Setzen Sie Ihre Vögel ins rechte Licht

Vogelaugen sind wahre Wunder der Natur: Viele Vogelarten haben ein mehr als achtmal schärferes Auge als Menschen und können ultraviolettes Licht sehen. Tatsächlich unterscheiden sich die Geschlechter bei vielen Vogelarten sogar nur durch das Farbenspiel des Gefieders in dem für uns Menschen unsichtbaren ultravioletten Licht.

Darüber hinaus können Vogelaugen auch „schneller“ sehen als wir: Während das gesunde Menschenauge um die 24 Bilder pro Sekunde unterscheiden kann, erkennen Vögel bis zu 160 Einzelbilder pro Sekunde. Wenn wir Menschen also einen Film im Fernsehen anschauen, der uns bei 25 Bildern pro Sekunde die Illusion von fließenden Bewegungen verschafft, sieht ein Vogel, wie sich jedes Einzelbild quälend langsam auf dem Bildschirm aufbaut – da kann keine Spannung aufkommen!

Doch Vögel haben auch besondere Ansprüche an ihre Beleuchtung. Vor allem mögen es Vögel hell. Bei reiner Innenhaltung oder im Winter sollte man Leuchtmittel mit hoher Lichtstärke (Lux) wählen. Als Faustregel gilt, dass man die Vögel bei Kameraeinstellung ISO 100 auch ohne Blitz verwacklungsfrei fotografieren können sollte. Probieren Sie es einfach einmal aus.

Optimal ist es, wenn das Licht einen ultravioletten Anteil hat, so können die Vögel ihre Umwelt nicht nur besser wahrnehmen, auch die Bildung von lebenswichtigem Vitamin D ist gewährleistet. Einige Leuchtmittel wie zum Beispiel viele Leuchtstoffröhren oder auch manche Energiesparlampen flackern für das Vogelauge. Mit einem Vorschaltgerät kann dieses Flackern jedoch für die Tiere reduziert werden.

Am besten ist natürlich Tageslicht. Mittlerweile gibt es Leuchten, die das im Rahmen der Möglichkeiten nachahmen. Lassen Sie sich von Ihrem ZOO & Co. Fachmann beraten, welche Leuchten sich für Ihre Vögel und Ihre Voliere bzw. Ihren Vogelbauer eignen.

Darüber hinaus können Sie Ihren Vögeln an warmen Tagen im Sommer eine Lichtdusche an einer windgeschützten Stelle auf dem Balkon oder der Terrasse gönnen. Neben Plätzen zum Sonnenbaden sollte es jedoch auch beschattete Stellen in Vogelbauer oder Voliere geben, die die Vögel aufsuchen können, wenn es ihnen zu warm wird.

Die meisten unserer Ziervögel stammen aus Ländern, wo es keine großen jahreszeitlichen Unterschiede bei der Tageslichtlänge gibt. Das heißt, sie sind an etwa zwölf Stunden Licht täglich angepasst. Am besten steuert man die Beleuchtung des Vogelbauers oder der Voliere über eine Zeitschaltuhr. So ist gewährleistet, dass die Vögel immer genügend Licht bekommen, auch wenn man mal unterwegs ist. Doch nicht nur für Licht, sondern auch für Dunkelheit muss man als Vogelhalter sorgen. Denn in unserer zivilisierten Welt wird es selten richtig dunkel: Da flackert ein Fernsehschirm, blinkt ein Kontrolllämpchen oder scheint die Straßenlaterne in die Wohnung. So kommen die Vögel nie richtig zur Ruhe. Damit die Tiere einen erholsamen Schlaf genießen können, sollten Vogelbauer und Voliere daher nachts gut abgedeckt werden.