Buchtipp

Bartagamen und Kragenechsen
Titel:
Bartagamen und Kragenechsen
Verlag:
Natur und Tierverlag
Autor:
Andree Hauschild, Hubert Bosch
Art.Nr.:
3931587177
Details:
95 Seiten, viele Farbfotos, kartoniert
Beschreibung:
Die Autoren Andree Hauschild und Dr. Hubert Bosch haben sich die Aufgabe gestellt, ein Buch über Bartagamen und Kragenechsen zu verfassen. Mit größter Sorgfalt wurden alle Informationen zum Thema ausgewertet, und mit den langjährigen eigenen Erfahrungen bei der Pflege und Zucht der Tiere verknüpft. Es ist ein Buch entstanden, daß dem Terrarianer eine große Hilfe im Umgang mit diesen interessanten Tieren ist.

Bartagamen - Pogona vitticeps

Bartagamen stammen aus der Familie der Agamen (Agamidae), welche wiederum in die Nähe der Leguan- und Chamäleonfamilien gehören. Agamen sind nicht immer leicht von Vertretern anderer Echsenfamilien zu unterscheiden. Manche Leguane und Agamen sehen sich so ähnlich, dass man sie nur aufgrund ihrer unterschiedlichen Bezahnung unterscheiden kann (Kieferstellung und Schädelbau sind Merkmale).
Das Wort „Pogon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Bart“, was also auf die dunkelfarbige Kehle mit ihren rauhen Schuppen hinweisen soll. Die meisten Arten blähen den „Bart“ bei Furcht und Aggression auf.

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Größe und Färbung

Die Gesamtlänge liegt zwischen ca. 30 und 60 cm, wobei es Ausnahmen gibt, von denen noch extremere Maße bekannt sind. Bartagamen gehören damit zu den großen Vertretern ihrer Familie. Braun- und Grautöne dominieren, jedoch zeigen lokale Färbungsvarianten kräftige Farben wie Rot, Orange und Gelb.
Die Oberseite des Körpers ist mit einer rautenförmigen Zeichnung versehen; Bauch und Brust sind einfarbig Weiß mit einem Ocellenmuster. Im Nacken und auf dem Hinterkopf haben sie Stachel- und Körnerschuppen, die artspezifisch ausgebildet sind.

Herkunft

Bartagamen sind sowohl in den Terrarien wie auch in ihrer Heimat sehr populäre Echsen. Sie sind fast in ganz Australien verbreitet, bis auf den extremen Norden und den äußersten Südosten.

Verhalten

Das soziale Verhalten bei Agamen zeigt sich in einer Vielfalt von Körperhaltungen, Färbungen und Mustern. Aggressive Verhaltensabläufe zwischen Männchen einer Art sowie allgemeine Durchsetzungs- bzw. Rangansprüche sind die bekanntesten Formen von Sozialverhalten bei Agamen. Sie sind häufig territorial, d.h. sie bilden Reviere aus.
Die Männchen imponieren den Weibchen, indem sie den Kopf auf und ab bewegen; die Weibchen wiederum „Nicken“ und signalisieren damit Demut, Bereitschaft oder Desinteresse.

Haltung

Bartagamen sind sonnenliebende Reptilien und bevorzugen eine Körpertemperatur zwischen 28 und 40 °C. Da sie die Wärme nicht aus sich heraus produzieren können, müssen sie sich äußeren Quellen entnehmen. Bei in Gefangenschaft lebenden Bartagamen stellte man eine Vorzugstemperatur von 35,7 °C fest. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50-60% liegen.

Da Bartagagmen auf dem Boden leben und tagaktiv sind, sind sie auf ihre Augen mehr angewiesen als auf jedes andere Organ. Unter allen australischen Echsen ist der optische Sinn bei den Agamen am meisten ausgeprägt. Obwohl sie ein Jacobsonsches Organ (Züngeln) besitzen, wird es kaum von ihnen genutzt. Es ist auch erwiesen, dass Agamen zwischen verschiedenen Farben unterscheiden können. Die meisten Bartagamen besitzen eine deutlich sichtbare Ohröffnung, trotzdem ist ihr Gehörsinn weniger ausgebildet als bei Säugetieren oder Vögeln.

Obwohl Bartagamen überwiegend bodenbewohnend sind, sollte man trotz bescheidener Kletterkünste eine zweite Ebene im Terrarium einplanen – aus diesem Grund sollte das Terrarium nicht zu flach ausfallen. Auch auf richtige Beheizung und Beleuchtung muß unbedingt geachtet werden. Unsere Mitarbeiter stehen ihnen bei der Auswahl der passenden Produkte mit Rat und Tat gerne zur Seite.
Jungtiere können bereits nach einem Jahr geschlechtsreif sein. Man sollte die Tiere paarweise halten; es funktioniert jedoch auch eine Konstellation aus einem Männchen und zwei oder drei Weibchen. Die Haltung von mehreren Männchen in einer Gruppe wird nicht problemlos funktionieren,es wird zu aggressiven Handlungen und daraus resultierenden Verletzungen kommen.

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Ernährung

Bartagamen suchen ihre Beute nicht aktiv, sondern sind Ansitzjäger, d.h. sie lauern von einer Warte aus auf Beute. Sie fressen alles, was sie von der Größe her überwältigen können. Neben verschiedenen Wirbellosen stehen kleine Wirbeltiere einschließlich eigener Artgenossen auf dem Speiseplan. Frösche und Jungvögel gehören ebenfalls zum Beutespektrum. Früchte, Blüten und Blätter werden je nach Saison verspeist, wobei sie gelbe Blüten bevorzugen.

Im Terrarium kann man Endivien- und Eissalat, Löwenzahn, Chinakohl, Chicoree sowie Zucchini, Sellerie, Karotten, Tomaten und Obststücke anbieten. Weiters nehmen sie gerne Grillen, Heimchen und Heuschrecken an. Futterinsekten sind immer frisch in unseren Geschäften lagernd.

Praktisch ist auch die Verwendung von fertigem Bartagamenfutter von ZooMed in Pelletsform. Dieses Futter ist sowohl für Jungtiere, wie auch für erwachsene Tiere erhältlich und enthält alle Vitamine und Spurenelemente.

Zucht

Alle Bartagamen sind bei ihrer Fortpflanzung an einen jahreszeitlichen Rythmus gebunden. Als günstigste Jahreszeit gilt das australische Frühjahr (europ. Herbst). Der eigentlichen Paarung geht ein sehr interessantes Balzritual voraus. Die Männchen imponieren zunächst mit Kopfnicken und präsentieren ihren breiten „Bart“. Bei der eigentlichen Paarung hält das Männchen das Weibchen mit einem festen Biss im Nacken fest. Einmal befruchtet kann ein Weibchen mehrere Gelege in einem Jahr ablegen.
Die Tragezeit dauert ca. 5-6 Wochen. Kurz vor der Ablage kann man durch den prallen Bauch deutlich die Eier erkennen. Auch durch gierige Nahrungsaufnahme kann man die kurz bevorstehende Eiablage erkennen. Das Weibchen gräbt probeweise einige Löcher, um eine geeignete Eiablagestelle zu finden.
Ist eine geeignete Stelle gefunden, legt das Weibchen bis zu max. 40 Eier, die ca. 20-30 cm tief im Boden vergraben werden. Die ausgehobene Ablagegrube wird anschließend wieder sehr sorgfältig geschlossen.
Durchschnittlich benötigen die Eier ca. 85 Tage bis zum Schlupf. Die geeignetste Temperatur liegt bei ca. 27 - 28° C und die Luftfeuchtigkeit sollte über 90% betragen. Einige Tage vor dem Schlüpfen verfärben sich die Eier graublau und Feuchtigkeit tritt an der Schale aus. Bald darauf kann man den Eizahn erkennen, mit welchem die Jungtiere die Eischale durchstossen.
Die geschlüpften Jungtiere sollten in kleineren Gruppen gehalten werden. Über ruppige Rangeleien unter den Jungtieren wurde schon berichtet.
Auch ist bei der Aufzucht auf größtmögliche Hygiene zu achten. Deshalb sollte das Aufzuchtterrarium möglichst pflegeleicht ausgestattet sein.

Terrariengröße laut österreichischem Tierschutzgesetz

Für 1-2 Tiere bis 12 cm    0,4 m2 Grundfläche bei 40 cm Höhe,

für 1-2 Tiere bis 20 cm     0,6 m2 Grundfläche bei 50 cm Höhe,

für 1-2 Tiere bis 40 cm     0,8 m2 Grundfläche bei 60 cm Höhe,

für 1-2 Adulte Tiere          1,0 m2 Grundfläche bei 80 cm Höhe,

für jedes weitere Tier +0,4 m2 Grundfläche.

 

Literatur

BARTAGAMEN und KRAGENECHSEN, Hauschild & Bosch, NTV Verlag, 95 Seiten, Art.Nr.: 3931587177, € 19,80

DIE BARTAGAME, Hauschild, NTV Verlag, 61 Seiten, Art.Nr.:3937285202, € 9,80

LEBEN MIT BARTAGAMEN, NTV Verlag, Art.Nr.: 393158772X, € 19,80

DIE BARTAGAME, Müller, Kirschner & Seufer Verlag, 78 Seiten, Art.Nr.: LI1930, € 19,80

BARTAGAMEN ZU HAUSE, BEDE Verlag, Art.Nr.: 3768, € 8,20

IHR HOBBY BARTAGAMEN, BEDE Verlag, Art.Nr.: 389860084X, € 13,20

BARTAGAMEN, Köhler/Griesshammer/S., Herpeton Verlag, Art.Nr.: 3936180040, € 29,70

BARTAGAMEN, Busch, Ulmer Verlag, DATZ, Art.Nr.: 3800153824, € 20,50