Buchtipp

Haltung von Wasserschildkröten
Titel:
Haltung von Wasserschildkröten
Verlag:
NTV Verlag
Autor:
Andreas S. Henning
Art.Nr.:
3931587959
Details:
125 Seiten, kartoniert, mit vielen Farbfotos.
Beschreibung:
Schildkröten sind die Sympathieträger Nummer 1 unter den Reptilien, und immer mehr Menschen widmen sich ihrer Haltung. Besonders Wasserschildkröten beeindrucken mit ihrer Formen- und Farbenvielfalt. Dieser Ratgeber erläutert alles, was Sie für die artgerechte Pflege von Wasserschildkröten wissen müssen.

Wasserschildkröte

Schildkröten gehören trotz ihrer Besonderheiten im Körperbau zu den Reptilien und entwickelten sich bereits vor vielen Millionen Jahren zu einer eigenständigen Reptilienordnung. Die heute noch existierenden Schildkröten werden in zwei Unterordnungen eingeteilt: die Halswender (Pleurodira) – diese beschränken sich auf die Süßwasserhabitate der südlichen Kontinente – und die Halsberger (Cryptodira) – bewohnen Lebensräume vom Land über das Süßwasser bis zum Meer.

Zum Unterscheiden der beiden Gruppen muß noch gesagt werden: Halsberger sind in der Lage, ihren Kopf in den Panzer einzuziehen, während Halswender ihn seitlich zwischen den Panzerrändern an den Kopf schmiegen. Bei der Bezeichnung Wasserschildkröte wird immer wieder die Frage gestellt, ob aquatische Schildkröten ihr gesamtes Leben ausschließlich im Wasser verbringen. Ganz im Gegenteil: Wasserschildkröten können sich zwar ohne Probleme für eine sehr lange Zeit unter Wasser aufhalten, jedoch nicht auf unbegrenzte Dauer.

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Natürlicher Lebensraum

Wasserschildkröten haben sich im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte in Lebensräumen verschiedenster Art angesiedelt und haben sich in ihrer heutigen Form und Lebensweise den gegebenen Umweltbedingungen im jeweiligen Verbreitungsgebiet angepasst. Man findet sie in allen Teilen der Welt, wobei das Klima in Europa eher wenigen Arten optimale Voraussetzungen bietet.

Das tropische Asien, Australien, Afrika, Nord- und Südamerika weisen jedoch eine sehr viel höhere Artenvielfalt auf. Wasserschildkröten sind sowohl in Fließgewässern (Bächen, Flüssen, Quellen, Kanälen und Gräben) wie auch in Stillgewässern (Tümpeln, Teiche, Seen, stehende Gräben, Weiher, Stauseen) beheimatet. Bei Wasserschildkröten gibt es keine Brutpflege, d.h. sie sind vom Tage ihrer Geburt an auf sich alleine gestellt und müssen sofort für sich selbst sorgen.

Haltung

Vor dem Erwerb einer Wasserschildkröte sollte man darüber nachdenken, wie und wo sie untergebracht werden soll und ob man alle Ansprüche, die das Tier an seinen Pfleger stellt auch erfüllen kann. Es ist auch zu bedenken, dass Wasserschildkröten sehr groß werden können und damit auch die Bedürfnisse auf einen größeren Lebensraum steigen. Im Handel findet man vorwiegend Gelbwangen-Schmuckschildkröten sowie verschiedene Arten von Höcker- und Zierschildkröten. Die Europäische Sumpfschildkröte eignet sich gut für die Haltung im Gartenteich. Hat man sich dann für eine bestimmte Schildkrötenart entschieden, muß für die richtige Unterbringung gesorgt werden.

Je nach Art können die Tiere in einem Aquarium – wassergefülltes Becken, ergänzt um einen Sonnenplatz – oder einem Aquaterrarium – Kombination aus großem Wasser- mit kleinem Landteil – untergebracht werden. Technik ist bei der Haltung von Reptilien unverzichtbar. Damit werden in der Hauptsache lebenswichtige Faktoren wie Lichtqualität und Temperatur gesteuert. Da Wasserschildkröten wechselwarme Tiere sind, ist ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängig. Auf eine richtige Beleuchtung und Beheizung muß daher großer Wert gelegt werden.

Ein weiteres Zubehörteil für die Haltung von Wasserschildkröten ist ein Filter. Beim Einsatz von Filtertechnik muß jedoch eines klar sein: Man erreicht keine Reinigungsleistung wie in der Aquaristik. Wasserschildkröten benötigen ein Vielfaches der Filterleistung und trotzdem wird man niemals die gleiche Wasserqualität wie in einem Zierfischbecken bekommen. Dennoch hat ein Filter viele nützliche Eigenschaften im Sinne der Wasserschildkrötenhaltung: Das Wasser wird von Schwebeteilchen befreit, welche in Form von Kot, Futterresten und Hautfetzen immer vorhanden sind. Leider ist es in diesem Bericht nicht möglich, umfangreicher auf die Haltungsbedingungen einzugehen. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter – wir beraten Sie gerne. Wir haben auch in allen unseren Geschäften interessante Fachliteratur zu diesem Thema. Bei verschiedenen Arten ist natürlich auch die Freilandhaltung im Gartenteich möglich.

Voraussetzung für die Haltung einer Wasserschildkröte im Gartenteich ist, daß die klimatischen Erfordernisse der betreffenden Art entsprechen. Bei der Freilandhaltung muß unbedingt bedacht werden, daß die Tiere nicht ausbrechen können bzw. das Eindringen von anderen Tieren (Mäuse, Ratten, Katzen) nicht möglich ist. Die Grundfläche des Gartenteiches darf nicht zu klein bemessen sein und muß unbedingt frei von Insektiziden und anderen Giftstoffen sein. Es ist auch wichtig, daß die Wasserfläche sowohl direkte Sonneneinstrahlung hat als auch schattige Stellen. Ebenso muss an Land eine trockene Unterschlupfmöglichkeiten vorhanden sein.

Die Vorteile der Pflege im Gartenteich sind, dass die Tiere häufig nur hier ihre volle Aktivität und ihr gesamtes Verhaltensrepertoire zeigen. Weiters ist der Arbeitsaufwand im Vergleich zur Zimmerhaltung wesentlich geringer. Man muß nicht jeden Tagen nach den Tieren schauen und die laufend anfallenden Arbeiten beschränken sich meistens auf das Füttern. Lästige Arbeiten wie der häufige Wasserwechsel und die anschließende Reinigung des Behältnisses entfallen bei großen Teichen zur Gänze.

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Ernährung

Die Ernährung von Wasserschildkröten ist natürlich ein Faktor, der ihr Wohlergehen nachhaltig beeinflusst. Um seine Schildkröte gesund zu erhalten und optimal zu versorgen, sollte das Futter möglichst abwechslungsreich und frei von schädigenden Inhaltsstoffen, wie Fett, sein. Bestimmte Folgen von Fehlernährung machen sich häufig erst relativ spät bemerkbar. Es wird auf keinen Fall genügen, wenn Sie Ihre Wasserschildkröten nur mit Pellets oder getrockneten Bachflohkrebsen füttern, denn viele Schildkröten fressen zum Teil oder hauptsächlich pflanzliche Nahrung.

Jungtiere sind vorwiegend Fleischfresser, da sie während der Wachstumsphase einen erhöhten Eiweiß- bzw. Proteinbedarf aufweisen. Erwachsene Tiere ernähren sich verstärkt auch von Pflanzen. Um Ihrem Pflegling eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Ernährung bieten zu können, gibt es ein sehr breites Futterspektrum, das wir hier aber nur kurz ansprechen.

Es reicht von Lebendfutter (Wasserläufer, Süßwasserfische, Grillen, Heimchen, usw.) über Frostfutter (Muschelfleisch, Mückenlarven, Wasserflöhe, Fischeier, usw.) und Trockenfutter (Pellets, Bachflohkrebse) bis hin zu pflanzlicher Nahrung (Löwenzahn, Wegerich, Algen, Wasserlinsen, Obst), aber auch Eierschalen, Sepia-Schalen und Rinderherz. Wir haben eine große Auswahl an Lebend-, Frost- und Trockenfutter in allen unseren Filialen lagernd.