Buchtipp

Python Regius
Titel:
Python Regius
Verlag:
Natur & Tier Verlag
Autor:
Thomas Kölpin
Art.Nr.:
LI1551
Details:
94 Seiten, kartoniert mit vielen Abbildungen.
Beschreibung:
-

Königspython / Python regius

Unter den Schlangen ist der Königspython in der Terraristik zweifellos eine der populärsten Arten. Als Vertreter der Riesenschlangen ist er ein gut zu handhabendes und daher oft gehaltenes Terrarientier, da er generell harmlos ist, eine relativ geringe Körpergröße hat und ein Temperament besitzt, das wenig zur Bissigkeit neigt.

Diese Schlange wurde zum ersten Mal Anfang des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich beschrieben, und zwar unter dem Namen Boa regia. Erst mehr als 40 Jahre später wurde sie in die Gattung Python eingereiht. Aus dem Namen Boa regia wurde Python regius. Der Ursprung des Gattungsnamen ist in der griechischen Mythologie zu finden; dort war Python ein schlangenähnlicher Drache.

Der Artname „regius“ bedeutet „königlich“. Der Königspython wird auch „Ball Python“ genannt, da sich das Tier zur Abwehrhaltung „einkugelt“ und so den Kopf zwischen den Körperringen schützt.

Der Königspython zählt zu den kleineren Vertretern der Gattung Python, die momentan sieben Arten umfasst.
Obwohl er häufig in Terrarien gehalten wird, sind Nachzuchterfolge im Vergleich zu anderen Riesenschlangen, wie z.B. dem Tigerpython oder der Abgottschlange (Boa constrictor), selten.

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Beschreibung

Python regius besitzt einen für Riesenschlangen typischen Körper: etwas plump, aber dennoch schlank und kräftig. Der Kopf ist kegelförmig und setzt sich deutlich vom Hals ab; die Hinterhauptswölbungen sind gut zu erkennen. Der Schwanz ist äußerst kurz und rübenförmig.

Auf beiden Seiten des Kopfes verläuft von den Nasenöffnungen bis zu den Schläfenregionen ein hellbrauner Längsstreifen.
Der Körper ist dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt. Die Grundfärbung wird an den Seiten durch große rundliche, ovale bis herzförmige hellbraune bis gelbliche Flecken unterbrochen; diese Zeichnung verläuft auch teilweise bis in den Rückenbereich hinauf. Die Übergänge zwischen den hellbraunen bis gelblichen Flecken und der Grundfärbung sind bei einigen Tieren mit einer weißen Trennlinie versehen.
Die Bauchseite ist weißlich bis elfenbeinfarbig und in der Regel ohne Zeichnung; nur die Schwanzunterseite ist stellenweise dunkel pigmentiert.

Die in der Literatur genannten Größenangaben von erwachsenen Tieren sind sehr unterschiedlich – es kann von einem Durchschnitt von 130 cm Gesamtlänge ausgegangen werden (obwohl man immer wieder von Tieren mit einer Länge von 180 bis 200 cm, ja sogar von einem Python regius mit 250 cm Länge liest).

Die Körpermasse ist natürlich in erster Linie von der Länge der Schlange abhängig. Auch Geschlecht und Fütterungszustand spielen dabei eine große Rolle. Bei optimalen Voraussetzungen sollte die weibliche ausgewachsene Schlange (bei einer Länge von 120 cm) zwischen 1,2 und 1,7 kg wiegen.

Verhalten

Der Königspython wird häufig als robuste Anfängerschlange bezeichnet. Das ist jedoch absolut falsch. Diese Schlange ist eine der sensibelsten und ist sehr stressanfällig, was oft zu Nahrungsverweigerung führt. Vor allem ein unruhiger Standort, zu viele Tiere in einem Terrarium oder zu häufiges Herausnehmen führen dazu. Jeder Königspython hat seine eigene Persönlichkeit, das zeigt sich beim Beuteerwerb, dem Verhalten Menschen gegenüber und bei der Stressempfindlichkeit.

Lebensraum und Lebensweise

Python regius ist über weite Teile Westafrikas, über einige Staaten Zentralafrikas bis in den Süden des Sudan verbreitet.

Der Königspython ist ein Bewohner der Guinea- und Sudan-Savanne, man findet gelegentlich Tiere auch im Regenwald. Die Guinea-Savanne kann als Feuchtsavanne bezeichnet werden – sie grenzt im Süden an einen Feuchtwald, der dann in den Regenwald übergeht. Im Norden besteht ein fließender Übergang zwischen Guinea-Savanne und trockener Sudan-Savanne. Stellenweise teilt der Python regius seinen Lebensraum mit dem Felsen- und Erdpython.

Über die Lebensweise der meisten Riesenschlangen ist sehr wenig bekannt.
Der Königspython lebt als adultes Tier vorwiegend auf dem Boden, ist aber dennoch in der Lage geschickt zu klettern. Er ist eine ausgesprochen dämmerungs- und nachtaktive Schlange. Den Tag verbringt er zurückgezogen in einem Versteck.

Als Rückzugs- und Versteckmöglichkeit dienen Nagetierbaue oder Termitenhügel; diese Baue spielen auch während der Brutzeit eine große Rolle. Es bleibt nicht nur die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem solchen Bau lange konstant, er bietet auch Schutz vor möglichen Feinden.

Der Königspython zeigt zwei unterschiedliche Jagdstrategien: Zum einen die des Lauerjägeres, zum anderen die aktive Jagd. Bei der ersten Methode liegt er gut getarnt am Boden und wartet auf vorbeikommende Opfer, die durch schnelles Zustoßen erbeutet werden. Bei der zweiten Methode kriecht die Schlange durch die Vegetation oder auch direkt in Nagetierbauten, um die Bewohner aufzuspüren.

Zum Nahrungsspektrum des Python regius zählen kleine Säugetiere und Vögel.
Dabei ist der Anteil an Vögeln bei den Männchen größer als bei den weiblichen Individuen. Die Weibchen wiederum bevorzugen deutlich mehr Säugetiere als Beute.

Haltung

Grundsätzlich sollte man sich vor dem Erwerb eines Tieres über die Haltung und Pflege ausreichend informieren. Bei der Auswahl des richtigen Terrariums stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Bei der Einrichtung sollte berücksichtigt werden, dass der Königspython gerne klettert und Äste auch als Ruheplatz verwendet. Es sollten auch Unterschlupfe angeboten werden, in dem sich das Tier ungestört fühlt und sich verstecken kann.

Das Wasserbecken benutzt der Python regius in erster Linie zum Trinken; die Tiere baden nur in Ausnahmefällen. Da die Tiere dämmerungs- bzw. nachtaktiv sind, sind keine besonderen Ansprüche an die Beleuchtungsart gestellt – es muß nur ein deutlicher Tag-Nacht-Rhythmus erkennbar sein.

Die relative Luftfeuchtigkeit sollte im Terrarium je nach Jahreszeit zwischen 60 und 95 % liegen; die durchschnittliche Temperatur sollte tagsüber etwa 30° C und nachts cirka 24° C betragen.

Eine der größten Schwierigkeiten bei der Haltung von Königspythons stellt die relativ häufige Nahrungsverweigerung dar. Es gibt kein Rezept, das gewährleistet, dass das Tier selbständig frisst.

Ist der Königspython einmal eingewöhnt, bereitet die weitere Pflege – bei einer optimalen Versorgung – in der Regel keine Probleme.

Terrariengröße laut österreichischem Tierschutzgesetz

Für 1-2 Tiere bis 50 cm    0,2 m2 Grundfläche bei 30 cm Höhe,

Aufzuchtbecken

für 1-2 Adulte Tiere          0,90 m2 Grundfläche bei 60 cm Höhe,

für jedes weitere Tier +0,2 m2 Grundfläche.

Literatur

DER KÖNIGSPYTHON, Kölin, NTV Verlag, 94 Seiten, Art.Nr.: LI1551, € 19,80