Buchtipp

Ihr Hobby - Gartenteiche
Titel:
Ihr Hobby - Gartenteiche
Verlag:
BEDE Verlag
Autor:
Bernd Degen
Art.Nr.:
LI3276
Details:
79 Seiten, gebunden mit vielen Farbfotos.
Beschreibung:
Wasser ist Leben - der Mensch fühlt sich zum Wasser hingezogen. Gartenteiche kommen dem menschlichen Wunsch, dem Element Wasser nahe zu sein, sehr entgegen. Mit diesem Buch, das Sie in die Praxis des Teichbaus sowie die Tier- und Pflanzenwelt einführt, kommen Sie Ihrem Traum vom eigenen Gartenteich schnell näher.

Futterzeit im Teich

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling erwachen auch die Fische im Teich wieder aus Ihrer Lethargie. Nach den langen Wintermonaten kommen sie nun häufig in die oberen Wasserschichten des Teichs und suchen nach Futter. Unser gemäßigtes Klima verhindert zwar dass die Fische überwintern, je niedriger die Temperatur ist, desto weniger sind sie aktiv und dementsprechend niedriger ist der Stoffwechsel. Ist die tiefste Stelle im Teich zumindest 80 cm tief, werden die untersten Wasserschichten durch das Erdreich gewärmt, selbst wenn die Lufttemperaturen dann niedrig sind und dadurch die oberen Wasserschichten gefrieren. Im Winter ist, im Gegensatz zu den übrigen Jahreszeiten, das wärmste Wasser am Grunde des Gewässers. Dieses Phänomen ist von der Menge des Wassers abhängig, es ist daher unbedingt jegliche Art der Umwälzung des Wassers zu vermeiden.

Die Fütterung hängt von der Temperatur ab

Nachdem der Stoffwechsel im kalten bzw. eisigen Wasser nur mehr schlecht funktioniert, sollte unterhalb einer Temperatur von 7°C, kein Futter mehr gereicht werden. Lassen Sie Sich dabei nicht von der Fresssucht der Tiere verführen. Futter, das bei derartigen Temperaturen verabreicht wird, durchläuft zwar den Verdauungstrakt, wird jedoch nicht korrekt von dem ruhenden Organismus aufgenommen. Dies führt zu Problemen, wenn die Temperatur des Wassers wieder steigt und sich dadurch die Körperfunktionen wieder normalisieren.

Die Ernährung der Teichbewohner hängt direkt von der herrschenden Temperatur ab. Zur verabreichenden Menge gilt die Faustregel, dass die richtige Menge binnen weniger Minuten aufgefressen sein sollte.

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Die richtige Nahrung

Es wird eine Vielzahl verschiedener Futtersorten angeboten, wobei Qualität bei der Auswahl immer im Vordergrund stehen sollte. Hochwertige Produkte fördern das Immunsystem und machen damit die Fische gegenüber Krankheiten unempfindlicher.

Die Mehrheit der im Handel erhältlichen Futtersorten wird als schwimmfähige Pellets angeboten, da diese die Tiere an die Oberfläche locken, womit auch gleichzeitig eine richtige Dosierung ermöglicht wird.

Auf diese Art kann der Betrachter auch etwaige Krankheiten erkennen. Fressen die Fische über einen Zeitraum von zwei Tagen nicht, sollte die Fütterung vorerst eingestellt und nach den Ursachen geforscht werden. Ein möglicher Grund könnte das zu starke Absinken der Temperaturen in der Nacht sein. Aber auch Verstopfung, ausgelöst durch falsche Ernährung, kann ein Grund dafür sein. Der Verdauungstrakt von Koi- und anderen Karpfenfischen ist besonders lang, und deshalb muss ihre Nahrung einen großen Teil pflanzlicher Stoffe enthalten.

Die für die industrielle Fischzucht hergestellten Pellets, d.h. für Fische, die später zum Verzehr gedacht sind eignen sich nicht für die Fütterung der Teichfische, da ihre Zusammensetzung unausgeglichen reich an Fetten ist. Ihre Verwendung als Hauptfutter kann daher zu ernsthaften Problemen führen. Speziell für Koi und andere karpfenartige Fische hergestellte Produkte sind von ausgesuchter Qualität und enthalten alles, was für ein gesundes Wachstum der Tiere erforderlich ist. Sie enthalten Proteine, Calcium, Mineralsalze, Kohlenhydrate und Vitamine. Die Verwertung der Proteine hängt von der Temperatur des Wassers ab. Daher kann ein Überschuss an Proteinen während der kalten Jahreszeit zu einer starken Verschmutzung des Wassers führen, dies wiederum führt zu einem Sinken des Sauerstoffgehalts, gerade zu einer Zeit in der ihn die Fische am nötigsten brauchen. Bei winterlichen Temperaturen eignet sich daher Futter auf Basis von Weizenkeimen, welches leicht verdaulich ist, am besten.

Neben dem Ernährungsaspekt haben verschiedene Inhaltsstoffe auch einen direkten Einfluss auf die Färbung der Fische. In farbverstärkenden Futtersorten wird meist Karotin, das für eine Verstärkung der roten Farbe der Fische sorgt, verwendet. Die aus Mexiko stammende Algenart Spirulina, ist die beste Quelle für natürliches Karotin. Auch andere Inhaltsstoffe, wie z.B. Astaxanthin haben direkte Auswirkungen auf die Färbung von Haut und Schuppen.

Die größte Anziehungskraft übt natürlich lebendes Futter auf unsere Lieblinge aus, nicht zuletzt deshalb, weil es sich bewegt und damit Aufmerksamkeit weckt. Dieses Futter ist reich an Vitaminen und kommt daher dem Stoffwechsel zugute. Lebendfutter sollte vor der Verfütterung gut gewässert werden, um eine Einschleppung etwaig schädlicher Substanzen zu vermindern.

Jede Nahrung sollte, die für einen funktionierenden Stoffwechsel unverzichtbaren Vitamine enthalten. In ihren natürlichen Lebensräumen nehmen Fische durch ihre vielfältige Nahrung, ausreichende Mengen Ascorbinsäure, aus der sie Vitamin C synthetisieren können, zu sich. Im Gartenteich obliegt es daher dem Pfleger, dafür zu sorgen, dass sie davon genügend erhalten.

Die Freude am Anblick gesunder Tiere in einem ebensolchen Umfeld ist der Lohn für eine ausgewogene Ernährung.