Das System Gartenteich

Ein Gartenteich hat ein ganz besonderes Flair und steigert die Garten-Lebensqualität ganz beträchtlich. Die Erklärungen,warum das so ist,variieren, je nachdem ob Sie den Feng-Shui-Experten fragen oder den Garten-Nachbarn. Aus biologischer Sicht ist die Antwort klar: Der Gartenteich ist ein Lebensraum, in dem sich ein aquatisches System mit einem terrestrischen trifft. Die Artenvielfalt ist in solchen Grenzlebensräumen besonders hoch (wie z.B. auch an Waldrändern) und das macht diese so interessant.

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Das Gleichgewicht der Kräfte

Wer seinen Gartenteich über viele Jahre erfolgreich pflegt und natürlich auch genießt, hat entweder Glück und macht zufällig alles richtig oder er kennt die Grundlagen wie ein solcher Gartenteich funktioniert. Die biologischen und chemischen Kreislaufsysteme im Lebensraum Teich greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Das Zauberwort heißt „Nährstoffe“ und wie überall in der Natur dreht sich auch im Gartenteich alles um diese Ressourcen. Wie gelangen nun Nährstoffe in den Gartenteich? Zuerst einmal gibt es die Wege, die wir nur indirekt beeinflussen könne, z.B. bei der Planung des Gartenteiches: Blätter, Laubfall im Herbst, Pollen, Insekten usw. sind energiereich und setzen beim Abbau durch Mikroorganismen Nährstoffe frei. Aktiv Nährstoffe bringen wir in den Gartenteich, wenn wir Fische pflegen. Fischausscheidungen und Futterreste belasten das Wasser ganz erheblich und sorgen bei vielen Gartenteichen für einen Nährstoffüberfluss.

So wird Wasser sauber

Die Reinigungskräfte in einem Gartenteich sind exakt die gleichen wie in der freien Natur oder auch in einer Kläranlage: Pflanzenreste, Futterreste, tote Wasserinsekten usw. werden durch Mikroorganismen zersetzt und die in der Körpersubstanz enthaltenen Nährstoffe freigesetzt. Ganz wichtig ist die Tatsache, dass bei diesem Abbau Sauerstoff verbraucht wird. Freigesetzte Stickstoffverbindungen werden im Gartenteich durch eine andere Gruppe von Mikroorganismen abgebaut (siehe Abb. 1). Die wichtigsten beiden Wasserwerte geben Aufschluss über den Zustand und die Stabilität des Gartenteiches: Der pH-Wert sollte relativ konsant um pH 8 liegen und die Karbonathärte nicht unter 4 absinken, da ansonten der pH-Wert zu stark schwanken kann.

Immer Schuld: die Algen

Algen sind ein Horror für Gartenteichbesitzer und der Sündenbock schlechthin. Schlimmer wäre aber die Situation ganz ohne Algen, denn die Funktion, die die Algen im Kreislaufsystem Gartenteich besetzen ist immens wichtig. Algen gehören zum Pflanzenreich und produzieren bei ihrem Stoffwechsel - als Abfallprodukt der Photosynthese - Sauerstoff, der vom gesamten Gartenteich benötigt wird. In der Nahrungskette sind Algen das unterste und sichtigste Glied, von dem sich die Kleinkrebse und Wasserinsekten ernähren. Algen und Kleinkrebse bilden ein „Räuber-Beute-System“, welches sich gegenseitig kontrolliert und reguliert. Schwache Algenblüten sind in einem Gartenteich ganz normal und werden durch die Kleinkrebse innerhalb kurzer Zeit „abgegrast“. Eine Massenvermehrung von Algen zeigt immer an, dass der Gartenteich aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Grob einteilen kann man Algen in drei Gruppen:
Schwebealgen
Ein- und mehrzellige Algen, die im Wasser schweben und für die mehr oder weinger kräftige grüne Farbe sorgen. Gegen Schwebealgen helfen Kleinkrebse (wachsen gut durch die Verbesserung der Lebensumstände), Nährstoffentzug (schön gemein, die Algen verhungern) oder Fällungsmittel, die die Algen verklumpen.
Blaualgen
Oder auch Cyanobakterien genannt, gehören eigentlich zu den Bakterien. Sie sind glücklicherweise selten und sondern Giftstoffe (Toxine) ab. Der Geruchstest gibt Gewissheit: Eine kleine Probe der Algen wird in der Handinnenfläche zerrieben. Riecht es, sind es sicher Blaualgen.
Fadenalgen
Die matten- und watteartigen Beläge sind ein echter Klassiker und wachsen fast schneller als man sie mechanisch ausräumen kann. Das bringt auch nichts, denn die in Symbiose mit den Fadenalgen lebenden Bakterien und Schleimpilze werden dabei nicht entfernt. Fadenalgen wachsen danach eher noch stärker. Gut hilft die lokale Bekämpfung durch Aktiv- Sauerstoffprodukte oder der Nährstoffentzug.

Worauf muss man achten?

Dauerhafte Freude am Gartenteich mit möglichst wenig Pflegeaufwand ist das erklärte Ziel. Damit die Kreislaufprozesse gut funktionieren, muss bei der Planung und Pflege des Gartenteiches harmonisch vorgegangen werden. Ein kleiner Teich von 2.000 Litern Volumen kann auch durch ein großes Filtersystem nicht als Koiteich funktionieren. Technik und Pflegemaßnahmen müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein, damit Sie langfristig Spaß an Ihrem Gartenteich haben. Ihr TOMY’S ZOO Fachmarkt ist im Einzelfall Ihr kompetenter Ansprechpartner.

10 Knigge-Regeln für die erfolgreiche Gartenteichpflege:

Regel 1: Du sollst keinen Gartenteich unter einem Baum haben, denn die Blätter belasten das Wasser.

Regel 2: Ist Dein Gartenteich unter einem Baum, benutze im Herbst ein Netz, um das Laub fernzuhalten.

Regel 3: Beschränke Dich bei der Menge an Fischen, denn Fische wollen fressen und ausscheiden. Futterreste und Ausscheidungen belasten das Wasser.

Regel 4: Wenn du Fische hast, füttere nur hochwertiges Futter, um die Menge an Fischausscheidungen gering zu halten.

Regel 5: Kleine Algenblüten sind normal und regulieren sich von selbst.

Regel 6: Algenmassenvermehrungen sind nicht normal, unternimm schnell etwas und beseitige die Ursachen und nicht die Symptome.

Regel 7: Hauptgrund für Algenblüten sind zu viele Nährstoffe (Nitrate und Phosphate).

Regel 8: Teste dein Wasser regelmäßig. Ideal sind Stäbchentests, die die 5 wichtigsten Wasserwerte mit einem Test anzeigen.

Regel 9: Hast du keine Stäbchentests, kauf Dir welche. Gartenteichpflege ohne Wasser testen ist wie Auto fahren ohne Tacho.

Regel 10: (die wichtigste) Setze dich so oft wie möglich an Deinen Gartenteich und genieße das Leben.