Der Vogelspielplatz

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten, die unsere Wellensittiche, Nymphensittiche und Papageien in der warmen Wohnung verbringen, sollten Vogelhalter für Abwechslung sorgen. Glücklicherweise ist die Auswahl an Spielzeug groß. Wenn dann noch Tipps vom Fachmann beherzigt werden, langweilt sich so schnell kein Vogel.

An oberster Stelle für die artgerechte Vogelhaltung steht der Freiflug. "Vögel sind nicht dazu gemacht, nur im Käfig zu sitzen", sagt Christoph Lipphardt, bei ZOO & Co. für den Bereich Vögel und Nager zuständig. Deshalb rät er zu so viel Freiflug wie nur möglich - mindestens mehrere Stunden am Tag. Zuvor muss der Raum, in dem die Vögel sich aufhalten, flugsicher gemacht werden. Dazu gehört eine Überprüfung der Zimmerpflanzen: Sind sie möglicherweise giftig für den Vogel, der daran knabbert? Auch Schränke und Regale stellen eine Gefahr dar: Welli & Co. können dahinter verheddern, fallen oder sich einklemmen. Also muss von oben abgedeckt werden. Dass die Fenster geschlossen sind, sollte sich von selbst verstehen - und auch wer lüften möchte, wenn die Tiere im Käfig sitzen, muss aufpassen, denn Zugluft ist für alle Vögel schlecht.

Vasen, Gläser und andere offene Behälter gilt es ebenfalls beiseite zu räumen. "Es gibt Wellensittiche, die gerne Wasser aus dem Glas trinken. Wenn sie aber abrutschen, kann das Glas zur Falle werden", warnt Lipphardt. Weitere Gefahrenquellen sind Kerzen und offenes Feuer, aber auch Herdplatten, elektrische Kabel und heiße, unverdeckte Glühbirnen. Und nicht zuletzt: Wer auch Katze und Hund sein Eigen nennt, sollte es nicht darauf ankommen lassen, ob diese Tiere sich mit Wellensittichen und anderen Vögeln verstehen. Gefahr besteht dabei nicht nur für den Vogel! Auch ein Papageienschnabel kann an einer Hundeschnauze viel Schaden anrichten!

Hat der Aufenthaltsraum der Vögel die Vorgaben der Flugsicherung bestanden, geht es daran, den Tieren so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. "Mit Naturästen und Spielplätzen sollte man verschiedene Anflugstationen schaffen, damit der Vogel nicht immer nur eine Runde dreht und dann wieder auf dem Käfig landet", sagt Christoph Lipphardt. "Auch Badegelegenheiten werden gerne angenommen." Grundsätzlich sollten Vögel immer mindestens paarweise gehalten werden. So können sie sich gegenseitig Abwechslung verschaffen. Außerdem sollten der Vogelkäfig oder die Voliere trotz der Freiflugstunden so groß wie möglich sein.

Neben Spielzeug, verschiedenen Ästen für den Landeanflug und einer schönen Badegelegenheit kann auch mit Futter Anreiz zur Beschäftigung geschaffen werden. "Besonders eignen sich Knabbereien, mit denen die Vögel länger beschäftigt sind, an denen sie richtiggehend arbeiten müssen - Obstbaumzweige mit Knospen, Naturhirse, Kolbenhirsestangen." Für das Vogelheim empfiehlt Lipphardt, zusätzlich zur Einstreu aus Vogelsand, auch ein Überstreu aus Spänen und Knabbereien zu verwenden. Wer das tut, sollte den Käfig allerdings täglich zumindest von den größen Vogelhinterlassenschaften reinigen.

Schließlich noch die Frage nach der Musik: Manche Vögel mögen Musik und zwitschern umso lauter, aber anderen gefällt der "Krach" gar nicht. Testen Sie es einfach mal und beobachten Sie ihre Vögel dabei genau. Gefällt den Tieren die Musik, spricht nichts dagegen, tagsüber ab und zu zur Unterhaltung das Radio laufen zu lassen.