Akazienratte, die es in verschiedenen Farbvarianten gibt, steht eine Mischung aus Hamster- und Wellensittichfutter sowie süßes Obst und Gemüse (z. B. Äpfel und Gurken). Katzentrockenfutter und lebende Insekten sollten wie ausreichend frisches Wasser täglich angeboten werden.