Keimfutter: Die Vitaminkur im Winter

Gerade in den dunklen Wintermonaten können Ihre Vögel eine Extraportion Energie und Vitamine gut gebrauchen. Als natürlicher Energie- und Gesundheitsspender bietet sich Keimfutter an: In dem Moment, wo Samen zu keimen beginnen, setzen sie ein wahres Feuerwerk an lebenswichtigen Vitaminen frei.

Der gesunde Leckerbissen ist leicht herzustellen und wird von den Vögeln gerne angenommen. „Auch normales Körnerfutter kann man zum Keimen bringen“, sagt ZOO & Co.-Fachmann Christoph Lipphardt, „doch es ist besser, gezielt Keimfutter zu nutzen, wenn man seinen Wellensittich, Kanarienvogel oder Papagei verwöhnen möchte.“ Die Körner sind dann speziell auf das Tier abgestimmt, enthalten je nach Vogelart viele verschiedene Körnersorten, darunter Hirse, ungeschälten Hafer, Sesam, Alfalfa, Kichererbsen oder auch Linsen.

Keimfutter zuzubereiten ist nicht schwer. Allerdings muss dabei unbedingt auf die Hygiene geachtet werden, denn Keimfutter ist Frischkost. Zunächst werden die Saaten in einem Kunststoffsieb gründlich gewaschen. Rechnen Sie ungefähr mit zwei Teelöffel Keimfutter pro Vogel. Diese Menge lässt man nun mit Wasser bedeckt acht Stunden stehen – am besten einfach überNacht. Dann werden die Körner erneut gewaschen. Die Sämereien sind jetzt sogenanntes Quellfutter. Auch das lässt sich verfüttern, hat aber noch nicht jene wichtige Ladung Vitamine intus, über die später das Keimfutter verfügt. Deshalb hängt man das Sieb mit den feuchten Körnern über eine Schale und bedeckt es mit Küchenpapier. „Eine Abdeckung ist wichtig, weil die feuchten Körner anfällig für Schimmel sind“, erklärt Christoph Lipphardt. Aus Hygienegründen wird das Futter außerdem weiterhin mindestens alle vier bis acht Stunden unter fließendem Wasser durchgespült. Die Temperatur des Standortes sollte möglichst konstant sein; achten Sie darauf, dass das Keimfutter nicht in der Sonne steht.

Nun ist alles eine Frage des Timings und der Vorlieben Ihrer Vögel. Manche Piepmätze nehmen das Keimfutter am liebsten, wenn es 24 Stunden gekeimt hat; andere bevorzugen eine etwas längere Keimzeit. In jedem Fall beginnt nach 24 Stunden der wichtige Umbauprozess vom Samenkorn zum Keimling. Die höchste Vitamindosierung enthält das Futter, wenn die Spitzen gerade erst hervorgebrochen sind. Nun kann ihr Vogel davon profitieren: Von Vitamin C, das sein Immunsystem stärkt, von Vitamin B1, dass gut für seine Leberfunktion ist, von Vitamin A, das den Augen und der Schleimhaut gut tut. Auch Vitamin E, der Schutzfaktor fürs Immunsystem, steht nun in hoher Dosierung zur Verfügung.

Bevor Sie das Futter verfüttern, spülen Sie es nochmals gut durch und tupfen Sie die Keimlinge mit Küchenpapier etwas trocken. Zu feuchtes Keimfutter wird oft nicht gerne genommen, ebenso wenig wie Körner, die zu lange gekeimt haben. Stellen Sie Ihren Vögeln das Futter nur begrenzt zur Verfügung: Keimfutter verdirbt sehr schnell, es richt dann säuerlich und fängt an zu gären. Auch Schimmel ist stets eine Gefahr. Wenn ein Teil des zubereiteten Futters verdirbt, entsorgen Sie deshalb bitte das gesamte Futter – einzelne Schimmelpilzsporen sind für das Auge unsichtbar. Nehmen Sie Keimfutterreste außerdem grundsätzlich nach sechs Stunden aus dem Käfi g – in heißen Sommermonaten sogar schneller. Ihr Vogel wird Ihnen frisches, sauber zubereitetes Futter mit Gesundheit und Lebendigkeit danken.