Buchtipp

KOI Japanische Farbkarpfen
Titel:
KOI Japanische Farbkarpfen
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Hans Gonella
Art.Nr.:
3931792714
Details:
87 Seiten, viele Farbfotos
Beschreibung:
Das ideale Buch für alle Erstinteressierten zum Thema Koi im Gartenteich. Von den Grundlagen des Teichbaues bis hin zu den verschiedenen Farbvarianten der Tiere werden alle Themen besprochen.

Der Naturteich

Ein kleines Stück Natur vor der Haustür

Der besondere Reiz des Teiches besteht darin, dass er, mehr als das sonst im Garten möglich ist, den Eindruck vermittelt, ein Stück Natur vor der Haustür zu haben. Der Fachmann unterscheidet hierbei zwischen Naturteich und Gartenteich.

Die Grenze zwischen einem Naturteich und einem Gartenteich oder auch Wassergarten ist fliessend, unterscheidet sich allerdings durch die Anlage und Ausstattung.

Während der Gartenteich durch den Besatz mit schönen exotischen Seerosen, und die Haltung ausgefallener Goldfische und Koi sowie der gestalterischen Einbeziehung in die Gartenarchitektur mit Terrassenübergängen, Brunnen oder Quellsteinen auffällt, wird der Naturteich mittels einheimischer Sumpf- und Wasserpflanzen und ebenso einheimischer Tierarten bedarfsgerecht aufgebaut unter der Prämisse, ein möglichst natürliches Biotop zu erstellen.
Nach ca. 2-3 Jahren entsteht ein stabiler Lebensraum, der sich zu einem Großteil selbst reguliert und in dem man dann nur noch sporadisch eingreifen muß.

Planung und Gestaltung

Ein entscheidender Faktor für das Gelingen ist der richtige Standort. Je nach geplanter Größe des Teiches sollte zumindest die nach Süden gerichtete Seite des Teiches wenigstens 6 Stunden pro Tag von der Sonne bestrahlt werden. Eine Teilschattierung kann besonders im Hochsommer von Vorteil sein, damit bei hohen Temperaturen keine Überhitzung eintritt. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass der Schatten nicht von Bäumen mit hohem Laubeintrag im Herbst oder Blüten und Früchten, welche das asser stark belasten, gespendet wird.
Die Größe des Teiches ist meist durch die Gartenanlage vorgegeben. Planen Sie dennoch so auslagernd wie möglich. In einem großen Naturteich wird sich das biologische Gleichgewicht bei weitem schneller einstellen und über die Jahre konstant halten, als in einem kleinen Teich.

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Baumaterial und Gestaltung des Teichbettes

Ob man einen Fertigteich aus Kunststoff, einen Folienteich oder einen Teich mit einer Abdichtung aus Ton oder Lehm bevorzugt, ist dem Geschmack und den Möglichkeiten des Besitzers überlassen. Grundsätzlich bietet sich jedoch ein Fertigteich aus Kunststoff für kleinere Anlagen und ein Folienteich für mittlere bis große Teichanlagen an.

Nach dem Aushub wird empfohlen, eine feine Sandschicht von ca. 10 cm auf die Teichschale aufzubringen oder ein Teichvlies als Unterlage auf dem Teichgrund einzusetzen. Bereits beim Aushub ist auf die unterschiedlichen Bepflanzungszonen zu achten. Hier unterscheiden wir:
Die Tauchpflanzenzone sollte eine Tiefe von 1,5 bis 2 Meter (ist daher nur in größeren Teichanlagen möglich) aufweisen und bietet dadurch Molchen, bestimmten größeren Wasserinsekten sowie Fischen und Fröschen optimale Lebensbedingungen bzw. Überwinterungsmöglichkeiten.

Folgende Pflanzen können hier vorkommen

Laichkräuter, wie zB. das Krause Laichkraut (P. crispus) und das Glänzende Laichkraut (P. lucens). Sehr schön, aber schwer zu pflegen ist der spreizende Hahnenfuß (Ranunculus ciricinatus).
Tausendblätter (Myriophyllum), Armleuchteralgen der Gattung Chara, Wasserpest (Elodea canadensis) und die Grundnessel (Hydrilla verticillata).

Die Tiefenzone kann man auch als die Zone der Schwimmblattpflanzen bezeichnen. Diese Zone im Naturteich beinhaltet die Königin der Teichpflanzen, die Seerose.
Für die beiden einheimischen Arten, die weiße und die glänzende Seerose (Nymphaea alba und N. candida) muß das Wasser zwischen 80 und 100 cm tief sein.

Ein Kleinod für das flachere Wasser und den Übergang in die Flachwasserzone mit ca. 30 cm Wassertiefe ist die Zwergteichrose (Nuphar pumilium).

In der Flachwasserzone wachsen die attraktivsten Sumpfpflanzen und sie ist auch für die Biologie des Naturteiches wichtig. Hier entwickeln sich die Jugendstadien der meisten Wasserinsekten und Amphibien.

Der Übergang von der Flachwasserzone in die Sumpfzone ist fließend, ebenso wie der weitere Übergang in die Röhrrichtzone. In diesem Bereich lassen sich sehr viele Pflanzen kultivieren und die Auswahl ist sehr groß.

Auch dieser Bereich gehört zur Faulschlammzone im Naturteich und je nach den örtlichen Gegebenheiten lässt sich die Zone überleiten in eine Rohr-Schilfzone oder eine Feuchtwiese, wenn entsprechend Platz vorhanden ist.

Fische

In Teichen und Tümpeln leben relativ wenige Fischarten. In einem Naturteich sollten nur so viele Fische eingebracht werden, dass diese mit dem natürlich vorgegebenen Futterangebot zurechtkommen.

Folgende Fischarten sind für den Naturteich geeignet

Der Bitterling
Bitterling
(Rhodeus sericeus)
erreicht eine Größe von 6 – 9 cm und gehört zu den karpfenartigen Fischen. Er ernährt sich von Algenaufwuchs und Krebsen.

Die Elritze
Elritze
(Phoxinus phoxinus) ist ein typischer Schwarmfisch von 6 – 10 cm Größe, der in der oberen Wasserschicht auf Jagd nach Kleintieren und Insekten geht.

Der dreistachelige Stichling
Stichling
(Gasterosteus aculeatus) ist ein Kleinfisch mit einer Größe von 5 – 8 cm. Er ernährt sich von Würmern und anderem Kleingetier.

Das Moderlieschen
Moderlieschen
(Leucaspius delineatus) ist ein kleines silbrig-braunes 4 –6 cm großes Schwarmfischchen mit spindelförmigem Körper. Es hält sich gerne am Teichboden auf, wo sie Algen abweiden und Larven und Kleintieren aller Art nachstellen.

Die Rotfeder
Rotfeder
(Scardinius erythophthalmus) ist der wohl schönste einheimische karpfenartige Fisch, mit einer Körperlänge von 10 – 20 cm und einer silbrigen Grundfärbung mit schönen roten Flossen. Die Rotfeder ernährt sich hauptsächlich von weichen Unterasserpflanzen. Sie eignet sich daher zur biologischen Bekämpfung von Fadenalgen.

Ist die grundsätzliche Entscheidung zu Gunsten der Errichtung eines Naturteiches oder die Umgestaltung eines Gartenteiches zu einem naturnahen Teich gefallen, wird man viel Freude an der Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit eines lebendigen Biotops haben, wie es ein Naturteich darstellt.