Buchtipp

Warane
Titel:
Warane
Verlag:
Herpeton Verlag
Autor:
Bernd Eidenmüller
Art.Nr.:
3980289273
Details:
Lebensweise, Pflege, Zucht
Beschreibung:
Dieses Buch behandelt alle anerkannten Waranarten. Da das Hauptinteresse des Autors bei den kleineren Vertretern der Warane liegt, ist der Schwerpunkt des Buches auf die Arten aus dem Indo-australsichen Bereich gerichtet. Bernd Eidenmüller gehört zu denen, die bei der Haltung und Zucht von Waranen bei uns am erfolgreichsten sind.

Warane

Warane sind schon seit dem Altertum bekannt und bereits lange vor der Entstehung des Menschen besiedelten die Vorfahren der heutigen Warane die Erde. Man fand sowohl in Nord-Amerika als auch in der Mongolei Funde dieser Warane.

Alle heute lebenden Waranarten werden in der Gattung Varanus zusammengefasst. Die Gattung ist unterteilt in acht Untergattungen, wobei man hier wieder zwischen zwei geographischen Unterarten unterscheidet: die afroasiatische und die indoaustralische Art.

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 Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bernd Eidenmüller

 

Beschreibung

Allen Vertretern der Familie der Warane sind einige Merkmale gemeinsam und entsprechen dem typischen Bild einer Eidechse. Der schlanke bis kräftig entwickelte Körper weist vier gut ausgebildete Extremitäten, die je fünf scharfe Krallen tragen, einen länglichen Hals und Kopf sowie einen langen muskulösen Schwanz auf. Die Länge des Schwanzes ist artabhängig.

Was sie sofort von anderen Echsen unterscheidet, ist ihre deutlich gespaltete Zunge. Die Zunge der Warane ist sehr lang, vorne tief gegabelt und die beiden Spitzen laufen fein aus. Weiters sind Warane in der Lage, ihren Zungenbeinapparat abzuspreitzen, wodurch der Schlund vergrößert wird und größere Nahrungsstücke verschlungen werden können.

Die Färbung bzw. Zeichnung dient den Waranen primär als Schutztracht. Sie ist art- und altersabhängig und invidivduell verschieden. Sie besteht aus einer einheitlichen Grundfarbe, auf der, in unterschiedlichem Ausmaß, verschiedene Zeichnungselemente wie Ozellen, runde Flecken oder Bänder angeordnet sind.

Ebenso wie die Färbung und Zeichnung ist auch die maximale Gesamtlänge sehr unterschiedlich. Während der Komodowaran eine Gesamtlänge von mehr als drei Metern erreichen kann, ist der kleinste Waran (der australische Kurzschwanzwaran) mit etwa 25 cm ausgewachsen.

Lebensraum und Lebensweise

Warane haben fast alle Lebensräume erobert, da sie sowohl Sandwüsten, Grassteppen und Baumsavannen, aber auch tropische Regenwälder bewohnen. Daher kann man Warane nach ihrem bevorzugten Lebensräum in vier große Kategorien einteilen: Boden-, Felsen-, Baum- und Wasserbewohner. Sie sind in Afrika, Kleinasien, Süd- und Südost-Asien, aber auch in Australien und der Indo-australischen Inselwelt anzutreffen.

Über die Lebensweise der Warane ist nicht sehr viel bekannt, da die Tiere in freier Natur sehr scheu sind und eine große Fluchtdistanz haben. Wie alle Reptilien sind sie poikilotherm, d.h. ihre Körpertemperatur ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Da sie keine eigene Körperwärme erzeugen, müssen sie sich regelmäßig aufwärmen, um die volle Aktivität zu erreichen. Die Aktivität der Warane ist somit stark an tages- und jahreszeitliche Temperaturschwankungen gebunden.

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bernd Eidenmüller

 

Haltung

Vor dem Erwerb eines Waranes sollte man sich darüber im Klaren sein, dass einige Arten beträchtliche Längen und erhebliche Massen erreichen. Man sollte sich daher vorher überlegen, ob man diesem Tier genug Platz bieten kann, um es artgerecht zu halten.

Bei der Einrichtung und Gestaltung des Terrariums muß gut überlegt werden, welche Anforderungen die jeweilige Waranart an seine neue Behausung stellt. Dementsprechend muß der richtige Bodengrund, eine robuste Einrichtung, ein passendes Wasserbecken und Pflanzen eingebracht werden. Auch die Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle, da Warane tagaktiv sind. Die durchschnittliche Lufttemperatur sollte je nach Herkunft der Tiere zwischen 24 und 35 °C liegen. In der Nacht fällt sie auf 18 – 24 °C ab. Um einer Überhitzung der Tiere vorzubeugen, sollte das Terrarium gut durchlüftet sein und auch ein Mindestmaß an Feuchtigkeit ist notwendig.

Alle Warane sind Fleischfresser und je nach Größe der Tiere ernähren sie sich von Spinnentieren, Insekten, Fischen, Amphibien, Reptilien, Eiern, Vögeln und Säugetieren. Da sich diese Nahrungsvielfalt im Terrarium kaum anbieten lässt, können als Ersatz Grillen, Heimchen, Schaben und Wanderheuschrecken genommen werden. Gelegentlich können auch nestjunge Mäuse den Speiseplan erweitern.

In der Natur sind Warane Einzelgänger. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sie im Terrarium höchstens paarweise zu halten. Weiters muß bedacht werden, dass Warane Wildtiere sind und dies auch immer bleiben werden. Im Umgang mit ihnen muß man stets sorgfältig und äußerst vorsichtig sein. Man sollte immer ruhig und langsam auf den Waran zugehen und hektische Bewegungen meiden.