Meißner Widder

Der Titel „Meißner Widder“ beschreibt keine antike, wertvolle Porzellanskulptur aus der sächsischen Porzellanmetropole, auch wenn das Tier dort seinen Ursprung hat: Ende des 19. Jahrhunderts kreuzte Leo Reck vermutlich den Deutschen Widder und das Kleinsilber-Kaninchen, um die Silberung des einen auf das griffigere, dichtere Fell des Widdertyps zu übertragen.

Das Ergebnis war der Meißner Widder, ein mittelgroßes, silbergraues Widderkaninchen. Das Langohr wird inzwischen von der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)“ als extrem gefährdet eingestuft.

Das Meißner ist mit einem Gewicht von 3,5 bis 5,5 kg zierlicher und lebhafter als der Deutsche Widder. Sein Körper ist leicht gestreckt, Brust und Hinterpartie sind breit. „Der Rücken ist schön gewölbt, hinten gut abgerundet. Die Läufe sind kräftig, breit gestellt, gerade aufgesetzt, wodurch sich eine mittelhohe Stellung des Körpers ergibt“, erklärt die GEH. Das dichte Fell ist etwa 3 cm lang. Der Kopf mit dem gebogenen Nasenrücken wirkt im Profil widderartig, ist aber nicht so ausgeprägt wie der des Deutschen Widders. Die gut behaarten Ohren bringen es auf eine Länge von 36 bis 42 cm. Sie sind gut angesetzt, beidseitig röhrenartig voll und werden hohl getragen. Die Schallöffnung ist nach innen gerichtet.

 

Den Meißner Widder gibt es in den Farbschlägen Schwarz, Blau, Havanna, Gelb und Graubraun. Alle Tiere wirken dank der gleichmäßig verteilten Deckfarbe „versilbert“, was sie stark glänzen lässt. Der robuste, verschmuste Meißner Widder eignet sich hervorragend für die ganzjährige Freilandhaltung mit einer artgerechten, wetterfesten Unterkunft. Er gilt als verschmust und lebhaft.