Buchtipp

Datz Terrarienbücher - Vogelspinnen
Titel:
Datz Terrarienbücher - Vogelspinnen
Verlag:
Ulmer Verlag
Autor:
Peter Klaas
Art.Nr.:
LI4270
Details:
142 Seiten, gebunden, Großformat
Beschreibung:
Der Autor Peter Klaas pflegt seit 25 Jahren Vogelspinnen und andere wirbellose Tiere im Terrarium. Viele Erstnachzuchten auch sehr schwieriger Vogelspinnen sind ihm gelungen. Er ist seit 1989 für das Insektarium im Kölner Zoo verantwortlich.

Mexikanische Rotbeinvogelspinne

Weltweit sind rund 35000 Spinnenarten bekannt, doch die größten und eindrucksvollsten unter ihnen sind ohne Zweifel die Vogelspinnen. Zur Zeit werden weltweit an die 800 Arten von Vogelspinnen unterschieden, doch dürften noch wesentlich mehr in der Abgeschiedenheit der tropischen Regenwälder verborgen sein. Vogelspinnen bevorzugen als Lebensraum neben den Trockensteppen und Savannen hauptsächlich die feuchtheißen Regenwaldgebiete.

Wir möchten in diesem Bericht speziell auf die aus Mexiko stammende und dort weit verbreitet Rotbeinvogelspinne (Brachypelma smithi) eingehen. Diese Art verdeutlicht jedermanns Vorstellung einer Vogelspinne: groß, behaart und farblich sehr ansprechend – aus diesem Grund zählt die Brachypelma smithi unter Spinnenfreunden zu den beliebtesten.

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Beschreibung

Es handelt sich um eine dunkelbraune bis schwarze Spinne mit braunen bis orange farbenen Haaren. Besonders auffällig sind die orangerot gebänderten Beine. Ein Bein besteht aus fünf Gliedern - das erste und zweite Glied ist schwarz, das dritte weist eine leicht beige-orange Färbung auf, am vierten ist das besondere Merkmal dieser Spinne zu erkennen: seine Farbe hängt vom Typ der Spinne ab, entweder es leuchtet rot oder orange. Das fünfte Glied ist samtschwarz wie das Abdomen. Dieses ist leicht mit orangen Haaren überzogen. Brachypelma smithi kann eine maximale Körperlänge von 9 cm erreichen. Bei perfekter Haltung im Terrarium haben die Spinnen-Weibchen eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren.

Die Rotbeinvogelspinne gehört zu den bodenbewohnenden Vogelspinnen und ist über einen großen Teil von Mexiko verbreitet. Sie lebt dort in den Trockenzonen, wobei sie sich immer in der Nähe eines Biotops aufhält. Die Luftfeuchtigkeit in diesen Gebieten liegt zwischen 70 und 80 % und die niederschlagende Feuchtigkeit nutzt die Spinne zum Trinken. Bodenbewohnende Vogelspinnen sehen recht kompakt aus und ihr Hinterleib kann ansehnliche Maße erreichen. Die Extremitäten sind relativ kurz und dick und zum geschickten Klettern schlecht geeignet. Die Brachypelma smithi bewohnt hauptsächlich selbstgegrabene oder übernommene Höhlen und kommt zeitweise auch tagsüber zum Nahrungserwerb heraus, wobei sie sich aber nur wenig vom Höhleneingang entfernen.

Im Gegensatz zu vielen ihrer Verwandten fangen Vogelspinnen ihre Beute nicht in Netzen, sondern lauern ihr auf. Dazu sitzen sie normalerweise am Eingang ihres Versteckes und warten darauf, dass ein geeignetes Opfer in die Nähe kommt, um dieses dann mit einem Giftbiss zu töten.

Haltung

Es ist für jeden Vogelspinnenbesitzer fast eine Pflicht, die Brachypelma smithi in seiner Anlage zu haben, wobei sie aber in der Haltung nicht unbedingt anspruchslos ist. Es ist sehr darauf zu achten, dass die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und die regelmäßige Futterannahme in Ordnung sind.

Wichtig ist zu bedenken, dass es sich bei dieser Spinne um eine Bombardierspinne handelt. Die Reizhaare sind so stark, dass sie Hautausschläge, Husten, Schwellungen der Haut und der Schleimhäute verursachen können.

Da sich diese Vogelspinne nicht sehr viel bewegt, sind auf die Größe des Terrariums keine großen Ansprüche gestellt. Es muß aber auf den richtigen Bodengrund, der leicht feucht zu halten ist, geachtet werden. Auch einige Zierkorkstücke sollten der Spinne als Unterschlupfmöglichkeit angeboten werden. Die Temperatur im Terrarium soll tagsüber bei 25 – 28 Grad Celsius liegen und kann nachts auf 20 Grad Celsius absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte 70 – 80 % betragen. Die Ernährung einer Brachypelma smithi ist nicht immer ganz unproblematisch – manche Tiere zeigen sich sehr wählerisch. Doch die meisten Tiere nehmen halbwüchsige Heuschrecken und große Grillen ohne zögern. Es sollte auch ständig ein Wasserbecken angeboten werden.

Da Spinnen eine sehr kleine Mundöffnung haben, müssen sie ihre Nahrung außerhalb des Körpers verdauen. Es wird Verdauungssaft in das Opfer gepumpt und die verflüssigte Nahrung dann mithilfe des Saugmagens aufgesaugt. Übrig bleiben nur die leere Hülle oder andere unverdauliche Teile des Opfers.

Ein wichtiger Punkt bei der Terrarienhaltung ist, Vogelspinnen sind Einzelgänger und treffen nur während der Paarung kurzzeitig mit Artgenossen zusammen.