Worauf Tierfreunde achten sollten, wenn sie Wildvögel füttern
Rotkehlchen, Kleibern, Meisen, Amseln und vielen anderen heimischen Wildvögeln mehr steht ein langer Winter bevor. Potenzielles Futter ist womöglich unter einer dicken Schneedecke. Wer füttert, ist deshalb sehr „beliebt“.
Vogelfreunde in aller Welt pflegen diese schöne Tradition. Die Winterfütterung ist nicht ganz uneigennützig, denn im Sommer haben wir kaum Gelegenheit, die Tiere ausgiebig zu beobachten. An winterlichen Futterstellen hingegen werden ohne Weiteres bis zu 20 verschiedene heimische Arten vorstellig. Sie alle profitieren von der Fütterung, denn Vögel verbrauchen sehr viel Energie, um ihre kleinen Körper warm zu halten. Labormessungen haben ergeben, dass beispielsweise Meisen in einer kalten Winternacht bis zu zehn Prozent ihres Gewichtes verlieren können.
Nicht nur unter Laien, auch unter Fachleuten gehen dabei die Meinungen auseinander, wann mit der Fütterung zu beginnen sei. Es gibt Ornithologen, die dafür plädieren, das ganze Jahr über zu füttern.
Gleichgültig, wann Vogelfreunde mit der Zufütterung beginnen – einige Tipps gilt es zu beherzigen. So sollten Futterspender und Vogelhäuschen stets in einer gewissen Höhe angebracht werden, damit Katzen sich nicht anschleichen können. Die Futterstelle ist am besten überdacht, damit das Futter trocken bleibt; außerdem ist sie so gestaltet, dass die Vögel nicht darin herumlaufen und dabei das Futter mit Kot verschmutzen. Krankheitserreger hätten sonst ein leichtes Spiel mit den durch die Kälte geschwächten Tieren.
Um Erreger zu vermeiden, müssen Futterstellen deshalb auch regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. Wer zufüttert, platziert aus Hygienegründen am besten täglich etwas Futter anstatt einmal in der Woche eine große Menge. Eine saubere Alternative zu Futterhäuschen sind sogenannte Futtersilos, als Röhren mit seitlichen Öffnungen, an denen die Vögel die Körner herauspicken können. Diese Silos dürfen jedoch nicht zu nah an einem Fenster platziert werden, weil die Tiere sonst gegen die Glasscheibe fliegen könnten.
Wer Vogelhäuschen oder Futtersilos anbringt, hat noch nicht alle Piepmätze versorgt – Amseln und Zaunkönige beispielsweise suchen ihr Futter meistens am Boden. Auch gilt es, den verschiedenen Vorlieben gerecht zu werden. Da sind die Weichfutterfresser, etwa Drosseln und Rotkehlchen, die sich im Sommer gerne von Beeren ernähren. Sie lieben im Winter ein Stück Apfel, aber auch Rosinen (schwefelfrei!), Meisenknödel und speziell auf sie abgestimmte Futtermischungen. Körnerfresser wiederum, darunter Finken, Sperlinge und Spechte, mögen Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Hirse. Wer etwas Besonderes bieten möchte, kann ein Stück frische Kokosnuss servieren – auch an dieser nahrhaften Nuss wird fleißig gepickt.
Genauso wichtig wie das Futter ist im Winter täglich frisches Wasser, weil die Tiere bei Minusgraden keine offene Pfütze mehr finden. Ist für all das gesorgt, können Sie die fidelen Piepmätze in Ruhe aus der warmen Stube heraus beobachten.