Stachelmäuse

Schwarze Knopfaugen und ein putziges Gesicht - Stachelmäuse muss man einfach gern haben, auch wenn sie keine Kuscheltiere sind.

Die" Stachelmaus gibt es genau genommen gar nicht, denn tatsächlich unterscheidet man bis zu 14 Arten und Unterarten von Stachelmäusen. Darunter die Ägyptische Stachelmaus, die Sinai-Stachelmaus, die Gold-Stachelmaus und die Zwergstachelmaus. Allen gemeinsam ist das typische Aussehen: die großen schwarzen Knopfaugen, das spitze, trichterförmige Gesicht und die auffallend großen, aufgerichteten Ohren. Und natürlich die aus Haaren bestehenden, borstigen Stacheln am Rücken. Fast alle Arten haben ein bräunliches, graues oder sandfarbenes Fell mit einem hellen Bauch. Die meisten kommen aus sehr trockenen, felsigen Gegenden und sind es gewohnt, bei hohen Temperaturen zu leben. So findet man die Ägyptische Stachelmaus beispielsweise nicht nur in Ägypten, sondern auch in der Westsahara.

Stachelmäuse sind - wie für Mäuse üblich - sehr gesellig und führen ein reges Sozialleben. Da die meisten Tiere überwiegend nacht- oder dämmerungsaktiv sind, hat man in den Morgenstunden und den späten Nachmittags- und Abendstunden die besten Chancen, ihr gesellschaftliches Treiben zu beobachten. Interessanterweise zeigen Stachelmäuse nicht nur mäusespezifisches Verhalten, sondern auch ein paar für Mäuse sehr untypische Verhaltensweisen: Eine echte Besonderheit stellt zum Beispiel die Tatsache dar, dass die Babys der meisten Stachelmausarten nicht wie sonst bei Mäusen nackt, blind und taub auf die Welt kommen, sondern schon recht weit entwickelt sind. Stachelmäuse haben deshalb im Vergleich zu anderen Mäusen weniger Jungtiere (nur 2 bis 4 Stück) und eine deutlich längere Tragezeit. Sie kann bis zu 38 Tage dauern. Die Jungen kommen mit einer Körperlänge von 5 bis 6 cm und einem Gewicht von etwa 6 Gramm auf die Welt.

Mit ihrer zwar noch spärlichen, aber dennoch kompletten Körperbehaarung sind die Kleinen in der Lage, ihre Körpertemperatur weitestgehend selbst zu halten. Ihre Augen sind entweder bereits bei der Geburt geöffnet oder öffnen sich kurz danach. Um den dritten Tag herum beginnen sie, erste Ausflüge zu unternehmen und die Gegend zu erkunden. Stachelmäuse bauen übrigens keine richtigen Nester, sondern nutzen meistens nur Mulden oder natürliche Unterschlüpfe als Ruheplatz.

Eine weitere Spezialität der Stachelmäuse ist ihr Hebammen-Trieb. So helfen Weibchen derselben Gruppe ihrer gerade gebärenden Artgenossin, indem sie bereits sichtbare Jungtiere aus dem Mutterleib herausziehen und abnabeln. Manchmal kommt es auch vor, dass sie einige der Jungen adoptieren. Der sehr ausgeprägte Pflegetrieb der Stachelmäuse kann sogar so weit gehen, dass sich Weibchen gegenseitig ihre Jungen wegnehmen. Durch dieses Verhalten ist nahezu ausgeschlossen, dass ein Jungtier verhungert, etwa weil seine Mutter es nicht versorgen kann.

Stachelmäuse als Haustiere

Stachelmäuse bei ihrem sozialen Verhalten zu beobachten, ist ein faszinierendes Erlebnis. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass die possierlichen Tiere keine Kuscheltiere sind. Sie sind sehr neugierig und werden in der Regel schnell zutraulich. Die meisten sind auch bald bereit, Futter aus der Hand anzunehmen. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Stachelmäuse keine soziale Bindung zum Menschen aufbauen. Im Gegenteil: Bias auf sehr seltene Ausnahmen mögen es die kleinen Nager überhaupt nicht, angefasst zu werden. Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, gebissen zu werden. Stachelmäuse gehören deshalb nicht in unerfahrene Kinderhände. Diejenigen aber, die Tiere gerne in der Gruppe beobachten, werden an Stachelmäusen mit ihrem stark ausgeprägten Sozialverhalten ihre Freude haben.

Steckbrief

Systematik: Stachelmäuse gehören zu den Nagetieren und zählen zur Familie der Langschwanzmäuse.

Maße: Sie erreichen eine Körperlänge von etwa 7 bis 15 cm zuzüglich einer Schwanzlänge von 5 bis 12 cm. Sie wiegen zwischen 30 und 50 gr.

Lebenserwartung: Stachelmäuse können bis zu 5 Jahre alt werden.

Heimtierhaltung: Glasterrarien bieten eine gute Rundumeinsicht. Sie sollten mit Steinen, Ästen, Wurzeln und Korkröhren ausgestattet sein. Je nach Art sollten Stachelmäuse paarweise oder in Gruppen gehalten werden.