Die Welt draußen vor dem Fenster versteckt sich unter einer dicken Schneedecke, die Bäume sind kahl, die Natur scheint zu schlafen. Wenn da nicht die Piepmätze wären! Unermüdlich sind Meisen, Grünfinken, Amseln und viele andere Vögel im Winter auf beschwerlicher Futtersuche. Wir können ihnen dabei helfen - und kommen dazu noch in den Genuss, das bunte Treiben am Vogelhäuschen zu beobachten.
Chloris chloris
In der kalten Winterwelt sind Grünfinken gut zu erkennen. Die rund 15 Zentimeter langen und bis zu 30 Gramm schweren Piepmätze leuchten in Grün und Gelb; die auch "Grünling" genannten Vögel verfügen über einen starken, finkentypischen Schnabel, der sie als Körnerfresser auszeichnet. Im Sommer halten sie sich in Parks, mit Hecken durchzogenen Ackerbaugebieten und Gärten auf; im Winter sind sie gern gesehener Gast am Vogelhäuschen. Gehören im Sommer neben Sämereien auch Knospen und Beeren auf den Speiseplan, bedienen sie sich im Winter an dem ausgelegten Körnerfutter. Die Futterstelle verteidigen sie erfolgreich gegen andere Vögel - bis sie sich wirklich satt gefuttert haben.
Parus caeruleus
Nur 11,5 Zentimeter lang und gerade mal 11 Gramm schwer ist die zierliche Blaumeise und gar nicht so scheu dem Menschen gegenüber. Das Gefieder der Männchen leuchtet weithin sichtbar - das blaue Köpfchen mit dem weißen Gesicht und einem schwarzen Augenstreif, der blaue Rücken und der quietschgelbe Bauch. Auch die Weibchen haben ein farbiges, allerdings etwas blasseres Kleid. Blaumeisen lieben tierische Kost, wie kleine Insekten, und futtern gerne Blattläuse; dazu mögen sie Birkensamen. Sie sind regelmäßige Besucher am Futterhäuschen und turnen weltmeisterlich an Meisenknödeln und Meisenringen herum. Obwohl im Winter recht zurückhaltend mit ihren Lautäußerungen, hört man doch manchmal ihr "Zerrretetetetet!".
Parus major
Kohlmeisen sind mit 14 Zentimetern vom Schnabel bis zum Schwanz und ihren bis zu 20 Gramm Gewicht ein gutes Stück größer als ihre blauen Verwandten. Ihr schwarzes Köpfchen mit den weißen Wangen, der olivgrüne Rücken, der gelbe Bauch und die schicken Rallye-Streifen an den Flügeln sind vielen von uns vertraut. Wie die Blaumeisen mögen Kohlmeisen Insekten, Samen und Beeren, sie gehören definitiv zu den Stammgästen im Futterhäuschen und an Meisenringen. Dabei schmausen sie nicht etwa alleine, sondern am liebsten in Gesellschaft anderer Kohlmeisen. Wer gegen Ende des Winters sehnsüchtig auf den Frühling wartet, sollte seine Kohlmeisen genau beobachten: Sie kündigen mit ihrem hellen "Zizibä" das Ende der kalten Jahreszeit an.
Pyrrhula pyrrhula
Auch unter dem Namen "Gimpel" bekannt, gehört der Dompfaff mit seinem leisen Gesang zu den beliebtesten Finkenvögeln. Er wird bis zu 15 Zentimeter lang und bis zu 26 Gramm schwer. Männchen sind gut an ihrer leuchtend rosaroten Brust zu erkennen, bei den Weibchen ist diese rötlich bis braun. Beide aber haben sie schwarzes Kopfgefieder, eine blaugraue Rückenpartie und einen schwarzen Schwanz. Familie Dompfaff ist in Nadel- und Mischwäldern, in Parks und Gärten zu Hause und ernährt sich dort von Insekten, Knospen, Beeren und Samen; im Winter wird das Vogelhäuschen regelmäßig besucht. Dort unterscheiden sich die Tiere in ihrem Verhalten von den anderen Gästen: Der Dompfaff bedient sich eher ruhig, behäbig und gemächlich.
Turdus merula
Einer der häufigsten Gäste am Futterhäuschen ist die Amsel - wobei sie als verhältnismäßig großer Vogel (bis zu 27 Zentimeter lang, bis zu 150 Gramm schwer) eher geräumige Anflugstellen bevorzugt. Gerne pickt sie außerdem am Boden jenes Futter auf, das von anderen Vögeln aus dem Vogelhäuschen geworfen wurde. Dann aber hört die Freundschaft auch schon auf: Amseln fallen durch ihr bisweilen zänkisches Verhalten auf und streiten sich gerne mit anderen Futtergästen um die Nahrung. Ob Sonnenblumenkerne, Haferflocken und Obst - Amseln sind dabei. Lediglich feste Körner mögen sie nicht. Weibchen und Männchen lassen sich gut unterscheiden: Die Männchen sind schwarz und ihr quietschgelber Schnabel leuchtet weithin sichtbar, während die Weibchen ein zurückhaltend braunes Federkleid haben.