Glanzsittich: Friedliebender Schwarmvogel

Im Jahr 1871 waren die ersten Glanzsittiche (Neophema splendida) im Londoner Zoo zu bestaunen und galten als ausgesprochene Raritäten. Dank erfolgreicher Nachzucht der bunt gefiederten Flugkünstler ist ihr Bestand aber inzwischen seit mehr als 40 Jahren gesichert.

Der Glanzsittich ist in Australien heimisch und bevorzugt steinige, wüstenartige Gebiete, ist äußerst friedlich und außerhalb der Brutzeit in größeren Schwärmen unterwegs. In der Brutperiode aber suchen die Vögel paarweise Abgeschiedenheit oder finden sich allenfalls in kleinen Gruppen zusammen. Männchen und Weibchen lassen sich in der Wildform leicht unterscheiden: Er glänzt mit einem intensiv blau gefärbten Kopf und einer roten Brust, bei ihr fällt vor allem die grünliche Kehle und gelbe Unterseite auf.

Schönsittich: Beim Brüten kein „Spaßvogel“

Im Jahr 1850 faszinierten die ersten Schönsittiche (Neophema pulchella) in Europa. Aber erst nach 1945 gab es stabile Zuchtbestände. Der „Schöne“ steht im Ruf, vor allem während der Brutzeit kampffreudig zu sein. In freier Wildbahn sondert er sich dann mit seiner Partnerin vom Schwarm ab. Männchen können gegen ihre Söhne und andere Paare zum Teil aggressiv werden. Männchen und Weibchen ähneln sich bei den Schönsittichen stark. Allerdings hat der etwas farbintensivere Er an der Unterseite der Flügel einen roten Streifen, sie einen hellen. Schönsittiche stammen aus den reich bewachsenen Wald- und Felsengebieten Süd- und Ostaustraliens.

Gemeinsame Vorlieben

Für beide Sitticharten, die etwa zehn Jahre alt werden, sind Temperaturen zwischen 18 und 25 °C mit einer relativen Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent ideal. Ihre mindestens 120 x 60 x 100 cm großen Volieren sollten mit Ästen und Zweigen, die als Nagematerial und Sportgerät dienen, ausgestattet sein und eine Bademöglichkeit bieten. Sitz- und Schlafbrettchen werden gerne angenommen. Regelmäßiger Freiflug in sicherer Umgebung ist ein Muss. Beide Sitticharten sind Höhlenbrüter, die circa 18

Tage ihre drei bis sechs Eier bebrüten. Die Jungen der Glanzsittiche sind nach etwa 30 Tagen flügge und nach weiteren drei Wochen selbstständig. Der Nachwuchs der Schönsittiche nimmt nach vier bis fünf Wochen erste Flugstunden und kann sich nach weiteren zwei Wochen allein versorgen. Auf dem Speiseplan der farbenprächtigen Vögel stehen u. a. Körnermischungen mit kleinen Saaten, leicht an gekeimte Kolbenhirse, geschälter Hafer sowie frisches Obst und Gemüse. Kalkgrit sollte immer zur Verfügung stehen, und während der Mauser wird tierisches Eiweiß benötigt. Frisches Wasser muss immer vorhanden sein.