Buchtipp

Chamaeleo calyptratus
Titel:
Chamaeleo calyptratus
Verlag:
NTV Verlag
Autor:
Wolfgang Schmidt
Art.Nr.:
3931587142
Details:
79 Seiten, kartoniert, mit vielen Farbfotos.
Beschreibung:
Der Autor geht in seinem Buch auf alle wichtigen Aspekte zur richtigen Pflege und Zucht des Jemenchamäleons ein. Zahlreiche Abbildungen dokumentieren und unterschreichen zugleich, wie außergewöhnlich und interessant diese Art für die Terraristik ist.

Jemenchamäleon

Chamäleons nehmen unter den Amphibien und Reptilien, die im Terrarium gepflegt werden, eine ganz besondere Stellung ein, da sie wie kaum ein anderes Tier eine erstaunliche Faszination auf die Menschen ausüben.

Bereits vor etwa 195 Millionen Jahren entwickelte sich die heutige Ordnung der Schuppenkriechtiere, aus der sich dann im Laufe der Zeit die Familie der Chamaeleonidae herausbildete. Man vermutet, dass diese die Erde seit mehr als 60 Millionen Jahren bevölkert.

Inzwischen gelten hauptsächlich zwei Chamäleonarten als besonders gut halt- und züchtbar: das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) und das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis).

FotoFoto

Größe und Färbung

Das Jemenchamäleon gehört zu den größten Chamäleonarten; Männchen werden bis über 60 cm groß, Weibchen bleiben deutlich kleiner und erreichen eine maximale Gesamtlänge von 45 cm. Eine der bekanntesten Eigenschaften der Chamäleons ist der Farbwechsel, zu dem das Jemenchamäleon in ganz besonderem Maß fähig ist. Die Ruhefärbung der Weibchen ist ein etwas aufgehelltes Blattgrün. Die Männchen sind auch in Ruhe deutlich kontrastreicher gefärbt.

Herkunft

Jemenchamäleons haben ihr Verbreitungsgebiet von den südlichen Teilen der arabischen Halbinseln bis in die Region Aden im Jemen. Es handelt sich dabei um eine Gebirgskette und teilt sich in zwei unterschiedliche Biotope, den westlichen Berghängen und den zentralen Hochebenen.

Verhalten

Da Regungslosigkeit einen guten Schutz vor Feinden bietet, aber auch beim Auflauern von Beute wichtig ist, haben die Chamäleons die Fähigkeit entwickelt, regungslos ihre Umwelt zu beobachten und ohne auffallende Körperbeweg-ungen so ihre Nahrung zu erbeuten. Zu diesem Zweck sind die Augen unabhängig voneinander bewegbar. Auch der Zungenschuß (Beutemachen über Einfangen mit weit herausgeschleuderter Zunge) ist hier eine weitere Besonderheit dieser Tiere und passt in die Strategie, sich möglichst in keiner Lebenssituation durch unnötige Bewegungen zu verraten.

Das auffälligste Kennzeichen des Jemenchamäleons ist der riesige Helm, der bei großen Männchen bis zu acht Zentimeter Höhe erreichen kann. Auch die Weibchen besitzen einen Helm, der jedoch wesentlich kleiner ist. Über die Funktion dieses Helmes kann nur spekuliert werden. Da er aber bei den Männchen ausgeprägter ist, vermutet man, dass er als sekundäres Geschlechtsmerkmal zu werten ist. Ein weiteres unverkennbares Merkmal sind die zu Greifzangen umgeformten Hände und Füße. Dabei sind jeweils zwei und drei der fünf Finger und Zehen miteinander verwachsen. Mit diesen Greifzangen können sich die Chamäleons problemlos im Geäst bewegen und finden auch auf schaukelnden Ästen einen sicheren Halt.

Haltung

Das Jemenchamäleon ist, wie die meisten Chamäleonarten, rein tagaktiv. Von Natur aus ist es ein Einzelgänger, kann aber unter Umständen mit anderen Jemenchamäleons vergesellschaftet werden.

Chamäleons sind wechselwarme Tiere und sind daher nicht in der Lage, die erforderliche Körpertemperatur eigenständig zu erreichen. Somit beginnen sie ihren Tag meist mit einem ausgiebigen Sonnenbad – dies findet auch im Terrarium unter einem Spotstrahler statt.

Bei der Haltung von Jemenchamäleons steht dem Pfleger – anders als bei den meisten Chamäleonarten – bezüglich Luftfeuchtigkeit und Temperatur ein verhältnismäßig breiter Spielraum zu Verfügung. Trotzdem stellen sie, obwohl sie relativ robust sind, einige Ansprüche an ihren Halter.
Bezüglich näheren Informationen zur Haltung und Pflege dieser interessanten Tiere wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter. Auch Fachliteratur zu diesem Thema ist in allen unseren Filialen erhältlich.

Ernährung

Das Jagdverhalten von Chamäleons ist sicher eine der faszinierendsten Verhaltensweisen, wenn die Lauerjäger blitzschnell mit ihrer Zunge Futtertiere "schießen". Hochwertige und ausgewogene Ernährung ist bei der Pflege von Jemenchamäleons ein sehr wichtiger Aspekt. Neben den üblichen Insekten wie Grillen, Heimchen und Heuschrecken, fressen einige Exemplare darüber hinaus auch Obst und grüne Blätter. Die Insekten müssen bei jeder Fütterung gut mit einem Vitamin-Mineralstoff-Pulver eingestäubt werden.

Terrariengröße laut österreichischem Tierschutzgesetz

Für 1-5 Tiere bis 10 cm    0,1 m2 Grundfläche bei 50 cm Höhe,

Aufzuchtbecken

für 1-2 Adulte Tiere          0,8 m2 Grundfläche bei 100 cm Höhe,

für jedes weitere Tier +0,4 m2 Grundfläche.

 

Literatur

DAS JEMENCHAMÄLEON, Schmidt, NTV Verlag, 79 Seiten, Art.Nr.: 3931587142, € 19,80

DAS JEMENCHAMÄLEON, Schneider, NTV Verlag, Art.Nr.:3937285856, € 9,80

JEMENCHAMÄLEON UND PANTHERCHAMÄLEON, Kober/Ochsenbein, Kirschner & Seufer Verlag, Art.Nr.: 3980826422, € 26,80