Goldhamster - Mesocricetus ausratus

Er gehört zu den beliebtesten, aber auch zu den am meisten missverstandenen Heimtieren. Als dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger ist er sich selbst genug. Der Goldhamster eignet sich am besten für Menschen, die sich an seiner Beobachtung erfreuen und ihm gerne immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

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Wenn er nicht gerade schläft, ist er pausenlos beschäftigt: putzen, rennen, graben, klettern, nagen - der Goldhamster ist ein quirliges Tier mit großem Bewegungsdrang. In seinem natürlichen Lebensraum, der Hochebene von Aleppo in Nord-Syrien, legen die Tiere auf der Futtersuche nächtlich mehrere Kilometer zurück.

Daraus erklärt sich die hohe Aktivität auch des als Heimtier gezüchteten Goldhamsters. Er braucht also ein Gehege mit ausreichend Platz und vielen Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Goldhamster ist ein Einzelgänger. Trotz der langjährigen Zucht sind sie Wildtiere geblieben. Zwischen den einzelnen Tieren gibt es große individuelle Unterschiede, so werden einige dem Menschen gegenüber zahmer als andere. Als Streicheltier für kleine Kinder sind sie nicht geeignet, da sie tagsüber kaum zu sehen sind, die Störung des Schlafes Stress bedeutet. Zudem fehlt kleinen Kindern in der Regel die motorische Feinfühligkeit, die im Umgang mit den Tieren notwendig ist.

Unterbringung

Goldhamster sind pflegeleicht und auch für Anfänger geeignet. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit es nicht zu Verhaltensproblemen kommt. In zu kleinen Gehegen leiden die Tiere an Langeweile, ihr großes Bedürfnis nach Aktivität muss gestillt werden. Ein Goldhamsterkäfig muss so groß bemessen sein, dass sich neben einem Schlafhäuschen ein Vorratshäuschen, ein Futternapf, eine Trinkmöglichkeit, Klettergeräte und ein verletzungssicheres Laufrad hineinpassen.

Die Mindestmaße sind 100 x 30 x 40 cm. Eine ausreichend hohe Schicht von möglichst staubfreiem Einstreu ist unbedingt notwendig. Vollverdauliche Hamsterwatte oder Heu als Nistbaumaterial gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Eine Hamstertoilette erleichtert die Reinigung und kommt dem Hygienebedürfnis des Hamsters entgegen. Der Hamsterkäfig soll an einem ruhigen Ort, möglichst erhöht an einer Wand, aufgestellt werden. Bodenkälte, Zugluft, Sonneneinstrahlung, laute Musik oder Zigarettenrauch sind zu vermeiden.

Ernährung

Ihrem natürlichen Ernährungsspektrum entsprechend brauchen Goldhamster abwechslungsreiches Futter. Die Grundlage bilden spezielle Fertigfuttermischungen, die durch Obst, Gemüse und Kräuter ergänzt werden. Zur abwechslungsreichen Ernährung gehören auch tierisches Eiweiß. Das kann man durch kleine Mengen von Hundefutter oder Insekten, wie Heimchen und Grillen, erreichen.

Als Nagetiere brauchen Goldhamster zur Abnutzung ihrer Zähne außerdem Heu, Zweige oder Nagerhölzer. Gute Dienste leisten aber auch ungeschälte Nüsse. Frisches Trinkwasser muss ständig angeboten werden. Stress, verdorbenes Futter oder ein zu rascher Futterwechsel können Durchfall auslösen. Die Vorratskammer sollte häufig auf verdorbenes Futter kontrolliert werden.

Fortpflanzung

Hamster gehören zu den Säugetieren mit der höchsten Fortpflanzungsrate. Weibchen können bereits ab der 6. Lebenswoche trächtig werden. Nach 16 Tagen wirft das Weibchen 2 bis 15 Junge, die vier Wochen bei der Mutter bleiben können.

Bis zu diesem Alter vertragen sich die Jungtiere untereinander recht gut und spielen miteinander. Ab Beginn der Geschlechtsreife ist es mit diesem guten Einvernehmen vorbei, dann brauchen sowohl die Mutter wie auch die Jungtiere ihr eigenes Revier.