Buchtipp

Titel:
Stabschrecken
Verlag:
NTV
Autor:
Ingo Fritzsche
Art.Nr.:
3937285849
Details:
64 Seiten, viele Farbfotos
Beschreibung:
Dieses Buch beinhaltet alles was man über Stabschrecken wissen muss. Angefangen vom Terrarium, der artgerechten Haltung, bis hin zur Ernährung.

Stab(heu)schrecken - die lebenden Äste

Wenn es eine Hitliste für skurrile Formen im Tierreich gäbe, wären Stabschrecken sicherlich ganz vorne mit dabei. Sie sind nicht groß und wehrhaft und sichern ihr Überleben deshalb mit einer perfekten Imitation von Ästen und Zweigen. Ihr Aussehen und sogar die Bewegungen lassen Stabschrecken im Gewirr eines Busches fast verschwinden. Sie sind problemlose Terrarienpfleglinge und die meisten Arten lassen sich einfach vermehren. Besonders schön für Kinder ist die Tatsache, dass die kleinen Stabschrecken im selben Terrarium aufwachsen können wie die Elterntiere.

Stabschrecken gehören zu der erfolgreichsten Tiergruppe auf unserem Planeten, den Insekten. In der Ordnung der Gespensterschrecken (Phasmiden), zu denen Stabschrecken gehören, sind mehr als 3.500 Arten bekannt, die fast alle in tropischen und subtropischen Regionen der Erde leben. Den Namen Gespensterschrecken, denn Phasma bedeutet „Gespenst“, erhielten diese Tiere wegen ihres skurrilen Aussehens. Einige Arten werden als „Wandelnde Blätter“, „Gespensterschrecken“ oder „Stabschrecken“ bezeichnet. Die Bezeichnung „Stabheuschrecken“ ist eigentlich nicht korrekt, denn Heuschrecken können springen und gehören verwandtschaftlich zu einer nahestehenden Gruppe. Die Nachbildung von Stängeln und Ästen ist eine sehr effektive Tarnung der Stabschrecken, die sich sogar beim Laufen so verhalten wie ein vom Wind hin- und her bewegter Ast.

 

Die Weibchen der Costa Rica Stabschrecken werden ca. 20 cm groß, wobei die Männchen nur knapp halb so lang und flugfähig sind. In einem 40 cm hohen Terrarium können die Tiere gut gehalten werden. Die Dekoration aus Himbeer-, Brombeer-, Buchen- und Rosenzweigen ist gleichzeitig auch das Futter, denn die Stabschrecken fressen die Blätter und sind so einfach und preisgünstig zu ernähren. Die Terrarientemperatur sollte 24 °C nicht übersteigen, wobei die notwendige Luftfeuchtigkeit durch abendliches Sprühen erzeugt wird. Die erwachsenen Stabschrecken können sich mehrere Stunden lang paaren und wenige Tage danach legen die Weibchen die Eier ab. Die Inkubationszeit der Eier beträgt bei 28 °C ca. 4 Monate und die ausschlüpfenden Nymphen haben bereits die stattliche Größe von 20 mm.

Die Peru-Stabschrecke ist eine erst 2005 entdeckte Stabschrecke, die sich in ihrer Heimat ausschließlich von Blättern des Pfefferbaums ernährt, aber als Ersatznahrung auch Ligusterblätter annimmt. Die gut getarnten Tiere zeigen bei Gefahr das Rot ihrer Flügel und sondern ein nach Essig riechendes Sekret ab. Die Haltung und Zucht dieser Tiere entsprechen denen der Costa Rica Stabschrecke.